Aktienanleihe Protect 10% 2017/06: BASF hält an Zielen fest - Anleiheanalyse


25.08.16 11:39
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von BASF eine Aktienanleihe Protect mit dem Basiswert BASF vor.

Hoffnungszeichen in einem schwierigen Umfeld - so lasse sich die Entwicklung bei BASF im zweiten Quartal 2016 kurz auf den Punkt bringen. Das Geschäft des weltweit führenden Chemieunternehmens unterteile sich in die fünf Segmente Chemicals (Basischemikalien, Zwischenprodukte), Performance Products (u.a. Vitamine, Lebensmittelzusatzstoffe, Inhaltsstoffe für Pharmazeutika, Kosmetik und Haushaltspflegeprodukte), Functional Materials & Solutions (branchen- und kundenspezifische Systemlösungen und Dienstleistungen), Agricultural Solutions (Pflanzenschutz) sowie Oil & Gas (Öl- und Gasproduktion). Mit 26% habe das Segment Functional Materials & Solutions im vergangenen Geschäftsjahr den größten Anteil am Konzernumsatz (70,45 Mrd. Euro) gehabt, den mit 22% zweitgrößten Teil habe das Segment Performance Products beigesteuert.

Beide Segmente hätten sich auch im zweiten Quartal 2016 als Stütze erwiesen. Zwar habe BASF von April bis Juni in allen Segmenten Umsatzrückgänge gegenüber dem Vorjahresquartal verkraften müssen, bei Performance Products und Functional Materials & Solutions seien diese aber mit 5,8% bzw. 4,3% noch überschaubar geblieben. Gleichzeitig hätten beide Segmente ihr EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) um 32,1% (Performance Products) bzw. 29,2% (Functional Materials & Solutions) steigern können. Im Segment Functional Materials & Solutions sei es vor allem die Automobil- und Bauindustrie gewesen, die für eine robuste Nachfrage gesorgt habe. Allerdings habe dies nicht ausgereicht, um die Schwäche der anderen Segmente auszugleichen.

Dementsprechend sei der Umsatz der BASF-Gruppe im 2. Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24,1% auf 14,5 Mrd. Euro gesunken (Q2 2015: 19,1 Mrd. Euro). Neben niedrigeren Rohstoffpreisen und negativen Währungseffekten seien zwei Drittel des Rückgangs auf Portfolioeffekte, insbesondere im Segment Oil & Gas, zurückzuführen. Hier habe sich BASF im Rahmen des Ende September 2015 erfolgten Tauschs von Vermögenswerten mit Gazprom von seinem Gashandels- und Gasspeichergeschäft getrennt. BASF konzentriere sich mit der Tochter Wintershall seitdem auf die Öl- und Gasförderung. Das EBIT vor Sondereinflüssen habe auf Konzernebene mit 1,7 Mrd. Euro um 16,4% unter dem Ergebnis des Vorjahresquartals (Q2 2015: 2,0 Mrd. Euro) gelegen.

Trotz anhaltend herausfordernder Rahmenbedingungen habe der Vorstand den Ausblick für das Gesamtjahr 2016 bestätigt, in dem man weiterhin eine Absatzsteigerung anstrebe. Der Umsatz werde aufgrund einer schwächeren Entwicklung im Segment Oil & Gas im Vergleich zum Vorjahr deutlich sinken. Das EBIT vor Sondereinflüssen werde leicht unter dem Wert von 2015 erwartet. Ob die Ziele erreicht würden, hänge maßgeblich von der weiteren Entwicklung des Ölpreises ab.

Der Vorstand habe seinen Gesamtjahresprognosen einen durchschnittlichen Preis der Sorte Brent von 40 US-Dollar je Barrel zugrunde gelegt. Ein weiteres Risiko würden negative Währungseinflüsse bilden, von denen im zweiten Quartal alle Segmente betroffen gewesen seien. Um dem herausfordernden Umfeld zu begegnen und die gesetzten Ziele zu erreichen, konzentriere sich der Vorstand weiter darauf, Kosten zu sparen und den Konzern zu restrukturieren. Die jüngsten Portfoliomaßnahmen würden nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden Kurt Bock zum mittel- und langfristigen Erfolg des Unternehmens beitragen.

Die Aktie der BASF SE habe im April 2015 ein Allzeithoch bei 97,22 Euro markiert. Anschließend sei das Papier in eine Korrektur übergegangen. Ein erster Korrekturschub habe die Notierung bis August 2015 auf ein Tief bei 63,00 Euro geführt. Einer Erholung auf 79,11 Euro sei ab Dezember 2015 ein zweiter Korrekturschub gefolgt, der die Notierung bis Anfang Februar 2016 auf 56,01 Euro geführt habe. Seither habe sich die Aktie erholt und notiere inzwischen wieder über der 200-Tage-Linie.

Nachdem die Aktie das bei 71,75 Euro verlaufende 38,2%-Fibonacci-Retracement überwunden habe, müsse die Aktie nun über das Hoch vom April dieses Jahres bei 74,54 Euro ansteigen, um die laufende Erholung fortsetzen zu können. Die nächsten Ziele würden dann die Widerstände bei 76,62 (50%-Retracement) und 79,20 Euro bilden. Unterstützungen würden mit dem letzten Tief bei 68,42 Euro und der 200-Tage-Linie bei 67,87 Euro verlaufen. Sollte die Aktie jedoch unter das Tief bei 63,00 Euro zurückfallen, müsse eine Fortsetzung der Erholung infrage gestellt werden.

Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert BASF zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe Protect mit einem Basispreis von 76,923 Euro, einer Barriere bei 60,00 Euro und einer Zinszahlung von 10,00% p.a. Die Zinszahlung sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der BASF SE. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.

Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie an allen Beobachtungstagen über der Barriere von 60,00 Euro oder ihr Schlusskurs (Xetra) am 16.06.2017 notiere auf oder über dem Basispreis von 76,923 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt. Notiere die Aktie an den Beobachtungstagen mindestens einmal auf oder unter der Barriere und ihr Schlusskurs (Xetra) am 16.06.2017 notiere unter dem Basispreis, erfolge eine Rückzahlung durch Lieferung von 13 Aktien der BASF SE. Der Gegenwert der Aktien werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag liegen.

Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf rund 0,82 Euro belaufen. (Ausgabe vom 22.08.2016) (25.08.2016/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.