Aktienanleihe Classic auf BASF: Der Konzern bleibt auf Kurs - Anleiheanalyse


10.11.16 11:15
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von BASF eine Aktienanleihe Classic (ISIN DE000DGJ1V00 / WKN DGJ1V0) mit dem Basiswert BASF vor.

Trotz eines schwierigen Umfelds habe das operative Ergebnis von BASF im dritten Quartal deutlich über den Markterwartungen gelegen. Der Vorstand des weltweit führenden Chemieunternehmens halte an den Prognosen für 2016 fest.

Ebenso wie im zweiten Quartal 2016 sei die Devestition des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts im Rahmen des Ende September 2015 erfolgten Tauschs von Vermögenswerten mit Gazprom auch im dritten Quartal 2016 der Hauptgrund dafür gewesen, dass der Umsatz der BASF-Gruppe gegenüber dem Vorjahresquartal um 20% auf 14,0 Mrd. Euro zurückgegangen sei (Q3/2015: 17,4 Mrd. Euro). Die Portfolioeffekte seien für 18 Prozentpunkte des Umsatzrückgangs verantwortlich gewesen. Zudem seien die Umsätze durch rückläufige Verkaufspreise aufgrund niedrigerer Rohstoffpreise belastet worden.

Immerhin habe der Konzern ein Mengenwachstum von 4% verzeichnet, das in erster Linie von den Segmenten Functional Materials & Solutions und Chemicals getragen worden sei. Dabei habe BASF von einer weiterhin robusten Nachfrage aus der Automobil- und Bauindustrie profitiert. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5% auf 1,5 Mrd. Euro gesunken (Q3/2015: 1,6 Mrd. Euro). Auch hier sei der Rückgang maßgeblich auf verringerte Beiträge der Segmente Oil & Gas und Sonstige zurückzuführen.

Das aktuelle Umfeld gestalte sich dem Vorstand zufolge weiterhin volatil und herausfordernd. Zudem würden die Folgen des Brands vom 17. Oktober am Standort Ludwigshafen das Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 belasten. Dennoch habe der Vorstand die Ziele für 2016 bestätigt, wenngleich sie anspruchsvoll bleiben würden. Die Devestition des Gashandelsgeschäfts sowie niedrigere Öl- und Gaspreise würden auch im Gesamtjahr zu einem deutlichen Umsatzrückgang der BASF-Gruppe führen. Der Absatz solle ohne Berücksichtigung von Akquisitionen und Devestitionen steigen. Das EBIT vor Sondereinflüssen werde leicht unter dem Vorjahresniveau (2015: 6,7 Mrd. Euro) erwartet.

Der Vorstand lege seinen Prognosen einen Ölpreis von 45 USD/Barrel im Jahresdurchschnitt zugrunde (zuvor 40 USD/Barrel). In einer weiteren Erholung der Öl- und Gaspreise sehen die Analysten der DZ BANK Chancen für eine Verbesserung der Geschäftsaussichten im kommenden Jahr. Zudem sollte BASF weiter von den laufenden Kostensenkungsmaßnahmen und den jüngsten Portfoliomaßnahmen profitieren. Risiken würden nach Einschätzung der Analysten vor allem eine Abschwächung der weltweiten Konjunktur sowie ein erneuter Ölpreisrückgang darstellen.

Die Aktie der BASF SE habe im April 2015 ein Allzeithoch bei 97,22 Euro markiert. Anschließend sei sie in eine Korrektur übergegangen. Ein erster Korrekturschub habe die Kursnotierung im August 2015 auf ein Tief bei 63,00 Euro geführt. Es sei eine Erholung auf 79,11 Euro gefolgt, bevor Ende November 2015 ein zweiter Korrekturschub eingesetzt habe, der die Notierung bis Anfang Februar 2016 auf 56,01 Euro geführt habe. Seither sehe man die BASF-Aktie in einer Aufwärtsbewegung, in deren Verlauf sie über die 200-Tage-Linie angestiegen sei. Vor zwei Wochen habe sich das bei 81,48 Euro verlaufende 61,8%-Fibonacci-Retracement als Widerstand erwiesen, an dem die BASF-Aktie nach unten abgeprallt sei.

Die schwächeren Kursnotierungen können sich nach Einschätzung der Analysten der DZ BANK kurzfristig fortsetzen. Potenzielle Anlaufpunkte würden das Zwischenhoch vom 29. April 2016 bei 74,54 Euro sowie der Bereich um 70,00 Euro bilden, dem sich auch die 200-Tage-Linie (aktuell bei 69,13 Euro) annähere. Sollte die BASF-Aktie jedoch unter das Tief bei 63,00 Euro zurückfallen, müsse eine Fortsetzung der Erholung infrage gestellt werden.

Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert BASF SE zur Verfügung. Ein Beispiel sei eine Aktienanleihe mit einem Basispreis von 81,633 Euro und einer Zinszahlung von 9,75% p.a. Die Zinszahlung sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der BASF SE. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.

Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie am 16.06.2017 per Schlusskurs (Xetra) auf oder über dem Basispreis, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt. Notiere die Aktie am 16.06.2017 per Schlusskurs (Xetra) unter dem Basispreis, erfolge eine Rückzahlung durch Lieferung von Aktien entsprechend dem Bezugsverhältnis (12,25). Dementsprechend erhalte der Anleger 12 Aktien. Zusätzlich erhalte er für den Gegenwert von 0,25 Aktien eine Ausgleichszahlung. Der Gegenwert der Aktien zuzüglich Ausgleichszahlung werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag von 1.000,00 Euro liegen.

Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 0,80 Euro belaufen. (Ausgabe vom 07.11.2016) (10.11.2016/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.