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Aktuelle Marktturbulenzen: Alle schauen auf die FED
06.08.24 10:43
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Yves Ceelen, Head of Institutional Portfolio Management Mandates & Global Balanced bei Degroof Petercam Asset Management, beurteilt die aktuellen Finanzmarktturbulenzen.
Es sei nicht ungewöhnlich, dass die Finanzmärkte im Sommer korrigieren würden. Die letzte Episode dieser Art sei zweifellos die durch die Abwertung des Renminbi am 11. August 2015 ausgelöste Börsenkorrektur gewesen. Dieses Ereignis sei für den Markt ziemlich überraschend gekommen.
Diesmal sei der Ursprung ebenfalls in Asien und auf den Währungsmärkten zu suchen. Am 31. Juli habe die Japanische Zentralbank (BoJ) die Märkte mit einer Anhebung ihres Leitzinses um einen Viertelprozentpunkt überrascht. Die Märkte, die nur mit einer Erhöhung um 0,10% Punkten gerechnet hätten, seien überrumpelt worden. Während seiner Pressekonferenz habe sich BoJ-Gouverneur Ueda zudem hawkischer als sonst geäußert. Darüber hinaus hätten schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA die Anleger dazu veranlasst, ihre Erwartungen für die US-Kurzfristzinsen und den US-Dollar zu senken.
In der Folge habe der Yen heftig aufgewertet und eine spekulative Bewegung umgekehrt, die sich seit zwei Jahren aufgebaut habe und als Yen-Carry-Trade bezeichnet werde. Um seine Bedeutung zu verstehen, müsse man sich vor Augen halten, dass der Yen bis vor kurzem eine wichtige Finanzierungsquelle gewesen sei, da seine Zinssätze nahe bei Null gelegen hätten. Es sei schwierig, sich ein genaues Bild über das eingesetzte Volumen zu machen, aber einige Analysten würden schätzen, dass sich die aufgenommenen Beträge auf fast 4.000 Milliarden USD belaufen würden.
Wenn Hebelwirkung und weniger liquide Märkte (Sommerzeit) im Spiel seien, führe eine Trendwende (schwacher Yen zu starkem Yen) unweigerlich zu Nachschussforderungen. Diejenigen, die gezwungen seien, ihre Risikopositionen zu verkaufen, würden ihre Positionen abstoßen, was die Geschwindigkeit der Aktienmarktkorrektur seit letztem Mittwoch erkläre. Auch andere Märkte seien betroffen, wie Rohstoffe, risikoreichere Anleihen und einige Währungen wie der Mexikanische Peso.
Alle Augen würden sich nun auf die Zentralbanken richten, sei es die BoJ oder die FED. Werde die FED mit einer Zinssenkung bis zur nächsten geplanten Sitzung im September warten oder werde sie - wie der Markt erwarte - eine frühere Sitzung einberufen, um die Märkte zu beruhigen. Ein rasches Handeln - sprich in den nächsten Tagen - hätte den Vorteil, dass ein erheblicher Börsenschock mit Auswirkungen auf den amerikanischen Konsum vermieden würde. Als "Kreditgeber der letzten Instanz" des globalen Währungssystems trage die FED diese Art von Verantwortung. Ein koordiniertes Vorgehen der Staats- und Regierungschefs der G7 oder G20 sei ebenfalls möglich. So sei es vor fast zehn Jahren geschehen, als der Renminbi in Schwierigkeiten gewesen sei. (06.08.2024/alc/a/a)
Es sei nicht ungewöhnlich, dass die Finanzmärkte im Sommer korrigieren würden. Die letzte Episode dieser Art sei zweifellos die durch die Abwertung des Renminbi am 11. August 2015 ausgelöste Börsenkorrektur gewesen. Dieses Ereignis sei für den Markt ziemlich überraschend gekommen.
In der Folge habe der Yen heftig aufgewertet und eine spekulative Bewegung umgekehrt, die sich seit zwei Jahren aufgebaut habe und als Yen-Carry-Trade bezeichnet werde. Um seine Bedeutung zu verstehen, müsse man sich vor Augen halten, dass der Yen bis vor kurzem eine wichtige Finanzierungsquelle gewesen sei, da seine Zinssätze nahe bei Null gelegen hätten. Es sei schwierig, sich ein genaues Bild über das eingesetzte Volumen zu machen, aber einige Analysten würden schätzen, dass sich die aufgenommenen Beträge auf fast 4.000 Milliarden USD belaufen würden.
Wenn Hebelwirkung und weniger liquide Märkte (Sommerzeit) im Spiel seien, führe eine Trendwende (schwacher Yen zu starkem Yen) unweigerlich zu Nachschussforderungen. Diejenigen, die gezwungen seien, ihre Risikopositionen zu verkaufen, würden ihre Positionen abstoßen, was die Geschwindigkeit der Aktienmarktkorrektur seit letztem Mittwoch erkläre. Auch andere Märkte seien betroffen, wie Rohstoffe, risikoreichere Anleihen und einige Währungen wie der Mexikanische Peso.
Alle Augen würden sich nun auf die Zentralbanken richten, sei es die BoJ oder die FED. Werde die FED mit einer Zinssenkung bis zur nächsten geplanten Sitzung im September warten oder werde sie - wie der Markt erwarte - eine frühere Sitzung einberufen, um die Märkte zu beruhigen. Ein rasches Handeln - sprich in den nächsten Tagen - hätte den Vorteil, dass ein erheblicher Börsenschock mit Auswirkungen auf den amerikanischen Konsum vermieden würde. Als "Kreditgeber der letzten Instanz" des globalen Währungssystems trage die FED diese Art von Verantwortung. Ein koordiniertes Vorgehen der Staats- und Regierungschefs der G7 oder G20 sei ebenfalls möglich. So sei es vor fast zehn Jahren geschehen, als der Renminbi in Schwierigkeiten gewesen sei. (06.08.2024/alc/a/a)


