Aktienanleihe Protect auf SAP: Die Zukunft liegt in der Cloud - Anleiheanalyse


02.09.19 09:15
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von SAP eine Aktienanleihe Protect mit dem Basiswert SAP vor.

Europa solle seine eigene Cloud bekommen. SAP verfüge über umfangreiche Erfahrungen und Lösungen in seinem dynamisch wachsenden Cloud-Geschäft und wäre damit ein wertvoller Partner für das europäische Projekt.

Cloud-Computing ist einer der Megatrends unserer Zeit, so das DZ BANK-Derivate-Team. Dies habe auch die Politik erkannt und sich entschlossen, die Cloud nicht länger allein den US-Größen Amazon, Microsoft und Alphabet zu überlassen. Gaia-X, eine europäische Cloud, solle nach den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier den europäischen Unternehmen und Behörden schon bald als weitere Option zur Verfügung stehen und die Abhängigkeit von den USA verringern. Die Gespräche mit potenziellen Partnern der europäischen Cloud seien bereits weit fortgeschritten und sollten in Kürze abgeschlossen werden.

Ein wichtiger Partner bei diesem Projekt könnte aus Sicht der Analysten das DAX-Schwergewicht SAP sein, denn Gaia-X solle neben dem Speichern von Daten auch deren Austausch und eine eingehende Analyse ermöglichen. SAP sei nach eigenen Angaben Marktführer für Unternehmenssoftware und zugleich der führende Anbieter von Analysewerkzeugen und Lösungen für Business Intelligence. Mit dem Begleiten von Unternehmen in die Cloud habe man in Walldorf Erfahrung: Bereits 171 Mio. Cloud-Anwender in 180 Ländern würden SAP-Lösungen einsetzen. Nach Unternehmensangaben seien SAP-ERP-Systeme (ERP = Enterprise Resource Planning) an 77% aller Transaktionsumsätze weltweit beteiligt.

Nach einer längeren Übergangszeit vom klassischen Lizenzgeschäft hin zu cloudbasierten Anwendungen werde SAP nach Einschätzung der Analysten immer stärker vom Wachstum seines Cloud-Geschäfts profitieren. Die Zahlen, die SAP Mitte Juli für das zweite Quartal 2019 vorgelegt habe, hätten zwar die Markterwartungen verfehlt. Dies sei neben negativen Einflüssen der letzten Akquisition auf die Marge auch auf negative Effekte des Handelsstreits auf die Entwicklung der Softwareerlöse in Asien zurückzuführen gewesen. Allerdings würden die Analysten die Ergebnisse nicht als so schlecht bewerten, wie es die folgende starke Korrektur des Aktienkurses suggeriere.

Die Analysten würden beim Cloud-Geschäft von SAP ein dynamisches Wachstum (Cloud-Erlöse +40% im zweiten Quartal ggü. Vorjahr) und steigende Margen sehen. Im profitablen Lizenzsoftwaregeschäft würden verschobene Projekte noch 2019 realisiert und der Vorstand habe den guten Ausblick bestätigt. Als positives Signal für den intakten Wachstumstrend im Cloud-Geschäft würden die Analysten auch werten, dass Wettbewerber Salesforce vergangene Woche die Prognosen für das laufende Quartal sowie das Gesamtjahr angehoben habe. Zudem könnte SAP nach Einschätzung der Analysten mittelfristig Aktienrückkäufe vornehmen. Mögliche Risiken für die Geschäftsentwicklung würden sie in einer Verschärfung des Wettbewerbsumfelds sowie restriktiveren IT-Investitionen infolge zunehmender Unsicherheit durch eine Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China sehen.

Als alternative Anlagemöglichkeit zu einer Direktanlage stünden Anlegern verschiedene Aktienanleihen mit der Aktie der SAP SE als Basiswert zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe Protect mit Fälligkeit am 21.12.2020 (Rückzahlungstermin), einer Barriere von 85,00 Euro, einem Basispreis von 111,111 Euro und einer Zinszahlung von 5,00% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 21.12.2020, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der SAP SE. Anleger würden während der Laufzeit der Aktienanleihe keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) erhalten und hätten keine weiteren Ansprüche (z.B. Stimmrechte) aus dem Basiswert.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der SAP SE. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Jeder Kurs der Aktie der SAP SE liege während der Beobachtungstage vom 06.08.2019 bis zum 14.12.2020 (Beobachtungspreis) immer über der Barriere von 85,00 Euro oder der Schlusskurs der Aktie der SAP SE liege an der maßgeblichen Börse (Xetra Frankfurt) am 14.12.2020 (Referenzpreis) auf oder über dem Basispreis von 111,111 Euro. In diesem Fall werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

2. Mindestens ein Beobachtungspreis liege auf oder unter der Barriere von 85,00 Euro und der Referenzpreis liege unter dem Basispreis von 111,111 Euro. In diesem Fall erfolge die Lieferung einer durch das Bezugsverhältnis (9,00) bestimmten Anzahl von Aktien der SAP SE. Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Wert der gelieferten Aktien des Basiswerts am Rückzahlungstermin zzgl. der Zinszahlung unter dem Kaufpreis der Aktienanleihe liege.

Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) anteilig entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 0,00 Euro belaufen. (Ausgabe vom 30.08.2019) (02.09.2019/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.