Aktienanleihe Protect auf Deutsche Post: E-Commerce bleibt Wachstumsmotor - Anleiheanalyse


08.05.17 14:30
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie der Deutschen Post eine Aktienanleihe Protect mit dem Basiswert Deutsche Post vor.

Ein Rekordergebnis für 2016 und ein Rekordhoch für die Aktie - bei der Deutschen Post hätten die Analysten zuletzt einen positiven Newsflow gesehen. Auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche habe Vorstandschef Frank Appel zudem eine neue Kooperation bekannt gegeben. Zusätzlich zum weiter wachsenden Online-Handel würden sich dem Konzern künftig noch in einem anderen Bereich Wachstumschancen bieten.

Die Deutsche Post DHL Group (Deutsche Post), nach eigenen Angaben der weltweit führende Post- und Logistikkonzern, habe im Geschäftsjahr 2016 einen Konzernumsatz von 57,3 Mrd. Euro erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einem Rückgang um 3,2% (2015: 59,2 Mrd. Euro). Ursächlich dafür sei neben negativen Währungseffekten und niedrigeren Treibstoffzuschlägen auch der geänderte Ausweis von Umsätzen in einem großen Kundenvertrag in der Division Supply Chain gewesen. Bereinigt um diese Effekte habe der Konzernumsatz um 2,8% über dem Vorjahreszeitraum gelegen. Ein dynamisches Wachstum habe der Konzern besonders im deutschen Paketgeschäft verzeichnet. Hierzulande habe die Deutsche Post 2016 über 1,2 Mrd. Pakete befördert - 9,3% mehr als im Vorjahr und ein neuer Rekord. Auch im internationalen Expressgeschäft seien die Erlöse gestiegen.

Eine starke Entwicklung des operativen Geschäfts in allen vier Unternehmensbereichen (Post - eCommerce - Parcel (PeP), Express, Global Forwarding & Freight, Supply Chain) und der Wegfall einmaliger Belastungen hätten das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) auf Konzernebene gegenüber dem Vorjahr um 44,8% auf 3,5 Mrd. Euro ansteigen lassen (2015: 2,4 Mrd. Euro).

Für das laufende Geschäftsjahr erwarte der Vorstand aufgrund fortgesetzter operativer Verbesserungen in den einzelnen Unternehmensbereichen einen Anstieg des Konzern-EBIT auf rund 3,75 Mrd. Euro, zu dem der Bereich PeP rund 1,5 Mrd. Euro beisteuern solle (2016: 1,4 Mrd. Euro). Von den DHL-Divisionen (Express, Global Forwarding & Freight, Supply Chain) werrde ein Beitrag zum Konzern-EBIT von rund 2,6 Mrd. Euro erwartet (2016: 2,4 Mrd. Euro). Den Zwischenbericht für das erste Quartal veröffentliche der Konzern am 11. Mai 2017.

Nach Einschätzung der Analysten profitiere die Deutsche Post von ihrer guten Aufstellung rund um den Globus sowie im wachstumsstarken Bereich des E-Commerce. Mit seinen Paket- und eCommerce-Aktivitäten sei der Konzern dank verstärkter Investitionen inzwischen in 21 europäischen Ländern vertreten und habe seine Position auch in den USA, Mexiko, Indien und Thailand ausgebaut. Auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche habe der Vorstand bekannt gegeben, dass die Deutsche Post für Amazon (Amazon Fresh) künftig auch frische Lebensmittel ausliefern solle.

Für die Auslieferung der Pakete werde die Deutsche Post künftig immer stärker auf das eigene Elektrofahrzeug StreetScooter setzen, von dem bereits mehr als 2.500 im Einsatz seien. Nach dem Willen des Vorstands solle sich diese Zahl bis Ende des Jahres mindestens verdoppeln.

Zunächst nur für den Eigenbedarf entwickelt, werde das Lieferfahrzeug inzwischen auch an Dritte ab einem Einstiegspreis von 32.000 Euro verkauft. Um die Produktionskapazität zu erhöhen, habe der Vorstand den Bau eines zweiten Werks angekündigt. Beide Werke würden zusammen bis zu 20.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren. Im laufenden Jahr sollten voraussichtlich 5.000 Fahrzeuge an Dritte verkauft werden. Das Fahrzeug mit einer Reichweite von rund 80 km sei für den Einsatz in Ballungsräumen konzipiert. Im Hinblick auf diskutierte Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in deutschen Großstädten sei der StreetScooter nach Erachten der Analysten für Händler, Handwerker, aber auch Kommunen interessant. Bei entsprechender Nachfrage halte der Vorstand auf Dauer sogar einen Verkauf von 100.000 Fahrzeugen pro Jahr für denkbar, die dann in zehn weltweit angesiedelten Werken produziert werden könnten.

Einen Großauftrag für ihren Elektrolieferwagen habe die Deutsche Post Ende vergangener Woche bekannt gegeben. So wolle der Fischgroßhändler Deutsche See 80 mit speziellen Kühlkoffern ausgestattete Fahrzeuge kaufen.

Risiken, die die Geschäftsentwicklung beeinträchtigen können, sehen die Analysten der DZ BANK neben negativen Währungseffekten in einem verstärkten Wettbewerbsdruck im Paketgeschäft sowie im Frachtgeschäft, der sich nachteilig auf die Gewinnmargen auswirken könnte. Ebenso können sich verstärkte Abschottungen von Volkswirtschaften nachteilig auf die Globalisierung, das Wachstum der Weltwirtschaft und damit auch auf die Logistik auswirken. Darüber hinaus sähen die Analysten das Risiko negativer Effekte durch den strukturell bedingten Volumenrückgang im Bereich Brief.

Die Aktie der Deutsche Post AG sehen die Analysten der DZ BANK in einem langfristigen Aufwärtstrend, dessen Ausgangspunkt das Tief bei 6,60 Euro vom März 2009 bildet. Im Zuge dieses Trends habe die Kursnotierung im September 2011 ein zyklisches Tief bei 8,90 Euro markiert, dem eine beschleunigte Aufwärtsbewegung bis auf ein Rekordhoch bei 31,19 Euro gefolgt sei, das im April 2015 erreicht worden sei. Während der folgenden Korrektur sei die Aktie auf 19,55 Euro zurückgefallen, ehe ein Hammer im Monatschart einen weiteren Aufwärtsimpuls eingeleitet habe. In dessen Verlauf sei die Aktie im Dezember 2016 über das bisherige Allzeithoch bei 31,19 Euro ausgebrochen. Nach einer Konsolidierung im Januar und Februar 2017 sei die Notierung Anfang März auf 32,95 Euro geklettert. Anschließend habe die Aktie erneut konsolidiert, wobei sich bei 30,58/30,52 Euro eine Unterstützung gebildet habe.

Ausgehend von dieser Unterstützung habe man vergangene Woche einen erneuten Aufwärtsimpuls gesehen, der die Aktie auf ein neues Rekordhoch bei 33,06 Euro geführt habe. Auf mittelfristige Sicht lasse sich nach Erachten der Analysten ein Kursziel aus der 161,8%-Fibonacci-Extension der jüngsten Konsolidierung ableiten, die bei 34,45 Euro verlaufe. Unterstützungen für kurzfristige Rücksetzer der Kursnotierung fänden sich bei 32,28/32,02 Euro sowie 31,61/31,50 Euro. Unser mittelfristig positives Szenario wäre hinfällig, wenn die Aktie unter die Unterstützung bei 30,58/30,52 Euro bzw. die aktuell bei 29,75 Euro verlaufende 200-Tage-Linie zurückfällt, so die Analysten der DZ BANK.

Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert Deutsche Post zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe Protect mit Fälligkeit am 22.12.2017 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 32,258 Euro, einer Barriere bei 26,50 Euro und einer Zinszahlung von 6,00% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 22.12.2017, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Deutsche Post AG. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.

Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie der Deutsche Post AG an allen Beobachtungstagen (26.04.2017 bis 15.12.2017) über der Barriere von 26,50 Euro oder ihr Schlusskurs (Xetra) am 15.12.2017 notiere auf oder über dem Basispreis von 32,258 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

Notiere die Aktie der Deutsche Post AG an den Beobachtungstagen mindestens einmal auf oder unter der Barriere von 26,50 Euro und ihr Schlusskurs (Xetra) notiere am 15.12.2017 unter dem Basispreis von 32,258 Euro, erhalte der Anleger Aktien in der durch das Bezugsverhältnis bestimmten Zahl. Das Bezugsverhältnis betrage 31,00. Dementsprechend erhalte der Anleger 31 Aktien der Deutsche Post AG. Der Gegenwert der Aktien werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag liegen.

Die Aktienanleihe Protect auf die Aktie der Deutschen Post richte sich somit an Anleger, die davon ausgehen würden, dass jeder Kurs der Aktie Deutsche Post AG vom 26.04.2017 bis 15.12.2017 über 26,50 Euro oder der Schlusskurs am 15.12.2017 auf oder über 32,258 Euro notieren werde. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 1,15 Euro belaufen. (Ausgabe vom 05.05.2017) (08.05.2017/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.