Aktienanleihe Protect auf Allianz: Renewal Agenda trägt Früchte - Anleiheanalyse


17.11.16 08:45
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Allianz-Aktie eine Aktienanleihe Protect mit dem Basiswert Allianz vor.

Die Allianz habe mit ihren Zahlen zur Geschäftsentwicklung im dritten Quartal positiv überrascht. Vor allem in der Lebens- und Krankenversicherung sei es für Europas größten Versicherer und Asset Manager richtig gut gelaufen.

In einem von niedrigen Zinsen und starkem Wettbewerb geprägten Umfeld habe die Allianz-Gruppe ihren Umsatz von Juli bis September 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,5% auf 27,7 Mrd. Euro (Q3 2015: 27,5 Mrd. Euro) gesteigert. Das operative Ergebnis habe sich im gleichen Zeitraum um 18,2% auf 2,9 Mrd. Euro erhöht (Q3/2015: 2,5 Mrd. Euro). Der auf die Anteilseigner entfallende Quartalsüberschuss habe aufgrund geringerer Abschreibungen und höherer realisierter Gewinne um 36,5% auf 1,9 Mrd. Euro zugelegt (Q3/2015: 1,4 Mrd. Euro).

Die Solvency-II-Kapitalquote (weiterentwickelte Anforderungen an Eigenmittelausstattung und Risikomanagement der Versicherer, um das Risiko einer Insolvenz zu verringern) sei wie schon in den beiden Vorquartalen bei 186% geblieben. Der Vorstand sehe darin einen Beleg für die Widerstandskraft der Gruppe im aktuellen Niedrigzinsumfeld.

Im Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung habe die Allianz im dritten Quartal 2016 von positiven Entwicklungen in der Türkei, bei Allianz Worldwide Partners und Australien profitiert. Geringe Schäden aus Naturkatastrophen und geringere Großschäden hätten dazu beigetragen, dass sich die Schaden-Kosten-Quote auf 93,5% verbessert habe (Q3/2015: 94,1%). In der Lebens- und Krankenversicherung habe eine höhere Marge aus Kapitalanlagen in den USA und Frankreich das operative Ergebnis um 53,0% in die Höhe schnellen lassen. Im Asset Management habe die Vermögensverwaltungsgesellschaft PIMCO mit 4,7 Mrd. Euro die ersten positiven Nettomittelflüsse Dritter seit dem zweiten Quartal 2013 verzeichnet.

Finanzvorstand Dieter Wemmer zufolge würden die Verbesserungen durch die Renewal Agenda Früchte tragen. Der Vorstand sehe ein nachhaltiges profitables Wachstum in vielen Geschäftsbereichen und habe das Ziel bestätigt, im Gesamtjahr 2016 ein operatives Ergebnis in Höhe von 10,5 Mrd. Euro plus/minus 500 Mio. Euro zu erreichen.

Risiken für die Geschäftsentwicklung sehen die Analysten der DZ BANK in dem nach wie vor herausfordernden Umfeld, das von einem starken Wettbewerb unter den Versicherern und dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld geprägt ist. Beides könne sich negativ auf die Gewinnmargen auswirken. Zudem müsse sich nach Erachten der Analysten erst noch zeigen, ob die Mittelabflüsse bei PIMCO dauerhaft gestoppt seien. Darüber hinaus bestehe für Versicherer stets das Risiko des Eintritts von Naturkatastrophen und Großschäden.

Chancen würden nach Einschätzung der Analysten die weitere Umsetzung der Renewal Agenda bieten, mit der die Marktposition gestärkt sowie das Ergebniswachstum und die Rentabilität erhöht werden sollten. Dabei würden der Fokus auf die Digitalisierung und Entwicklung neuer, kundenspezifischer Produkte helfen. Die Verlagerung des Produktangebots hin zu kapitaleffizienteren Produkten habe der Lebens- und Krankenversicherung bereits im dritten Quartal trotz eines Rückgangs der marktüblichen Zinsen zu einer Neugeschäftsmarge von 2,8% verholfen (Q3/2015: 3,0%). Zudem könnten sich mögliche Aktienrückkäufe nach Erachten der Analysten stützend auf den Aktienkurs auswirken.

Das Chartbild der Allianz-Aktie habe sich nach Einschätzung der Analysten zuletzt aufgehellt. Im April 2015 habe die Allianz-Aktie ein Hoch bei 170,15 Euro markiert. Es sei eine Korrektur auf 131,05 Euro gefolgt. Anschließend habe die Notierung wieder Kurs auf das April-Hoch genommen, habe dieses aber nicht überwinden können. Bei 170,00 Euro sei die Kursnotierung Anfang Dezember 2015 nach unten gedreht. Danach sähen die Analysten die Allianz-Aktie in einem Abwärtstrend, der sie bis zum Unterstützungsbereich um 120,00 Euro geführt habe. Hier sei Ende Juni/Anfang Juli 2016 eine Bodenbildung erfolgt, die eine Erholung eingeleitet habe.

Im Verlauf der Erholung sei der Allianz-Aktie Mitte Oktober 2016 der Anstieg über den Widerstandsbereich um 137,00 Euro und die 200-Tage-Linie gelungen. Daraufhin habe die Allianz-Aktie auf 143,70 Euro zugelegt. Anschließend sei es zu einer Pullback-Bewegung auf die 200-Tage-Linie gekommen, wobei sich diese zweimal als Unterstützung bewährt habe. Mitte letzter Woche sei der Allianz-Aktie dann der Ausbruch über die vom Dezember-Hoch ausgehende Abwärtstrendlinie gelungen.

Auch wenn die Analysten der DZ BANK nach dem starken Anstieg der letzten Tage kurzfristig einen Rücksetzer für möglich halten, kann sich die Aufwärtsbewegung, die man seit Anfang Juli sieht, nach dem Bruch der Abwärtstrendlinie bis zum Hoch vom April 2016 bei 156,30 Euro fortsetzen. Bei einem Ausbruch über 156,30 Euro würden die Hochs bei 170,15/170,00 Euro als nächste Ziele auf den Plan rücken. Um das bullische Szenario nicht zu gefährden, sollte die Allianz-Aktie nicht mehr unter die letzten Tiefs bei 135,90/135,45 Euro bzw. die knapp darüber verlaufende 200-Tage-Linie zurückfallen. Werde die genannte Unterstützung nachhaltig durchbrochen, würden weitere Abgaben auf 128,35/126,60 Euro drohen.

Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert Allianz zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe Protect mit einem Basispreis von 166,667 Euro, einer Barriere bei 108,00 Euro und einer Zinszahlung von 10,00% p.a. Die Zinszahlung sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Allianz SE. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.

Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie an allen Beobachtungstagen (09.11.2016 bis 22.09.2017) über der Barriere von 108,00 Euro oder ihr Schlusskurs (Xetra) am 15.09.2017 notiere auf oder über dem Basispreis von 166,667 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt. Notiere die Aktie an den Beobachtungstagen mindestens einmal auf oder unter der Barriere und ihr Schlusskurs (Xetra) notiere am 15.09.2017 unter dem Basispreis, erfolge eine Rückzahlung durch Lieferung von 6 Aktien der Allianz SE. Der Gegenwert der Aktien werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag liegen.

Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf rund 0,82 Euro belaufen. (Ausgabe vom 14.11.2016) (17.11.2016/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.