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Analyse: Gefallene Engel flattern anderen Hochzinsanleihen davon
06.02.23 10:15
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Eine Analyse von J.P. Morgan AM ergab, dass Fallen Angels, erst kürzlich in ihrer Bonität herabgesetzte Anleihen, im Schnitt mehr Rendite als andere Hochzinspapiere bringen, so die Experten von "FONDS professionell".
In einem Kommentar erläutere Iain Stealey, Anlagechef für Anleihen, die Gründe.
Der Gegenwind durch eine weiterhin hohe Inflation sowie Rezessionsrisiken würden vielen Unternehmen zusetzen. In der Vergangenheit habe solch ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld laut Iain Stealey, International Chief Investment Officer in der Fixed Income, Commodity and Commodities Gruppe bei J.P. Morgan Asset Management, zu stark vermehrten Herabstufungen der Bonität von Anleihen geführt.
"Zwar weisen US-Unternehmen weiterhin robuste Fundamentaldaten auf. Auch erzielen die Hochzinsmärkte nach dem pandemiebedingten Einbruch wieder positive Renditen. Der makroökonomische Gegenwind lässt jedoch den Beginn eines neuen Herabstufungszyklus erwarten", erkläre Stealey in einem Marktkommentar. Dabei biete gerade der Bereich der Fallen Angels, Unternehmen, die vom Investment-Grade-Niveau hoher Bonität auf High Yield herabgestuft würden, ein attraktives Renditepotenzial. Das zeige eine Analyse von J.P. Morgan Asset Management.
Die Untersuchung von 2.000 Fallen Angels von 500 Emittenten im Zeitraum von Januar 2000 bis September 2022 habe ergeben, dass Fallen-Angels-Unternehmensanleihen im Zweijahreszeitraum nach einer Herabstufung im Durchschnitt rund sechs Prozent Mehrrendite im Vergleich zu anderen High-Yield-Unternehmensanleihen erzielen könnten. Mit einer gezielten Auswahl ließe sich die Rendite noch weiter steigern.
Ein wesentlicher Grund für die Anlagechancen speziell bei Fallen-Angels-Anleihen bestehe darin, dass es anlässlich der Herabstufung zu gesteigerten Verkäufen komme. Indexnachbildende Fonds oder auch viele institutionelle Investoren wie zum Beispiel Versicherungsgesellschaften hätten strenge Anlagerichtlinien für ihre High-Yield-Allokation, vielen sei es gänzlich verboten, High-Yield-Wertpapiere zu halten.
Verliere eine Anleihe ihr Investment-Grade-Rating, seien diese Anleger also in der Regel gezwungen, die High-Yield-Position innerhalb eines engen Zeitfensters nach der Herabstufung aufzulösen. Dies wiederum führe zu einem erheblichen technischen Druck auf den Anleihepreis. "Aufgrund des technischen Drucks fallen die Preise um den Downgrade-Monat herum oft unter ihren Fundamentalwert, steigen dann aber in den folgenden Monaten schnell wieder an", erläutere Stealey.
Nach Analyse der Experten von J.P. Morgan Asset Management würden Fallen Angels beginnen, bereits zwölf Monate vor ihrer Herabstufung im Vergleich zu ihren Mitbewerbern mit Investment-Grade-Rating deutlich schlechter abzuschneiden, im Durchschnitt um bis zu elf Prozent. "Die schlechteste Performance tritt jedoch während des Herabstufungsmonats aufgrund des Verkaufsdrucks auf, was einen attraktiven Einstiegspunkt für High-Yield-Investoren darstellen könnte", führe der Anlagechef aus. (06.02.2023/alc/a/a)
In einem Kommentar erläutere Iain Stealey, Anlagechef für Anleihen, die Gründe.
Der Gegenwind durch eine weiterhin hohe Inflation sowie Rezessionsrisiken würden vielen Unternehmen zusetzen. In der Vergangenheit habe solch ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld laut Iain Stealey, International Chief Investment Officer in der Fixed Income, Commodity and Commodities Gruppe bei J.P. Morgan Asset Management, zu stark vermehrten Herabstufungen der Bonität von Anleihen geführt.
Die Untersuchung von 2.000 Fallen Angels von 500 Emittenten im Zeitraum von Januar 2000 bis September 2022 habe ergeben, dass Fallen-Angels-Unternehmensanleihen im Zweijahreszeitraum nach einer Herabstufung im Durchschnitt rund sechs Prozent Mehrrendite im Vergleich zu anderen High-Yield-Unternehmensanleihen erzielen könnten. Mit einer gezielten Auswahl ließe sich die Rendite noch weiter steigern.
Ein wesentlicher Grund für die Anlagechancen speziell bei Fallen-Angels-Anleihen bestehe darin, dass es anlässlich der Herabstufung zu gesteigerten Verkäufen komme. Indexnachbildende Fonds oder auch viele institutionelle Investoren wie zum Beispiel Versicherungsgesellschaften hätten strenge Anlagerichtlinien für ihre High-Yield-Allokation, vielen sei es gänzlich verboten, High-Yield-Wertpapiere zu halten.
Verliere eine Anleihe ihr Investment-Grade-Rating, seien diese Anleger also in der Regel gezwungen, die High-Yield-Position innerhalb eines engen Zeitfensters nach der Herabstufung aufzulösen. Dies wiederum führe zu einem erheblichen technischen Druck auf den Anleihepreis. "Aufgrund des technischen Drucks fallen die Preise um den Downgrade-Monat herum oft unter ihren Fundamentalwert, steigen dann aber in den folgenden Monaten schnell wieder an", erläutere Stealey.
Nach Analyse der Experten von J.P. Morgan Asset Management würden Fallen Angels beginnen, bereits zwölf Monate vor ihrer Herabstufung im Vergleich zu ihren Mitbewerbern mit Investment-Grade-Rating deutlich schlechter abzuschneiden, im Durchschnitt um bis zu elf Prozent. "Die schlechteste Performance tritt jedoch während des Herabstufungsmonats aufgrund des Verkaufsdrucks auf, was einen attraktiven Einstiegspunkt für High-Yield-Investoren darstellen könnte", führe der Anlagechef aus. (06.02.2023/alc/a/a)


