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Amerikas Schulden sind 2018 ein großer Gefahrenherd


28.11.17 10:45
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - Die USA stehen mittlerweile mit schwer vorstellbaren 20.000 Milliarden US-Dollar in der Kreide - Tendenz steigend, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management.

Im Jahr 2010 seien es noch 14.000 Milliarden gewesen. Das allein sei zwar noch kein Problem für die Finanzmärkte - doch im nächsten Jahr stelle sich dringend die Frage, an wen die neu zu emittierenden Staatsanleihen verkauft werden sollten.

Denn seit 2010 seien die neuen Schulden größtenteils direkt vom Finanzministerium an die US-Notenbank "durchgeleitet" worden. Damit sei jetzt aber Schluss. Die Notenbank habe mit der Reduktion ihrer Bilanz begonnen und stoße die zusammengekauften Papiere am Markt wieder ab. Ein massiver Liquiditätsabzug aus dem Schuldensystem sei die Folge. Doch wer kompensiere die wegfallenden Zentralbankkäufe? Und zu welchem Preis? Private und institutionelle Anleger würden einspringen müssen. Doch seien sie bereit, die Papiere zu den momentan niedrigen Zinsen in ihre Depots zu legen?

Nach Meinung der Experten von Fisch Asset Management wird die Gefahr aus dieser Verschiebung der Angebots- und Nachfragedynamik an den Finanzmärkten klar unterschätzt und ist quasi vergleichbar mit einem harten Drogenentzug. Die hohe Bewertung beziehungsweise die heute tiefe Verzinsung der Staatsanleihen sei künstlich herbeigeführt worden und werde sich normalisieren müssen. Gleichzeitig rechne die große Mehrheit der Investoren noch mit jahrelang anhaltend tiefen Zinsen und deshalb mit stabilen Kursen bei Staatsanleihen.

Bei den ersten größeren Kursverlusten dürfte es daher schnell zu Panikverkäufen kommen und der allgemeinen Sorglosigkeit ein Ende bereiten. Die Experten von Fisch Asset Management erwarten für 2018 steigende Zinsen und fallende Kurse bei US-Staatsanleihen. Investoren sollten dieses Szenario keinesfalls verdrängen und bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen, dass Amerikas Schulden einen großen Gefahrenherd darstellen würden. (28.11.2017/alc/a/a)