Aktienanleihe Classic auf Beiersdorf: Hautpflege mit solidem Wachstum - Anleiheanalyse


01.09.16 09:17
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Beiersdorf-Aktie eine Aktienanleihe Classic (ISIN DE000DGH9M23 / WKN DGH9M2) mit dem Basiswert Beiersdorf vor.

Sonne satt - der Sommer sei am Wochenende noch einmal zur Höchstform aufgelaufen und habe Deutschland Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke gebracht. Um sich vor unerwünschten Erinnerungen in Form eines Sonnenbrandes zu schützen, würden viele Verbraucher auf Sonnencreme aus dem Hause Beiersdorf vertrauen. Seit mehr als 130 Jahren widme sich der Konzern den Bedürfnissen der Menschen nach einer perfekten Hautpflege. Zu den Kernmarken des Portfolios würden NIVEA (weltweit größte Hautpflegemarke), Eucerin (medizinische Hautpflege) und La Prairie (Anti-Aging) zählen.

Alle drei Kernmarken hätten im ersten Halbjahr 2016 zu einem Anstieg des organischen Umsatzwachstums des Unternehmensbereichs Consumer in Höhe von 3,3% beigetragen (NIVEA +4,2%, Eucerin +1,0%, La Prairie +6,2%). In regionaler Hinsicht habe der Konzern insbesondere in Russland, Japan und Indien eine besonders positive Entwicklung verbucht. Negative Währungseffekte seien indes dafür verantwortlich gewesen, dass der Umsatz nominal mit 2.789 Mio. Euro um 1,0% unter dem Vorjahreswert gelegen habe (1. HJ 2015: 2.827 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe sich auf 424 Mio. Euro erhöht (1. HJ 2015: 410 Mio. Euro), zudem habe sich die Ertragskraft verbessert, wie der Anstieg der EBIT-Umsatzrendite gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 14,5% auf 15,1% zeige.

Im zweiten Unternehmensbereich tesa, der Industriekunden und Endverbrauchern selbstklebende System- und Produktlösungen anbiete, habe eine schwache Nachfrage der Elektronikindustrie in Asien die Geschäftsentwicklung gebremst. Das organische Umsatzwachstum habe lediglich bei 0,2% gelegen. Negative Wechselkurseffekte hätten zudem dafür gesorgt, dass der Umsatz bei tesa nominal mit 560 Mio. Euro um 2,7% unter dem Vorjahreswert gelegen habe (1 HJ 2015: 575 Mio. Euro). Das EBIT sei mit 89 Mio. Euro ebenfalls hinter dem Vorjahreswert zurückgeblieben (1. HJ 2015: 98 Mio. Euro), die EBIT-Umsatzrendite habe 16,0% nach 17,1% im Vorjahr erreicht.

Der Konzernumsatz, zu dem der Bereich Consumer 83,1% beigesteuert habe, sei in den ersten sechs Monaten 2016 organisch um 2,8% gewachsen. Nominal habe der Umsatz mit 3.358 Mio. Euro um 1,3% unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums gelegen (1. HJ 2015: 3.402 Mio. Euro). Das EBIT ohne Sondereffekte habe um 0,9% auf 513 Mio. Euro zugelegt (1. HJ 2015: 508 Mio. Euro). Die EBIT-Umsatzrendite habe sich von 14,9% auf 15,3% verbessert. Für das Gesamtjahr habe sich der Vorstand vorsichtig zuversichtlich gezeigt und rechne weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 3% bis 4%, das hauptsächlich vom Unternehmensbereich Consumer getragen werde. Die operative EBIT-Umsatzrendite solle leicht über dem Vorjahreswert liegen (2015: 14,4%) und damit einen neuen Höchstwert erreichen.

Risiken für die Geschäftsentwicklung würden eine mögliche Zurückhaltung der Verbraucher infolge politischer Krisen und einer schwachen Wirtschaft in den Absatzmärkten, ein zunehmender Wettbewerbsdruck sowie negative Einflüsse aus Wechselkursentwicklungen darstellen. Dank der konsequenten Umsetzung der Konzernstrategie Blue Agenda, die eine Stärkung der Konzernmarken, eine hohe Innovationskraft und den Ausbau der Präsenz in den Wachstumsmärkten zum Ziel habe, sei Beiersdorf jedoch widerstandsfähiger geworden und inzwischen in der Lage, auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfolgreich zu sein.

Die Aktie der Beiersdorf AG befinde sich derzeit in einer Konsolidierungsphase. Vorausgegangen sei ein Hoch bei 89,07 Euro, welches die Beiersdorf-Aktie Anfang November 2015 im Rahmen ihrer langfristigen Aufwärtsbewegung markiert habe. Nach einem Rücksetzer auf 84,85 Euro sei die Kursnotierung auf 89,54 Euro gestiegen. Allerdings sei es ihr nicht gelungen, nachhaltig über das Vorgängerhoch anzusteigen. Mit dem Unterschreiten des Tiefs bei 84,85 Euro sei Anfang Dezember 2015 eine Abwärtsbewegung eingeleitet worden, die die Beiersdorf-Aktie bis Mitte Februar 2016 auf 76,65 Euro geführt habe. Anschließend habe sich die Kursnotierung mehrere Monate lang zwischen 82,81 und 75,60 Euro seitwärts bewegt.

Am Tag nach dem Brexit-Votum sei die Aktie kurzzeitig auf 75,00 Euro zurückgefallen, habe sich aber recht schnell erholt. Dem Fehlausbruch auf der Unterseite sei eine dynamische Bewegung nach oben gefolgt, die die Beiersdorf-Aktie auf 85,61 Euro habe steigen lassen. Seither pendle der Kurs zwischen 85,61/85,81 und 81,13 Euro seitwärts.

Ein Ausbruch an der Oberseite der Handelsspanne eröffne der Beiersdorf-Aktie weiteres Aufwärtspotenzial bis zum Widerstandsbereich bei 89,07/89,54 Euro. Auf der anderen Seite ließe ein Rückfall unter 81,13 Euro weitere Abgaben zum Unterstützungsbereich um 78,00 Euro bzw. 76,00/75,00 Euro erwarten. Der langfristige Aufwärtstrend wäre jedoch erst bei einem Rückfall unter das Tief bei 67,92 Euro in Gefahr, so die Analysten der DZ BANK.

Als alternative Anlagemöglichkeit zu einer Direktanlage in die Aktie stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert Beiersdorf zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe mit einem Basispreis von 83,333 Euro und einer Zinszahlung von 5,00% p.a. Die Zinszahlung sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Beiersdorf AG. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.

Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie am 18.08.2017 per Schlusskurs (Xetra) auf oder über dem Basispreis, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt. Notiere die Aktie am 18.08.2017 per Schlusskurs (Xetra) unter dem Basispreis, erfolge eine Rückzahlung durch Lieferung von Aktien entsprechend dem Bezugsverhältnis (12,00). Dementsprechend erhalte der Anleger 12 Aktien der Beiersdorf AG. Deren Gegenwert werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag liegen.

Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf rund 3,28 Euro belaufen. (Ausgabe vom 29.08.2016) (01.09.2016/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.