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Aktienanleihe Classic auf innogy: RWE-Tochter feiert Börsendebüt - Anleiheanalyse
13.10.16 11:15
DZ BANK
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von innogy eine Aktienanleihe Classic (ISIN DE000DGE8DU8 / WKN DGE8DU) mit dem Basiswert innogy vor.
Letzten Freitag habe die innogy SE das Börsenparkett betreten. Die Tochter des Stromkonzerns RWE habe den größten Börsengang seit der Jahrtausendwende hingelegt und die Nachfrage sei riesig gewesen - RWE habe innogy am oberen Ende der Preisspanne bei 36 Euro je Aktie platzieren können. Allerdings habe die anfängliche Euphorie schnell nachgelassen und gegen Ende des Handelstages sei das Papier unter den Ausgabepreis gerutscht.
innogy sei im Jahr 2008 als Tochtergesellschaft des Energieversorgers RWE gegründet worden. In dem neuen Unternehmen seien alle Aktivitäten rund um erneuerbare Energien sowie der Betrieb der Netze gebündelt worden. Mit dem Börsengang am 7. Oktober 2016 sei innogy aus dem Mutterkonzern ausgegliedert worden.
Insgesamt habe RWE 25% der Anteile verkauft und somit rund 5 Mrd. Euro erlöst - davon seien etwa 3 Mrd. an RWE und ca. 2 Mrd. an innogy geflossen. Somit sei innogy derzeit mit einer Marktkapitalisierung von rund 20 Mrd. Euro mehr als doppelt so viel wert wie die Mutter RWE, welche die restlichen 75% der Anteile halte. innogy sei somit auf einen Schlag zu Deutschlands größtem Energiekonzern geworden. Aufgrund dieser Bewertung könnte der Börsenneuling bald in den Nebenwerteindex MDAX einziehen. Mittel- bis langfristig bestehe sogar die Chance auf einen DAX-Aufstieg.
Das Hauptgeschäftsfeld von innogy sei der Betrieb der Netze. Zum 31. Dezember 2015 hätten sich die zugehörigen Strom- und Gasnetze auf insgesamt etwa 570.000 km mit ungefähr 16,5 Mio. Kunden in Deutschland und vier osteuropäischen Ländern erstreckt. Zu diesem Datum hätten außerdem Strom- und Gasversorgungsverträge mit 23 Mio. Kunden in elf europäischen Ländern bestanden, und es sei Strom mit einer Erzeugungskapazität von 4,4 GW erzeugt worden. Davon würden 3,6 GW aus erneuerbaren Energiequellen in neun europäischen Ländern stammen.
2015 habe die innogy-Gruppe einen Umsatz von 45,6 Mrd. Euro erzielt und ein EBITDA von 4,5 Mrd. Euro erwirtschaftet. Den größten Beitrag würden hier die Netze beisteuern. Allein im ersten Halbjahr 2016 habe dieser Bereich fast zwei Drittel zum Unternehmensgewinn beigetragen. Mit rund 15% falle der Anteil der erneuerbaren Energien dagegen deutlich geringer aus, allerdings solle dieser in Zukunft weiter ausgebaut werden. Derzeit würden rund 40.000 Menschen für das Unternehmen arbeiten. Die Führung bei innogy übernehme der bisherige RWE-Chef Peter Terium.
Vor allem ausländische Investmentgesellschaften hätten sich um die neuen Aktien gerissen. Einen Tag vor dem IPO habe sich abgezeichnet, dass rund 45% der Anteile an britische Anleger und 25 bis 30% an US-Investoren gehen würden. Allein BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt, habe Aktien im Wert von 940 Mio. Euro geordert.
Neben den stabilen Erträgen aus dem Geschäft mit dem Stromnetz könnte für Anleger vor allem die Aussicht auf eine stattliche Dividende interessant sein. innogy wolle künftig 70 bis 80% des bereinigten Nettogewinns an seine Eigentümer ausschütten. Vor allem der Mehrheitsaktionär RWE dürfte von diesem Plan profitieren. Ebenfalls positiv sei die Tatsache, dass innogy nicht an den Milliardenzahlungen im Rahmen des Atomausstiegs beteiligt sei, da die Atomsparte im Mutterkonzern verbleibe.
In den nächsten Jahren stehe innogy allerdings auch vor einigen Herausforderungen. Aller Voraussicht nach würden die Einnahmen aus dem Betrieb der Stromnetze zurückgehen. Der Grund hierfür seien Senkungen der Renditen vonseiten der Bundesnetzagentur - bis dato habe innogy für den Betrieb und Ausbau eine Rendite von gut 7% garantiert bekommen.
Zudem könnten die Margen im Bereich der erneuerbaren Energien zurückgehen. Denn ab 2017 müssten die Erbauer von Wind-, Solar- und Biogasanlagen in einem Auktionsverfahren gegeneinander antreten. Was auf den ersten Blick sicherlich nachteilig sei, könnte sich allerdings auch als Chance entpuppen. Sollte sich innogy gut positionieren und mit innovativen Konzepten die Konkurrenz ausbooten, könnte sich das langfristig positiv auf das Ergebniswachstum auswirken.
Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert innogy SE zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe Classic mit einem Basispreis von 33,333 Euro und einer Zinszahlung von 8,10% p.a. Die Zinszahlung sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der innogy SE. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.
Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie am 15.12.2017 per Schlusskurs (Xetra) auf oder über dem Basispreis, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt. Notiere die Aktie am 15.12.2017 per Schlusskurs (Xetra) unter dem Basispreis, erfolge eine Rückzahlung durch Lieferung von Aktien entsprechend dem Bezugsverhältnis (30,00). Dementsprechend erhalte der Anleger 30 Aktien der innogy SE. Der Gegenwert der Aktien werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag von 1.000,00 EUR liegen.
Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 0,00 Euro belaufen. (Ausgabe vom 11.10.2016) (13.10.2016/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Letzten Freitag habe die innogy SE das Börsenparkett betreten. Die Tochter des Stromkonzerns RWE habe den größten Börsengang seit der Jahrtausendwende hingelegt und die Nachfrage sei riesig gewesen - RWE habe innogy am oberen Ende der Preisspanne bei 36 Euro je Aktie platzieren können. Allerdings habe die anfängliche Euphorie schnell nachgelassen und gegen Ende des Handelstages sei das Papier unter den Ausgabepreis gerutscht.
innogy sei im Jahr 2008 als Tochtergesellschaft des Energieversorgers RWE gegründet worden. In dem neuen Unternehmen seien alle Aktivitäten rund um erneuerbare Energien sowie der Betrieb der Netze gebündelt worden. Mit dem Börsengang am 7. Oktober 2016 sei innogy aus dem Mutterkonzern ausgegliedert worden.
Insgesamt habe RWE 25% der Anteile verkauft und somit rund 5 Mrd. Euro erlöst - davon seien etwa 3 Mrd. an RWE und ca. 2 Mrd. an innogy geflossen. Somit sei innogy derzeit mit einer Marktkapitalisierung von rund 20 Mrd. Euro mehr als doppelt so viel wert wie die Mutter RWE, welche die restlichen 75% der Anteile halte. innogy sei somit auf einen Schlag zu Deutschlands größtem Energiekonzern geworden. Aufgrund dieser Bewertung könnte der Börsenneuling bald in den Nebenwerteindex MDAX einziehen. Mittel- bis langfristig bestehe sogar die Chance auf einen DAX-Aufstieg.
Das Hauptgeschäftsfeld von innogy sei der Betrieb der Netze. Zum 31. Dezember 2015 hätten sich die zugehörigen Strom- und Gasnetze auf insgesamt etwa 570.000 km mit ungefähr 16,5 Mio. Kunden in Deutschland und vier osteuropäischen Ländern erstreckt. Zu diesem Datum hätten außerdem Strom- und Gasversorgungsverträge mit 23 Mio. Kunden in elf europäischen Ländern bestanden, und es sei Strom mit einer Erzeugungskapazität von 4,4 GW erzeugt worden. Davon würden 3,6 GW aus erneuerbaren Energiequellen in neun europäischen Ländern stammen.
2015 habe die innogy-Gruppe einen Umsatz von 45,6 Mrd. Euro erzielt und ein EBITDA von 4,5 Mrd. Euro erwirtschaftet. Den größten Beitrag würden hier die Netze beisteuern. Allein im ersten Halbjahr 2016 habe dieser Bereich fast zwei Drittel zum Unternehmensgewinn beigetragen. Mit rund 15% falle der Anteil der erneuerbaren Energien dagegen deutlich geringer aus, allerdings solle dieser in Zukunft weiter ausgebaut werden. Derzeit würden rund 40.000 Menschen für das Unternehmen arbeiten. Die Führung bei innogy übernehme der bisherige RWE-Chef Peter Terium.
Neben den stabilen Erträgen aus dem Geschäft mit dem Stromnetz könnte für Anleger vor allem die Aussicht auf eine stattliche Dividende interessant sein. innogy wolle künftig 70 bis 80% des bereinigten Nettogewinns an seine Eigentümer ausschütten. Vor allem der Mehrheitsaktionär RWE dürfte von diesem Plan profitieren. Ebenfalls positiv sei die Tatsache, dass innogy nicht an den Milliardenzahlungen im Rahmen des Atomausstiegs beteiligt sei, da die Atomsparte im Mutterkonzern verbleibe.
In den nächsten Jahren stehe innogy allerdings auch vor einigen Herausforderungen. Aller Voraussicht nach würden die Einnahmen aus dem Betrieb der Stromnetze zurückgehen. Der Grund hierfür seien Senkungen der Renditen vonseiten der Bundesnetzagentur - bis dato habe innogy für den Betrieb und Ausbau eine Rendite von gut 7% garantiert bekommen.
Zudem könnten die Margen im Bereich der erneuerbaren Energien zurückgehen. Denn ab 2017 müssten die Erbauer von Wind-, Solar- und Biogasanlagen in einem Auktionsverfahren gegeneinander antreten. Was auf den ersten Blick sicherlich nachteilig sei, könnte sich allerdings auch als Chance entpuppen. Sollte sich innogy gut positionieren und mit innovativen Konzepten die Konkurrenz ausbooten, könnte sich das langfristig positiv auf das Ergebniswachstum auswirken.
Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert innogy SE zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe Classic mit einem Basispreis von 33,333 Euro und einer Zinszahlung von 8,10% p.a. Die Zinszahlung sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der innogy SE. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.
Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie am 15.12.2017 per Schlusskurs (Xetra) auf oder über dem Basispreis, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt. Notiere die Aktie am 15.12.2017 per Schlusskurs (Xetra) unter dem Basispreis, erfolge eine Rückzahlung durch Lieferung von Aktien entsprechend dem Bezugsverhältnis (30,00). Dementsprechend erhalte der Anleger 30 Aktien der innogy SE. Der Gegenwert der Aktien werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag von 1.000,00 EUR liegen.
Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 0,00 Euro belaufen. (Ausgabe vom 11.10.2016) (13.10.2016/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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