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Aktien dürften in den nächsten Monaten Anleihen übertreffen
20.07.16 12:25
GAM
Berlin (www.anleihencheck.de) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) war voller Sorge: Die Entscheidung Großbritanniens für einen Austritt aus der Europäischen Union würde nicht nur erhebliche Folgen für die Weltwirtschaft haben, sondern auch negative Konsequenzen für die britische Wirtschaft nach sich ziehen, so Larry Hatheway, Group Head Multi Asset Portfolio Solutions und Chefökonom beim Asset Manager GAM.
Rund einen Monat nach dem Brexit-Votum könne man zu dem Schluss kommen, dass dieser Standpunkt wahrscheinlich zu pessimistisch gewesen sei.
Zwar werde es in Großbritannien zu einem Abschwung und sehr wahrscheinlich auch zu einer Rezession kommen, doch anderswo würden die Folgen wohl nicht so negativ ausfallen. Die Wirtschaft in den USA, Westeuropa, Japan und selbst in einigen der größeren Schwellenländer habe sich in den letzten Jahren gegenüber anderen geopolitischen Unruhen und Marktrückschlägen als widerstandsfähig erwiesen. Dass vor allem die Industrieländer in der Lage gewesen seien, negativen Schocks standzuhalten, lasse sich auf das Wachstum, das weniger von Krediten abhänge, die geringeren wirtschaftlichen Ungleichgewichte sowie die niedrigeren Ölpreise und Inflationsraten zurückführen. Die Wirtschaft wachse vielleicht nur langsam, scheine jedoch - zumindest im Hinblick auf länder- oder regionenspezifische Erschütterungen - widerstandsfähiger gegen Schocks zu sein.
Demzufolge werde die Bank of England letztlich die einzige Zentralbank sein, die auf den Brexit reagieren müsse. Auch wenn die entsprechende Entscheidung bei ihrer Sitzung in der vergangenen Woche vertagt worden sei, sei es wahrscheinlich, dass sie im August eine Zinssenkung um 25 Basispunkte vornehmen werde. Außerdem habe die Bank of England bereits die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen gelockert, wodurch zusätzliche Kapazität bei der Kreditvergabe im britischen Bankensystem freigesetzt werde. Die US-amerikanische Notenbank FED lasse die Zinssätze derzeit unverändert, jedoch vermutlich nicht so lange, wie es die Märkte derzeit antizipieren würden. Eine Normalisierung zeichne sich ab - wenn nicht Ende diesen, dann Anfang nächsten Jahres. Die Europäische Zentralbank ändere ihre Politik voraussichtlich in nächster Zeit nicht. Vermutlich werde die Bank of Japan ihre Geldpolitik schließlich lockern und zugleich Konjunkturimpulse setzen. Das habe jedoch wenig mit dem Brexit zu tun.
Die Aktienmärkte würden diese optimistischere Sichtweise der Weltwirtschaft abbilden und sich hätten letzter Zeit weiter nach oben orientiert - in einigen Fällen mit neuen Höchstständen. Auch die Anleiherenditen seien gestiegen, da Befürchtungen, die FED müsste ihre Geldpolitik lockern oder sogar die Normalisierung für längere Zeit aufschieben, übertrieben gewesen sei. Ebenso zeichne sich langsam eine Neubewertung der Forward-Kurve in den USA ab.
Um die Weltwirtschaft stehe es also derzeit gar nicht so schlecht. Neue Impulse, insbesondere von Japan, dürften das weltweite Wachstum fördern. Folglich dürfte es zu etwas höheren Aktienkursen, einer Rotation in die Aktienmärkte und höheren Anleiherenditen kommen. Da diese Bewegung wahrscheinlich nicht stromlinienförmig verlaufe, dürften Aktien in den nächsten Monaten Anleihen übertreffen. (20.07.2016/alc/a/a)
Rund einen Monat nach dem Brexit-Votum könne man zu dem Schluss kommen, dass dieser Standpunkt wahrscheinlich zu pessimistisch gewesen sei.
Demzufolge werde die Bank of England letztlich die einzige Zentralbank sein, die auf den Brexit reagieren müsse. Auch wenn die entsprechende Entscheidung bei ihrer Sitzung in der vergangenen Woche vertagt worden sei, sei es wahrscheinlich, dass sie im August eine Zinssenkung um 25 Basispunkte vornehmen werde. Außerdem habe die Bank of England bereits die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen gelockert, wodurch zusätzliche Kapazität bei der Kreditvergabe im britischen Bankensystem freigesetzt werde. Die US-amerikanische Notenbank FED lasse die Zinssätze derzeit unverändert, jedoch vermutlich nicht so lange, wie es die Märkte derzeit antizipieren würden. Eine Normalisierung zeichne sich ab - wenn nicht Ende diesen, dann Anfang nächsten Jahres. Die Europäische Zentralbank ändere ihre Politik voraussichtlich in nächster Zeit nicht. Vermutlich werde die Bank of Japan ihre Geldpolitik schließlich lockern und zugleich Konjunkturimpulse setzen. Das habe jedoch wenig mit dem Brexit zu tun.
Die Aktienmärkte würden diese optimistischere Sichtweise der Weltwirtschaft abbilden und sich hätten letzter Zeit weiter nach oben orientiert - in einigen Fällen mit neuen Höchstständen. Auch die Anleiherenditen seien gestiegen, da Befürchtungen, die FED müsste ihre Geldpolitik lockern oder sogar die Normalisierung für längere Zeit aufschieben, übertrieben gewesen sei. Ebenso zeichne sich langsam eine Neubewertung der Forward-Kurve in den USA ab.
Um die Weltwirtschaft stehe es also derzeit gar nicht so schlecht. Neue Impulse, insbesondere von Japan, dürften das weltweite Wachstum fördern. Folglich dürfte es zu etwas höheren Aktienkursen, einer Rotation in die Aktienmärkte und höheren Anleiherenditen kommen. Da diese Bewegung wahrscheinlich nicht stromlinienförmig verlaufe, dürften Aktien in den nächsten Monaten Anleihen übertreffen. (20.07.2016/alc/a/a)


