Aktienanleihe Classic: Linde hat die "Schaufeln" für einen Wasserstoffboom - Anleiheanalyse


29.06.20 10:00
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Linde eine Aktienanleihe Classic (ISIN DE000DFK8340 / WKN DFK834) mit dem Basiswert Linde vor.

Wasserstoff gelte als ein Energieträger der Zukunft - auch für Deutschland. Die Bundesregierung habe deshalb nun eine "Wasserstoffstrategie" verabschiedet. Der Industriegase-Hersteller Linde sei gut gerüstet, um von dem Fahrt aufnehmenden Thema zu profitieren.

Deutschland stelle in seinem neuen Konjunkturpaket 9 Mrd. Euro für die Förderung von Wasserstoff zur Verfügung. Das ehrgeizige Ziel sei es, zur weltweiten Nummer 1 in Sachen Wasserstoff zu werden. Das Element sei eine Alternative für fossile Energieressourcen. Er könne aus einer Vielzahl von Quellen hergestellt werden und sei vergleichsweise gut speicherbar. Bereits seit einigen Jahrzehnten werde daher an entsprechenden Technologien gearbeitet, wie der Energieträger in Industrie, Mobilität, Wärmeerzeugung usw. eingesetzt werden könne. Ein großes potenzielles Anwendungsgebiet sei der Einsatz als Treibstoff. Die dafür verwendeten Brennstoffzellen seien hocheffizient und emissionsfrei.

Die Analysten würden davon ausgehen, dass Wasserstoff mittel- und langfristig eine zunehmende Rolle in der Mobilität (PKW, Nutzfahrzeuge) einnehmen werde. Welche technologischen Konzepte sich letztlich durchsetzen würden, werde sich aber erst zeigen. Eine Voraussetzung für den Ausbau von wasserstoffbasierten Energiekonzepten sei jedoch eine ausreichende und zuverlässige Bereitstellung des Energieträgers. Ein Profiteur dieser Entwicklung sei nach Erachten der Analysten Linde. Der deutsch-amerikanische Konzern sei Spezialist bei der Produktion und Logistik von Industriegasen, zu denen auch Wasserstoff gehöre.

Die Analysten würden Linde in einer starken Position sehen, um die "Schaufeln" zu liefern, mit denen eine breite Implementierung von wasserstoffbetriebenen Technologien möglich sei. Das Unternehmen besitze Know-how in der gesamten Wertschöpfungskette - von der Erzeugung und Verflüssigung über Lösungen für Transport und Speicherung bis zum Betanken wasserstoffbetriebener Fahrzeuge.

Linde könne zum einen mit der Expertise im Anlagenbau Produktionskapazitäten bereitstellen. Zum anderen sei der Konzern ein Hersteller des Rohstoffs und komme damit als Lieferant infrage. Die Analysten könnten sich dabei vorstellen, dass er perspektivisch statt Erdgas auch erneuerbare Energiequellen (Sonne, Wind) nutze, um den Wasserstoff durch Elektrolyse aus Wasser herzustellen. In diesem Zusammenhang würden die Analysten auch Kooperationen mit den Erzeugern von erneuerbaren Energien als denkbar erachten.

Den Bereich Wasserstoff würden die Analysten daher als einen potenziellen Wachstumstreiber sehen. Aber das sei nicht der einzige Zukunftstrend. Linde überzeuge insgesamt mit der Ausrichtung des Geschäftsmodells. Mit seinem Produktspektrum bediene der Konzern eine Reihe von Endmärkten (z.B. Chemie, Energie, Lebensmittel und Getränke, Elektronik, Gesundheitswesen). Viele Industriegase seien dabei essenziell in vielen Produktionsverfahren und dabei meist in komplexen Prozessen verankert, die durch langfristige Lieferverträge Umsätze erwirtschaften würden. Hohe Umstellungskosten sowie hohe Eintrittsbarrieren würden dabei einen Burggraben bilden.

Hinzu komme das Duopol im Industriegase-Markt, wobei Linde nach der Fusion mit Praxair Marktführer sei. Trotz des begrenzt zyklischen Charakters des Geschäfts würden konjunkturelle Schwächephasen ein Risiko darstellen. Die COVID-19-Belastungen sollten nach Erachten der Analysten jedoch vergleichsweise moderat ausfallen. Ungünstige Wechselkurseffekte seien ein weiterer Risikofaktor.

Als alternative Anlagemöglichkeit zu einer Direktanlage stünden Anlegern verschiedene Aktienanleihen mit der Aktie der Linde PLC als Basiswert zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe mit Fälligkeit am 21.07.2021 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 160,00 Euro und einer Zinszahlung von 5,00% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 21.07.2021, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Linde PLC. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) anteilig entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 0,96 Euro belaufen. Anleger würden während der Laufzeit der Aktienanleihe keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) erhalten und hätten keine weiteren Ansprüche (z.B. Stimmrechte) aus dem Basiswert.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Linde PLC. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Liege der Schlusskurs der Aktie der Linde PLC an der Börse XETRA Frankfurt am 14.07.2021 (Referenzpreis) auf oder über dem Basispreis von 160,00 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

2. Liege der Referenzpreis unter dem Basispreis, erhalte der Anleger eine durch das Bezugsverhältnis (6,25) bestimmte Anzahl von Aktien der Linde PLC. Es würden keine Bruchteile von Aktien geliefert. Für diese erhalte der Anleger eine Zahlung eines Ausgleichsbetrags pro Aktienanleihe. Ein Zusammenfassen mehrerer Ausgleichsbeträge zu Ansprüchen auf Lieferung von Aktien sei ausgeschlossen.

Wenn die Lieferung von Aktien des Basiswerts für die DZ BANK erschwert oder unmöglich sei, könne die Rückzahlung auch zu einem entsprechenden Abrechnungsbetrag erfolgen. Dieser entspreche dem Ergebnis der Formel (Referenzpreis am letzten Bewertungstag x Bezugsverhältnis). Der Gegenwert der Aktien zuzüglich des Ausgleichsbetrags werde unter dem Nennbetrag liegen. Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Wert der gelieferten Aktien der Linde PLC am Rückzahlungstermin zzgl. des Ausgleichsbetrags und der Zinszahlung unter dem Erwerbspreis der Aktienanleihe liege.

Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals sei möglich (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust trete ein, wenn der Schlusskurs der Aktie, die der Aktienanleihe zugrunde liege (Basiswert), an der maßgeblichen Börse am Bewertungstag (Referenzpreis) null sei. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Ausgabe vom 26.06.2020) (29.06.2020/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.