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Aktienanleihe Classic auf LEONI: Das Unternehmen verkraftet Gewinneinbruch - Anleiheanalyse
23.02.17 10:15
DZ BANK
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von LEONI eine Aktienanleihe Classic (ISIN DE000DGR9YN2 / WKN DGR9YN) mit dem Basiswert LEONI vor.
Dieses Jahr feiere LEONI sein 100-jähriges Bestehen. Der führende europäische Hersteller von Drähten, Kabeln und Bordnetz-Systemen für die Automobilbranche und weitere Industrien habe in seiner langen Geschichte einiges erlebt - gute und schlechte Zeiten. Zu den zweitgenannten dürfte das letzte Jahr zählen: Ein Betrugsfall in Millionenhöhe sowie die teure Sanierung der Bordnetzsparte hätten die Gewinne einbrechen lassen und die Aktie auf Talfahrt geschickt. Doch inzwischen habe sich die Aktie deutlich von ihren Tiefs in 2016 erholt und die Analysten sähen noch weiteres Potenzial in dem MDAX-Wert.
Vergangene Woche habe LEONI die vorläufigen Geschäftszahlen für 2016 veröffentlicht. Demnach habe der Umsatz des Konzerns bei rund 4,4 Mrd. Euro gelegen (2015: 4,5 Mrd. Euro) und somit die Erwartungen erfüllt. Geringer als im Jahr zuvor, aber besser als erwartet sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ausgefallen. Während 2015 noch 151,3 Mio. Euro zu Buche geschlagen hätten, seien es 2016 nur noch 78 Mio. Euro gewesen - prognostiziert worden seien 65 Mio. Euro. Das Ergebnis von 2016 sei durch Kosten in Höhe von ca. 30 Mio. Euro, welche auf das Konto der Restrukturierung zurückgehen würden, sowie durch den Schaden des Betrugsfalls in Höhe von rund 40 Mio. Euro belastet worden. Zudem habe LEONI 2015 von einem Veräußerungserlös von 19,6 Mio. Euro profitiert. Bereinigt um diese Sondereinflüsse, habe sich das operative Ergebnis im Jahresvergleich sogar spürbar verbessert. Nach den vorläufigen Berechnungen bleibe ein Jahresüberschuss von ungefähr 10 Mio. Euro (2015: 77,3 Mio. Euro) übrig.
Hätten sich die Aktionäre 2016 noch über eine Ausschüttung von 1 Euro pro Aktie freuen können, habe der Vorstand aufgrund des schwachen Ergebnisses für dieses Jahr eine Halbierung der Dividende auf 0,50 Euro angekündigt - aber auch dieser Betrag liege über den Erwartungen des Marktes. Die vollständige Bilanz lege LEONI am 23. März offen.
Die Probleme des letzten Jahres hätten einige Leerverkäufer auf den Plan gerufen. Doch auch hier könnte es demnächst zu einer Kehrtwende kommen. Zumindest hätten die Hedgefonds Systematica Investments und BlackRock Investment Management ihre Short-Engagements moderat zurückgefahren. Laut Bundesanzeiger betrage die Summe der Netto-Leerverkaufspositionen auf die LEONI-Aktie derzeit 5,1%. Sollte dieser Anteil weiter reduziert werden, könnte sich dies nach Ansicht der Analysten positiv auf den Aktienkurs auswirken.
Auf der anderen Seite sehen die Analysten der DZ BANK aber immer noch einige Altlasten als Risiko. Vor allem die Probleme in der Bordnetzsparte seien noch nicht gänzlich aufgearbeitet. So habe die frühere Leitung eines rumänischen LEONI-Werks jahrelang konzernintern Aufträge angenommen, ohne diese bewältigen zu können. Um die Aufträge nicht zu verlieren, habe LEONI kurzfristig Personal einstellen und anschließend wieder entlassen müssen - insgesamt seien rund 1.100 Jobs dem Rotstift zum Opfer gefallen. Noch sei die Restrukturierung in diesem Bereich allerdings nicht abgeschlossen. Ab April 2017 solle Martin Stüttem, welcher vom französischen Autozulieferer Faurecia komme, die Bordnetzsparte leiten.
Nach massiven Kursverlusten im Jahr 2015 und zu Beginn des letzten Jahres habe man bei der LEONI-Aktie im Februar 2016 ein Tief bei 23,24 Euro gesehen. Dieses Tief sei Anfang Juli 2016 noch einmal getestet, aber nicht nachhaltig unterschritten worden. Mit dem im August 2016 erfolgten Anstieg über 32,68 Euro sei nach Einschätzung der Analysten eine Bodenbildung abgeschlossen worden. In den folgenden Monaten habe sich die Kursnotierung weiter erholen können und in der Spitze rund 40 Euro erreicht. Aktuell korrigiere die Aktie des Automobilzulieferers leicht. Doch bei ca. 36,50 Euro würden eine horizontale Unterstützung sowie der Aufwärtstrend von Dezember 2016 verlaufen. Solange sich die Aktie über diesem Niveau bewege, sei der mittelfristige Aufwärtstrend aus Sicht der Analysten intakt und sie würden eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung erwarten. Auf Sicht der nächsten Monate würden die Analysten Kurse über 40 Euro für möglich halten.
Sollten die oben genannten Unterstützungen allerdings nicht halten, würde sich das Chartbild in den Augen der Analysten eintrüben. In diesem Fall seien Abgaben bis zum längerfristigen Aufwärtstrend von Anfang Juli letzten Jahres vorstellbar. Dieser verlaufe aktuell bei 32,50 Euro und decke sich derzeit mit der 200-Tage-Linie. Bewahre sich diese wichtige Unterstützung, könnte die Aufwärtsbewegung mit einer etwas geringeren Steigung fortgesetzt werden. Erst bei einem Bruch der Aufwärtstrendlinie und dem Rückfall unter die 200-Tage-Linie müssten die Analysten der DZ BANK ihre bullische Einschätzung endgültig ad acta legen. Abgaben bis in Richtung 29 Euro bzw. sogar nahe den alten Tiefstständen wären dann nicht mehr ausgeschlossen.
Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert LEONI zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe mit Fälligkeit am 23.02.2018 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 35,714 Euro und einer Zinszahlung von 6,50% p.a. Die Zinszahlung sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der LEONI AG. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.
Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der LEONI AG. Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie am 16.02.2018 per Schlusskurs (Xetra) auf oder über dem Basispreis von 35,714 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.
Notiere die Aktie am 16.02.2018 per Schlusskurs (Xetra) unter dem Basispreis von 35,714 Euro, erhalte der Anleger Aktien in der durch das Bezugsverhältnis bestimmten Zahl. Das Bezugsverhältnis betrage 28,00. Dementsprechend erhalte der Anleger 28 Aktien. Der Gegenwert der Aktien werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag liegen.
Die Aktienanleihe Classic auf die Aktie von LEONI richte sich somit an Anleger, die davon ausgehen würden, dass der Schlusskurs der Aktie der LEONI AG am 16.02.2018 auf oder über 35,714 Euro notieren werde. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 0,53 Euro belaufen. (Ausgabe vom 20.02.2017) (23.02.2017/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Dieses Jahr feiere LEONI sein 100-jähriges Bestehen. Der führende europäische Hersteller von Drähten, Kabeln und Bordnetz-Systemen für die Automobilbranche und weitere Industrien habe in seiner langen Geschichte einiges erlebt - gute und schlechte Zeiten. Zu den zweitgenannten dürfte das letzte Jahr zählen: Ein Betrugsfall in Millionenhöhe sowie die teure Sanierung der Bordnetzsparte hätten die Gewinne einbrechen lassen und die Aktie auf Talfahrt geschickt. Doch inzwischen habe sich die Aktie deutlich von ihren Tiefs in 2016 erholt und die Analysten sähen noch weiteres Potenzial in dem MDAX-Wert.
Vergangene Woche habe LEONI die vorläufigen Geschäftszahlen für 2016 veröffentlicht. Demnach habe der Umsatz des Konzerns bei rund 4,4 Mrd. Euro gelegen (2015: 4,5 Mrd. Euro) und somit die Erwartungen erfüllt. Geringer als im Jahr zuvor, aber besser als erwartet sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ausgefallen. Während 2015 noch 151,3 Mio. Euro zu Buche geschlagen hätten, seien es 2016 nur noch 78 Mio. Euro gewesen - prognostiziert worden seien 65 Mio. Euro. Das Ergebnis von 2016 sei durch Kosten in Höhe von ca. 30 Mio. Euro, welche auf das Konto der Restrukturierung zurückgehen würden, sowie durch den Schaden des Betrugsfalls in Höhe von rund 40 Mio. Euro belastet worden. Zudem habe LEONI 2015 von einem Veräußerungserlös von 19,6 Mio. Euro profitiert. Bereinigt um diese Sondereinflüsse, habe sich das operative Ergebnis im Jahresvergleich sogar spürbar verbessert. Nach den vorläufigen Berechnungen bleibe ein Jahresüberschuss von ungefähr 10 Mio. Euro (2015: 77,3 Mio. Euro) übrig.
Hätten sich die Aktionäre 2016 noch über eine Ausschüttung von 1 Euro pro Aktie freuen können, habe der Vorstand aufgrund des schwachen Ergebnisses für dieses Jahr eine Halbierung der Dividende auf 0,50 Euro angekündigt - aber auch dieser Betrag liege über den Erwartungen des Marktes. Die vollständige Bilanz lege LEONI am 23. März offen.
Die Probleme des letzten Jahres hätten einige Leerverkäufer auf den Plan gerufen. Doch auch hier könnte es demnächst zu einer Kehrtwende kommen. Zumindest hätten die Hedgefonds Systematica Investments und BlackRock Investment Management ihre Short-Engagements moderat zurückgefahren. Laut Bundesanzeiger betrage die Summe der Netto-Leerverkaufspositionen auf die LEONI-Aktie derzeit 5,1%. Sollte dieser Anteil weiter reduziert werden, könnte sich dies nach Ansicht der Analysten positiv auf den Aktienkurs auswirken.
Auf der anderen Seite sehen die Analysten der DZ BANK aber immer noch einige Altlasten als Risiko. Vor allem die Probleme in der Bordnetzsparte seien noch nicht gänzlich aufgearbeitet. So habe die frühere Leitung eines rumänischen LEONI-Werks jahrelang konzernintern Aufträge angenommen, ohne diese bewältigen zu können. Um die Aufträge nicht zu verlieren, habe LEONI kurzfristig Personal einstellen und anschließend wieder entlassen müssen - insgesamt seien rund 1.100 Jobs dem Rotstift zum Opfer gefallen. Noch sei die Restrukturierung in diesem Bereich allerdings nicht abgeschlossen. Ab April 2017 solle Martin Stüttem, welcher vom französischen Autozulieferer Faurecia komme, die Bordnetzsparte leiten.
Sollten die oben genannten Unterstützungen allerdings nicht halten, würde sich das Chartbild in den Augen der Analysten eintrüben. In diesem Fall seien Abgaben bis zum längerfristigen Aufwärtstrend von Anfang Juli letzten Jahres vorstellbar. Dieser verlaufe aktuell bei 32,50 Euro und decke sich derzeit mit der 200-Tage-Linie. Bewahre sich diese wichtige Unterstützung, könnte die Aufwärtsbewegung mit einer etwas geringeren Steigung fortgesetzt werden. Erst bei einem Bruch der Aufwärtstrendlinie und dem Rückfall unter die 200-Tage-Linie müssten die Analysten der DZ BANK ihre bullische Einschätzung endgültig ad acta legen. Abgaben bis in Richtung 29 Euro bzw. sogar nahe den alten Tiefstständen wären dann nicht mehr ausgeschlossen.
Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert LEONI zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe mit Fälligkeit am 23.02.2018 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 35,714 Euro und einer Zinszahlung von 6,50% p.a. Die Zinszahlung sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der LEONI AG. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.
Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der LEONI AG. Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie am 16.02.2018 per Schlusskurs (Xetra) auf oder über dem Basispreis von 35,714 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.
Notiere die Aktie am 16.02.2018 per Schlusskurs (Xetra) unter dem Basispreis von 35,714 Euro, erhalte der Anleger Aktien in der durch das Bezugsverhältnis bestimmten Zahl. Das Bezugsverhältnis betrage 28,00. Dementsprechend erhalte der Anleger 28 Aktien. Der Gegenwert der Aktien werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag liegen.
Die Aktienanleihe Classic auf die Aktie von LEONI richte sich somit an Anleger, die davon ausgehen würden, dass der Schlusskurs der Aktie der LEONI AG am 16.02.2018 auf oder über 35,714 Euro notieren werde. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 0,53 Euro belaufen. (Ausgabe vom 20.02.2017) (23.02.2017/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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