8,75% Multi Aktienanleihe: In den Erhalt der Biodiversität investieren - Anleiheanalyse


13.02.25 09:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Die Analysten der Bank Vontobel Europe AG stellen in der aktuellen Ausgabe des "Aktienanleihen Investors" eine 8,75% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VG415H3 / WKN VG415H) auf die Aktien von Air Products & Chemicals, Republic Services und Waste Management vor.

Im November 2024 habe der World Wildlife Fund (WWF) den aktuellen Living Planet Report veröffentlicht. Darin mache die NGO (Non-Governmental Organisation) auf alarmierende Zustände aufmerksam. Beispielsweise zeige der WWF (World Wide Fund For Nature) auf, dass der globale Wildtierbestand seit 1970 um beinahe 70 Prozent abgenommen habe - eine Entwicklung, die primär auf wirtschaftliche Aktivitäten zurückgeführt werden könne und dringenden Handlungsbedarf signalisiere. Vontobel biete mit den Tracker-Zertifikaten auf den Biodiversity Strategy-Index eine Anlagemöglichkeit, die gezielt Unternehmen in den Fokus stelle, welche sich für den Erhalt der Biodiversität einsetzen würden.

Die biologische Vielfalt auf unserem Planeten nehme trotz Erhaltungsbemühungen rapide ab, wie ein neuer Bericht des WWF zeige. Die Evaluation erfolge anhand des Living Planet-Index, der belege, dass zwischen 1970 und 2020 die Populationen wildlebender Wirbeltiere im Durchschnitt um 73 Prozent zurückgegangen seien. Der stärkste Rückgang sei in Lateinamerika und der Karibik mit über 90 Prozent verzeichnet worden. Dabei sei nicht ausschließlich der Klimawandel die treibende Kraft hinter dieser besorgniserregenden Entwicklung. Auch ökonomisch motivierte menschliche Eingriffe, wie großflächige Rodungen in tropischen Gebieten oder Überfischung, würden dazu beitragen, dass eine zunehmende Anzahl wildlebender Tiere Schwierigkeiten habe, ausreichend Lebensraum zu finden.

Auch für Menschen sei die biologische Vielfalt von großer Bedeutung. Eine abnehmende Artenvielfalt in Flora und Fauna schwäche die Widerstandsfähigkeit globaler Ökosysteme und beeinträchtige essenzielle Funktionen wie die Verfügbarkeit von sauberem Wasser und Nahrung sowie die Absorption von Kohlenstoff - ein entscheidender Faktor im Kampf gegen den Klimawandel. Aus wirtschaftlicher Perspektive betrachtet würden Schätzungen des Beratungsunternehmens PwC zeigen, dass über 50 Prozent des globalen BIP in mittlerem bis hohem Maß von der Natur abhängig seien.

Unternehmen in hochentwickelten Industrienationen würden oft Primärgüter aus Ländern des globalen Südens importieren, die über große Rohstoffvorkommen verfügen würden und auf den Export angewiesen seien, um im globalen Handelssystem wettbewerbsfähig zu bleiben. Da diese Länder oft nicht über die finanziellen Ressourcen für einen nachhaltigen Rohstoffabbau verfügen würden, führe die Extraktion der Rohstoffe häufig zu negativen Auswirkungen auf lokale Ökosysteme - wie Wasserverschmutzung, erhöhte Treibhausgasemissionen oder die Zerstörung natürlicher Lebensräume.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht könnten solche Entwicklungen zu steigenden Risiken für Unternehmen führen, deren Lieferketten stark von natürlichen Ressourcen aus diesen Regionen abhängen würden. Um dies zu vermeiden, sollten Unternehmen ökologische Risiken zunehmend als Geschäftsrisiken betrachten und in den Erhalt der Ökosysteme investieren, von deren Stabilität ihre Lieferketten abhängen würden. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Regierungen und der Zivilgesellschaft, um den weiteren Verlust der biologischen Vielfalt zu verhindern.

Privatanleger, die mit ihren Investitionen einen positiven Einfluss erzielen möchten, müssten sich nicht machtlos fühlen. Eine wachsende Anzahl privater sowie institutioneller Investoren lege umweltbewusstes Kapital an und könne so zu einer nachhaltigeren Kapitalallokation beitragen. Besonders institutionelle Investoren würden aus regulatorischen und ökonomischen Gründen zunehmend Anlagestrategien nach ESG-Prinzipien (Environmental, Social & Governance) verfolgen, die zu einem positiven Beitrag für den Erhalt der Biodiversität führen könnten.

Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe Februar 2025) (13.02.2025/alc/a/a)