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Anlegertrends: Wiederanlage bei Corporate Bonds solider Emittenten
10.01.14 16:04
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die guten Nachrichten aus Euroland häufen sich, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Irland sei erstmals wieder alleine am Kapitalmarkt unterwegs, Portugal werde bald folgen. Und selbst Griechenland wolle demnächst ohne neue internationale Hilfe aus der Krise kommen. Man möge sich ja fast von der verbreiteten positiven Euro-Stimmung anstecken lassen. Doch Euphorie sei fehl am Platz. Die Eurozone habe ihre Staatsschuldenkrise noch längst nicht überwunden.
Das einst hilfsbedürftige Irland habe, erstmals seit es im Dezember den Euro-Rettungsschirm verlassen habe, am Dienstag problemlos 3,75 Mrd. EUR am Kapitalmarkt eingesammelt. Portugal wolle es den Iren bald gleich tun und internationale Anleger würden in spanische Staatspapiere so viel wie seit 2011 nicht mehr investieren.
Zum Jahresanfang seien die Renditen zehnjähriger Schuldtitel aus Spanien und aus Italien auf unter 4% gesunken. Die beiden Peripherie-Länder der Euro-Zone hätten von dem erfolgreichen Gang Dublins an den Kapitalmarkt profitiert. Und sogar Griechenland wolle sich nun selbst aus dem Krisensumpf ziehen. Das Land wolle ein drittes Hilfspaket, das mit neuen Sparauflagen verbunden wäre, partout vermeiden.
Die frohen Botschaften höre man wohl, allein es fehle der Glaube an eine wirkliche Trendwende. Denn diese echten oder nur vermeintlich positiven Signale könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Grundproblem der Euro-Krise nicht gelöst sei: Die staatliche Überschuldung.
So würden alle Sorgenländer für 2013 steigende Schuldenquoten in Prozent des BIP aufweisen. Griechenland führe mit rund 176% die Liste an, gefolgt von Italien (133%) und Portugal (124%). Damit bleibe das Damoklesschwert der Staatsschuldenkrise 2014 erhalten und werde auch nicht so schnell verschwinden. Vielmehr dürfte es bis zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise noch zwischen 10 und 15 Jahren dauern.
Wie diese allerdings vonstatten gehen werde, bleibe die große Frage für 2014 und darüber hinaus. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase habe eine schleichende Enteignung der Anleger ja bereits eingesetzt. Die Zwangsabgaben der zypriotischen Bankkunden (Bail-Ins) sowie die Gedankenspiele des IWF über die Einführung einer zehnprozentigen "Schuldensteuer" hätten im vergangenen Jahr bereits Ahnungen hervor gerufen, nach denen aus der schleichenden eine offene, legale Enteignung werden könnte.
Vor diesem Hintergrund werde der Bondmarkt im neuen Jahr zu einer Herausforderung für die Anleger werden. Es sei zu erwarten, dass die Niedrigzinsphase anhalten werde, auch wenn das Zinstief durchschritten sei. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen dürfte im Jahresverlauf von derzeit rund 1,88% auf eine Größenordnung von ca. 2,3% steigen. Aufgrund der schuldenbedingten Unsicherheiten am Markt würden diese Anlagen erster Bonität auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Dasselbe gelte für Corporate Bonds solider Schuldner, die vielen Investoren als wichtigste Anlage-Alternative gelten würden, mit denen ein Renditeplus zu überschaubaren Risiken erzielt werden könne.
Um nicht allzu sehr die Laufzeitenkurve hinauf oder die Bonitätskurve hinunter wandern zu müssen, würden sich Anleger zum Jahresbeginn, wenn viel frei gewordenes Kapital nach Wiederanlagen suche, mit Corporate Bonds von soliden Emittenten eindecken. Dazu habe in dieser Woche eine Medium Term Note (ISIN DE000A1R0691 / WKN A1R069) von Daimler mit Laufzeit 3/2023 und einer Rendite von ca. 2,44% oder eine Anleihe (ISIN DE000A1R08U3 / WKN A1R08U) von ThyssenKrupp gezählt, die bei einer Laufzeit bis 8/2018 mit ca. 2,65% rentiere. Ebenso gesucht sei ein Corporate Bond von Saint-Gobain gewesen, der 6/2021 fällig werde und eine Rendite von ca. 2,65% aufweise.
Parallel dazu stehe die Nachfrage nach einer bis 2/2023 laufenden Bundesanleihe (ISIN DE0001102309 / WKN 110230), die mit ca. 1,82% rentiere, für das anhaltende Sicherheitsbedürfnis am Markt.
Weiterhin sei zu beobachten, dass Anleger verstärkt nach türkischen Staatsanleihen Ausschau halten würden, die in US-Dollar notieren würden. So seien in dieser Woche unter anderem zwei Anleihen aus Ankara (ISIN US900123AZ36 / WKN A0GYKF; ISIN US900123BY51 / WKN A1GWJH) mit Laufzeiten 9/2016 bzw. 3/2022 und Renditen von ca. 3,00% bzw. ca. 5,53% gesucht gewesen. Dahinter stecke eine doppelte Spekulation. Zum einen würden die Anleger auf eine Beruhigung der politischen Verhältnisse in der Türkei sowie eine Annäherung an Europa hoffen. Und zum anderen würden die Investoren auf eine Stärkung des US-Dollars setzen.
Auf satte 4,044 Bill. US-Dollar sei die Bilanzsumme der US-Notenbank FED mittlerweile angewachsen. Vor der Finanzkrise seien es noch rund 900 Mrd. US-Dollar gewesen. Die dicksten Brocken würden dabei Staatsanleihen mit 2,2 Mrd. und Hypothekenpapiere mit 1,5 Mrd. US-Dollar ausmachen. Ursache der aufgeblähten Bilanzsumme seien die drei Runden von Wertpapierkäufen, die die Zentralbank seit 2008 getätigt habe. Mit ihrer Entscheidung, die monatlichen Ankäufe von 85 auf 75 Mrd. US-Dollar zu reduzieren, habe die FED Ende 2013 zaghaft den Einstieg in den Ausstieg der expansiven Geldpolitik angekündigt.
Ob uns in Europa eine ähnliche Aufblähung der Bilanzsumme der EZB bevor steht, wird das laufende Jahr zeigen, so die Analysten der Baader Bank. Derzeit jedenfalls schrumpfe die Bilanzsumme der EZB, weil Banken des Euroraums freiwillig Kredite zurückzahlen würden. Da auch die Bank of Japan ihre Bilanz aufblähe, stehe der Euro ständig unter Aufwertungsdruck, was der exportorientierten Industrie in Euroland überhaupt nicht schmecke.
Die Emissionstätigkeit im neuen Jahr komme nur langsam in Gang. Unter den ersten Emittenten des Jahres seien zwei deutsche Autobauer. So habe die VW Leasing GmbH eine 1,25 Mrd. EUR schwere Anleihe (ISIN XS1014610254 / WKN A0JCCZ), die 1/2024 fällig werde und einen Kupon von 2,625% aufweise, gebracht. Gepreist worden sei die Anleihe bei +63,0 bps über Mid Swap, was einem Emissionspreis von 98,92% entsprochen habe.
BMW habe eine 5,5-jährige und eine 10-jährige Benchmark-Anleihe mit einem Volumen von jeweils 750 Mio EUR emittiert. Erstere (ISIN XS1015212811 / WKN A1ZB63) sei mit einem Kupon von 1,625% ausgestattet und laufe bis 7/2019. Die Anleihe sei bei +45,0 bps über Mid Swap gepreist worden. Die neue 10-Jährige (ISIN XS1015217703 / WKN A1ZB64) trage einen Kupon von 2,625% und laufe bis 1/2024. Gepreist worden sei die Anleihe bei + 57,0 bps über Mid Swap.
Valeo, ein börsennotiertes französisches Unternehmen der Automobilzulieferindustrie mit Sitz in Paris, habe eine 10-jährige, 500 Mio. EUR schwere Benchmark-Anleihe (ISIN FR0011689033 / WKN A1ZB6F) emittiert. Der Kupon liege bei 3,25%. Gepreist worden sei der Bond mit +120 bps über Mid Swap.
Viele Marktteilnehmer hätten sich beim Anblick des Kursverlaufs des Euro-Bund-Future seit Jahresbeginn an den morgendlichen Wiegeprozess über die Weihnachtsfeiertage erinnert gefühlt. Die Tendenz sei steigend. Allerdings seien die Gründe für die Gewichtszunahme meist einleuchtend. Beim Rentenbarometer sei das nicht von allen Investoren so erwartet worden und somit sei Ursachenforschung betrieben worden.
An neuen Problemen in der Eurozone habe es nicht liegen können und auch eine Folge des Taperingbeschlusses der amerikanischen Notenbank sei sehr unwahrscheinlich gewesen. Lediglich Endfälligkeit von Investitionen oder auch Zinszahlungen seien als Kurstreiber auszumachen. Die Frage, die sich allerdings in diesem Zusammenhang stelle: Was passiere anschließend? Wahrscheinlich nicht viel! Eine Seitwärtsbewegung mit einer leichten (!) Zinssteigerung werde von den meisten Marktbeobachtern erwartet.
Übersetzt heiße das: Tradingrange zwischen 138,68% (Tief vom 02.01.2014) und 140,60% (diverse Hochs und Tiefs vom Oktober/November 2013).
In den vergangenen Monaten sei stets die Rückkehr des Inselstaats Irland an die internationalen Kapitalmärkte in Aussicht gestellt worden. Nun endlich sei es soweit gewesen! In Ermangelung von Alternativen und im Vorfeld der sicherlich bald erfolgenden Höherstufung Irlands durch die Rating-Agentur Moody's wäre sogar die Aufnahme des Vierfachen zur Refinanzierung anstehenden Betrages möglich gewesen. Somit könne das Comeback Irlands (ca. 3,4% für zehn Jahre) als Erfolg gewertet werden.
Aber auch Spanien werde heute den Investoren neben einer Aufstockung einer Altemission mit der Endfälligkeit 2028 (ISIN ES00000124C5 / WKN A1HNMJ) eine neue Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren offerieren. Von einer erfolgreichen Refinanzierung der insgesamt angestrebten 3,5 bis 4,5 Mrd. EUR werde ausgegangen.
Da zu Jahresbeginn oftmals eine Vielzahl von Anleihen endfällig werde, würden viele Emittenten den Investoren neues Material zur Verfügung stellen. So hätten Frankreich und Österreich bereits notierte Altemissionen aufgestockt. Die Deutsche Finanzagentur hingegen werde sich erst in der kommenden Woche mit einer Neubegebung von fünfjährigen Bundesobligationen am Kapitalmarkt zurückmelden.
Wir schreiben nun das Jahr 2014 und sind gespannt, was die Kapitalmärkte in diesem Jahr an Überraschungen parat haben, so die Analysten der Baader Bank. Obwohl die europäische Gemeinschaftswährung zum Jahresausklang noch ein neues 2-Jahres-Hoch bei 1,3894 USD habe erklimmen können, komme der Euro bislang noch nicht so richtig auf Touren. Im Gegenteil, er habe gegenüber dem US-Dollar sogar Federn lassen müssen und sei bis auf 1,3555 USD zurückgefallen. Diesem Trend sollte man allerdings nicht zuviel Gewicht beimessen, denn die Devisenhändler stünden noch in den Startlöchern.
Zuerst gelte es, die Ergebnisse der ersten Notenbanksitzungen zu analysieren. Bereits gestern sei das Sitzungsprotokoll der FED-Sitzung vom Dezember des vergangenen Jahres veröffentlicht worden und heute würden die Europäische Notenbank (EZB) und die Bank of England (BoE) tagen. Dennoch lasse sich bereits heute prognostizieren, dass es bei dieser Zurückhaltung nicht das ganze Jahr über bleiben werde. Ob es aber wieder zu einer Neuauflage eines "Währungskrieges" kommen werde, bleibe abzuwarten. Im Vorfeld der Ratssitzung handle die Einheitswährung knapp unter der Marke von 1,36 USD.
Andere Länder, andere Probleme! So würden die Leiden der Türkischen Lira auch im neuen Jahr weiter gehen. Die politische Unsicherheit im Land mache der Währung nach wie vor zu schaffen. Sei es dem Euro zum Ende des vergangenen Jahres erstmal die Marke von 3,00 TRY zu überwinden und mit 3,0155 TRY ein neues Allzeithoch zu erreichen gelungen, so notiere er aktuell bei 2,98 TRY.
In der Folge seien Währungsanleihen auf Türkische Lira sehr gefragt gewesen. Die Schwäche der Bosporus-Währung hätten viele Anleger als eine gute Kaufgelegenheit angesehen. Darüber hinaus hätten Fremdwährungsanleihen auf Australische Dollar, US-Dollar sowie Brasilianische Real im Fokus der Anleger gestanden.
Disclaimer
Die hier wiedergegebenen Publikationen, Kommentare oder sonstigen Beiträge wurden von den im Namen der Baader Bank AG Stellung nehmenden Autoren oder Kommentatoren sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.
Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.
Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.
Durch das Zurverfügungstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument "Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft" das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.
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Copyright ©: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.
Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (10.01.2014/alc/a/a)
Irland sei erstmals wieder alleine am Kapitalmarkt unterwegs, Portugal werde bald folgen. Und selbst Griechenland wolle demnächst ohne neue internationale Hilfe aus der Krise kommen. Man möge sich ja fast von der verbreiteten positiven Euro-Stimmung anstecken lassen. Doch Euphorie sei fehl am Platz. Die Eurozone habe ihre Staatsschuldenkrise noch längst nicht überwunden.
Das einst hilfsbedürftige Irland habe, erstmals seit es im Dezember den Euro-Rettungsschirm verlassen habe, am Dienstag problemlos 3,75 Mrd. EUR am Kapitalmarkt eingesammelt. Portugal wolle es den Iren bald gleich tun und internationale Anleger würden in spanische Staatspapiere so viel wie seit 2011 nicht mehr investieren.
Zum Jahresanfang seien die Renditen zehnjähriger Schuldtitel aus Spanien und aus Italien auf unter 4% gesunken. Die beiden Peripherie-Länder der Euro-Zone hätten von dem erfolgreichen Gang Dublins an den Kapitalmarkt profitiert. Und sogar Griechenland wolle sich nun selbst aus dem Krisensumpf ziehen. Das Land wolle ein drittes Hilfspaket, das mit neuen Sparauflagen verbunden wäre, partout vermeiden.
Die frohen Botschaften höre man wohl, allein es fehle der Glaube an eine wirkliche Trendwende. Denn diese echten oder nur vermeintlich positiven Signale könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Grundproblem der Euro-Krise nicht gelöst sei: Die staatliche Überschuldung.
So würden alle Sorgenländer für 2013 steigende Schuldenquoten in Prozent des BIP aufweisen. Griechenland führe mit rund 176% die Liste an, gefolgt von Italien (133%) und Portugal (124%). Damit bleibe das Damoklesschwert der Staatsschuldenkrise 2014 erhalten und werde auch nicht so schnell verschwinden. Vielmehr dürfte es bis zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise noch zwischen 10 und 15 Jahren dauern.
Wie diese allerdings vonstatten gehen werde, bleibe die große Frage für 2014 und darüber hinaus. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase habe eine schleichende Enteignung der Anleger ja bereits eingesetzt. Die Zwangsabgaben der zypriotischen Bankkunden (Bail-Ins) sowie die Gedankenspiele des IWF über die Einführung einer zehnprozentigen "Schuldensteuer" hätten im vergangenen Jahr bereits Ahnungen hervor gerufen, nach denen aus der schleichenden eine offene, legale Enteignung werden könnte.
Vor diesem Hintergrund werde der Bondmarkt im neuen Jahr zu einer Herausforderung für die Anleger werden. Es sei zu erwarten, dass die Niedrigzinsphase anhalten werde, auch wenn das Zinstief durchschritten sei. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen dürfte im Jahresverlauf von derzeit rund 1,88% auf eine Größenordnung von ca. 2,3% steigen. Aufgrund der schuldenbedingten Unsicherheiten am Markt würden diese Anlagen erster Bonität auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Dasselbe gelte für Corporate Bonds solider Schuldner, die vielen Investoren als wichtigste Anlage-Alternative gelten würden, mit denen ein Renditeplus zu überschaubaren Risiken erzielt werden könne.
Um nicht allzu sehr die Laufzeitenkurve hinauf oder die Bonitätskurve hinunter wandern zu müssen, würden sich Anleger zum Jahresbeginn, wenn viel frei gewordenes Kapital nach Wiederanlagen suche, mit Corporate Bonds von soliden Emittenten eindecken. Dazu habe in dieser Woche eine Medium Term Note (ISIN DE000A1R0691 / WKN A1R069) von Daimler mit Laufzeit 3/2023 und einer Rendite von ca. 2,44% oder eine Anleihe (ISIN DE000A1R08U3 / WKN A1R08U) von ThyssenKrupp gezählt, die bei einer Laufzeit bis 8/2018 mit ca. 2,65% rentiere. Ebenso gesucht sei ein Corporate Bond von Saint-Gobain gewesen, der 6/2021 fällig werde und eine Rendite von ca. 2,65% aufweise.
Parallel dazu stehe die Nachfrage nach einer bis 2/2023 laufenden Bundesanleihe (ISIN DE0001102309 / WKN 110230), die mit ca. 1,82% rentiere, für das anhaltende Sicherheitsbedürfnis am Markt.
Weiterhin sei zu beobachten, dass Anleger verstärkt nach türkischen Staatsanleihen Ausschau halten würden, die in US-Dollar notieren würden. So seien in dieser Woche unter anderem zwei Anleihen aus Ankara (ISIN US900123AZ36 / WKN A0GYKF; ISIN US900123BY51 / WKN A1GWJH) mit Laufzeiten 9/2016 bzw. 3/2022 und Renditen von ca. 3,00% bzw. ca. 5,53% gesucht gewesen. Dahinter stecke eine doppelte Spekulation. Zum einen würden die Anleger auf eine Beruhigung der politischen Verhältnisse in der Türkei sowie eine Annäherung an Europa hoffen. Und zum anderen würden die Investoren auf eine Stärkung des US-Dollars setzen.
Auf satte 4,044 Bill. US-Dollar sei die Bilanzsumme der US-Notenbank FED mittlerweile angewachsen. Vor der Finanzkrise seien es noch rund 900 Mrd. US-Dollar gewesen. Die dicksten Brocken würden dabei Staatsanleihen mit 2,2 Mrd. und Hypothekenpapiere mit 1,5 Mrd. US-Dollar ausmachen. Ursache der aufgeblähten Bilanzsumme seien die drei Runden von Wertpapierkäufen, die die Zentralbank seit 2008 getätigt habe. Mit ihrer Entscheidung, die monatlichen Ankäufe von 85 auf 75 Mrd. US-Dollar zu reduzieren, habe die FED Ende 2013 zaghaft den Einstieg in den Ausstieg der expansiven Geldpolitik angekündigt.
Ob uns in Europa eine ähnliche Aufblähung der Bilanzsumme der EZB bevor steht, wird das laufende Jahr zeigen, so die Analysten der Baader Bank. Derzeit jedenfalls schrumpfe die Bilanzsumme der EZB, weil Banken des Euroraums freiwillig Kredite zurückzahlen würden. Da auch die Bank of Japan ihre Bilanz aufblähe, stehe der Euro ständig unter Aufwertungsdruck, was der exportorientierten Industrie in Euroland überhaupt nicht schmecke.
Die Emissionstätigkeit im neuen Jahr komme nur langsam in Gang. Unter den ersten Emittenten des Jahres seien zwei deutsche Autobauer. So habe die VW Leasing GmbH eine 1,25 Mrd. EUR schwere Anleihe (ISIN XS1014610254 / WKN A0JCCZ), die 1/2024 fällig werde und einen Kupon von 2,625% aufweise, gebracht. Gepreist worden sei die Anleihe bei +63,0 bps über Mid Swap, was einem Emissionspreis von 98,92% entsprochen habe.
BMW habe eine 5,5-jährige und eine 10-jährige Benchmark-Anleihe mit einem Volumen von jeweils 750 Mio EUR emittiert. Erstere (ISIN XS1015212811 / WKN A1ZB63) sei mit einem Kupon von 1,625% ausgestattet und laufe bis 7/2019. Die Anleihe sei bei +45,0 bps über Mid Swap gepreist worden. Die neue 10-Jährige (ISIN XS1015217703 / WKN A1ZB64) trage einen Kupon von 2,625% und laufe bis 1/2024. Gepreist worden sei die Anleihe bei + 57,0 bps über Mid Swap.
Valeo, ein börsennotiertes französisches Unternehmen der Automobilzulieferindustrie mit Sitz in Paris, habe eine 10-jährige, 500 Mio. EUR schwere Benchmark-Anleihe (ISIN FR0011689033 / WKN A1ZB6F) emittiert. Der Kupon liege bei 3,25%. Gepreist worden sei der Bond mit +120 bps über Mid Swap.
Viele Marktteilnehmer hätten sich beim Anblick des Kursverlaufs des Euro-Bund-Future seit Jahresbeginn an den morgendlichen Wiegeprozess über die Weihnachtsfeiertage erinnert gefühlt. Die Tendenz sei steigend. Allerdings seien die Gründe für die Gewichtszunahme meist einleuchtend. Beim Rentenbarometer sei das nicht von allen Investoren so erwartet worden und somit sei Ursachenforschung betrieben worden.
Übersetzt heiße das: Tradingrange zwischen 138,68% (Tief vom 02.01.2014) und 140,60% (diverse Hochs und Tiefs vom Oktober/November 2013).
In den vergangenen Monaten sei stets die Rückkehr des Inselstaats Irland an die internationalen Kapitalmärkte in Aussicht gestellt worden. Nun endlich sei es soweit gewesen! In Ermangelung von Alternativen und im Vorfeld der sicherlich bald erfolgenden Höherstufung Irlands durch die Rating-Agentur Moody's wäre sogar die Aufnahme des Vierfachen zur Refinanzierung anstehenden Betrages möglich gewesen. Somit könne das Comeback Irlands (ca. 3,4% für zehn Jahre) als Erfolg gewertet werden.
Aber auch Spanien werde heute den Investoren neben einer Aufstockung einer Altemission mit der Endfälligkeit 2028 (ISIN ES00000124C5 / WKN A1HNMJ) eine neue Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren offerieren. Von einer erfolgreichen Refinanzierung der insgesamt angestrebten 3,5 bis 4,5 Mrd. EUR werde ausgegangen.
Da zu Jahresbeginn oftmals eine Vielzahl von Anleihen endfällig werde, würden viele Emittenten den Investoren neues Material zur Verfügung stellen. So hätten Frankreich und Österreich bereits notierte Altemissionen aufgestockt. Die Deutsche Finanzagentur hingegen werde sich erst in der kommenden Woche mit einer Neubegebung von fünfjährigen Bundesobligationen am Kapitalmarkt zurückmelden.
Wir schreiben nun das Jahr 2014 und sind gespannt, was die Kapitalmärkte in diesem Jahr an Überraschungen parat haben, so die Analysten der Baader Bank. Obwohl die europäische Gemeinschaftswährung zum Jahresausklang noch ein neues 2-Jahres-Hoch bei 1,3894 USD habe erklimmen können, komme der Euro bislang noch nicht so richtig auf Touren. Im Gegenteil, er habe gegenüber dem US-Dollar sogar Federn lassen müssen und sei bis auf 1,3555 USD zurückgefallen. Diesem Trend sollte man allerdings nicht zuviel Gewicht beimessen, denn die Devisenhändler stünden noch in den Startlöchern.
Zuerst gelte es, die Ergebnisse der ersten Notenbanksitzungen zu analysieren. Bereits gestern sei das Sitzungsprotokoll der FED-Sitzung vom Dezember des vergangenen Jahres veröffentlicht worden und heute würden die Europäische Notenbank (EZB) und die Bank of England (BoE) tagen. Dennoch lasse sich bereits heute prognostizieren, dass es bei dieser Zurückhaltung nicht das ganze Jahr über bleiben werde. Ob es aber wieder zu einer Neuauflage eines "Währungskrieges" kommen werde, bleibe abzuwarten. Im Vorfeld der Ratssitzung handle die Einheitswährung knapp unter der Marke von 1,36 USD.
Andere Länder, andere Probleme! So würden die Leiden der Türkischen Lira auch im neuen Jahr weiter gehen. Die politische Unsicherheit im Land mache der Währung nach wie vor zu schaffen. Sei es dem Euro zum Ende des vergangenen Jahres erstmal die Marke von 3,00 TRY zu überwinden und mit 3,0155 TRY ein neues Allzeithoch zu erreichen gelungen, so notiere er aktuell bei 2,98 TRY.
In der Folge seien Währungsanleihen auf Türkische Lira sehr gefragt gewesen. Die Schwäche der Bosporus-Währung hätten viele Anleger als eine gute Kaufgelegenheit angesehen. Darüber hinaus hätten Fremdwährungsanleihen auf Australische Dollar, US-Dollar sowie Brasilianische Real im Fokus der Anleger gestanden.
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