Aktienanleihen auf Deutsche Lufthansa: Rendite im Gleitflug


28.11.13 16:11
ZertifikateJournal

Schwarzach am Main (www.anleihencheck.de) - Die Experten vom "ZertifikateJournal" stellen in ihrer aktuellen Ausgabe eine PROTECT Aktienanleihe und eine Aktienanleihe (ISIN DE000LB0VL59 / WKN LB0VL5) auf die Deutsche Lufthansa-Aktie vor.

Die Deutsche Lufthansa habe sich ein hartes Sparprogramm auferlegt. Es solle den Gewinn der Airline in die Höhe treiben. Zumindest operativ habe das bereits geklappt. Vor Restrukturierungskosten aus dem Zukunftsprogramm Score sowie Projektkosten für Produktverbesserungen habe die Kranich-Linie im dritten Quartal mit 634 Mio. Euro rund 29 Prozent mehr als vor einem Jahr verdient.

Wegen Einmalbelastungen aus dem kostspieligen Sparprogramm - etwa in Form von Abfindungen für Mitarbeiter - habe die Deutsche Lufthansa aber einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Netto seien der Fluggesellschaft 451 Mio. Euro geblieben, das seien 30 Prozent weniger als im Vorjahr.

Zu schaffen würden der Gesellschaft aber auch negative Wechselkurseffekte machen. Vor allem für japanische Kunden würden Lufthansa-Tickets immer teurer. Die Durchschnittserlöse auf dem asiatischen Markt seien um fast zehn Prozent gefallen. Dennoch habe die Deutsche Lufthansa die Umsätze mit 8,3 Mrd. Euro nahezu stabil halten können. Auf das laufende Jahr gesehen erwarte das Management nun ein operatives Ergebnis von 600 bis 700 Mio. Euro.

Darin enthalten seien bereits die Sonderposten für den Konzernumbau in Höhe von 300 Mio. Euro. Das sei zwar mehr als im vergangenen Jahr, aber deutlich weniger als Analysten erwartet hätten. Diese hätten im Schnitt mit fast 900 Mio. Euro gerechnet. Dennoch: Die Airline komme voran. Klar, so ein gewaltiger Umbau koste erst mal viel Geld. Aber es lohne sich. So verdiene die Deutsche Lufthansa im hart umkämpften Passagiergeschäft erstmals seit fünf Jahren wieder Geld.

Im Frachtgeschäft laufe es hingegen nicht so rund. Cargo sei im dritten Quartal mit 18 Mio. Euro in die roten Zahlen gerutscht, im Vorjahr habe der Konzern hier noch ein Plus von 19 Mio. Euro verbucht. Angesichts dessen sei die für 2013 angepeilte Gewinnsteigerung der Sparte nicht mehr erreichbar. Erste Anzeichen einer Erholung mache das Management aber dennoch aus. So solle die Frachtkapazität ausgeweitet werden.

So richtig begeistert seien die Anleger von den Zahlen, die Ende Oktober veröffentlicht worden seien, nicht gewesen. Die Deutsche Lufthansa-Aktie habe zunächst verloren. Allerdings habe der Wert in den vergangenen Tagen wieder Kurs nach oben genommen. Auf Sicht von vier Wochen notiere der Titel mehr als zehn Prozent im Plus - trotz der Tatsache, dass eine Regierungsbeteiligung der Grünen im Land Hessen negative Auswirkungen auf den wichtigsten Standort, den Flughafen in Frankfurt, haben könnte.

Aktuell werde die Aktie für Kurse um 15,88 Euro herumgereicht. Jetzt gelte es, die 17,00-Euro-Marke zu toppen. Denn mit dem Überschreiten des Juni-Hochs würde der Wert aus seinem Abwärtstrend ausbrechen - und damit ein starkes Kaufsignal liefern.

Die LBBW habe zwei neue Anleihen auf die Deutsche Lufthansa-Aktie in der Zeichnung, die klassische und die PROTECT-Aktienanleihe. Letztere werfe einen Zins von 4,15 Prozent p.a. ab und werde mit einer Barriere bei 60 Prozent des Referenzwerts (indikativ) ausgestattet.

Die Schwelle entscheide darüber, ob die Anleihe im Juni 2016 zum Nominal oder in Aktien getilgt werde. Um den Nennbetrag zu erhalten, müsse die Aktie während der gesamten Laufzeit (!) über der Barriere liegen. Ansonsten bekomme man Deutsche Lufthansa-Papiere ins Depot gebucht. Auf die jährliche Zinszahlung habe ein möglicher Schwellenbruch aber keinerlei Auswirkungen.

Die klassische Anleihe werfe weniger ab, nämlich 3,25 Prozent p.a. Dafür sei der Anleger auch keinem permanenten Schwellenrisiko ausgeliefert. Die Tilgung zum Nennbetrag erfolge, wenn die Aktie am finalen Bewertungstag im Juni 2017 über dem Basispreis liege. Was vorher passiere, sei völlig irrelevant.

Der Basispreis werde - ebenfalls indikativ - bei 75 Prozent des Anfangsreferenzpreises eingezogen. Wäre heute Stichtag, läge das für die Rückzahlung am Laufzeitende zum Nennwert relevante Niveau also bei rund 11,91 Euro - und damit in etwa auf dem Jahresanfangsstand. Schließe die Aktie tiefer, werde auch diese Anleihe in Aktien getilgt. (Ausgabe 47/2013) (28.11.2013/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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