11,75% Vontobel-Aktienanleihe auf Oracle: Cloudgeschäft beflügelt - Anleiheanalyse


09.10.25 09:00
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Oracle ist weit mehr als ein Pionier der Datenbanken - es hat sich zu einem umfassenden Anbieter von Cloud- und Softwarelösungen für Unternehmen entwickelt, so das Zertifikate-Team der Bank Vontobel Europe AG im aktuellen "Aktienanleihen Investor".

Verträge mit dem ChatGPT-Betreiber OpenAI und Investitionen in das Cloud-Geschäft sollten die Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz weiter ausbauen. Umfangreiche Investitionen sollten seine führende Stellung sichern, hätten allerdings auch Einfluss auf die Schulden.

Bereits 1977 sei in Kalifornien die Oracle Corporation unter dem Namen Software Development Laboratories von Larry Ellison, Bob Miner und Ed Oats gegründet worden. Bereits zwei Jahre später habe das Unternehmen die erste kommerzielle Datenbank auf den Markt gebracht, bei der die sogenannten Structured Query Language (SQL) eingesetzt worden sei. 1986 sei das Unternehmen an die New York Stock Exchange gegangen und werde seither unter dem Namen Oracle Corp. (ORCL) gehandelt.

Seit seinen Anfängen habe das Unternehmen eine bemerkenswerte Transformation durchgemacht und biete nun schon seit bald 50 Jahren eine Vielzahl verschiedener IT-Lösungen an. Dazu würden beispielsweise die Oracle Database - ein relationales Datenbankmanagementsystem (RDBMS) - sowie seine cloudbasierten "ERP"-Angebote (Enterprise Resource Planning) für die Bereiche Business Intelligence, Finanzdienstleistungen sowie für Systeme wie Solaris, Java und Oracle Linux gehören. Außerdem produziere Oracle Server- und Netzwerklösungen für den Betrieb seiner Plattformen und Datenbanken. Diese Dienste würden es Unternehmen aus vielfältigen Bereichen ermöglichen, ihre IT-Landschaften zu modernisieren, Kosten zu senken und die Agilität zu erhöhen.

2010 sei ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte von Oracle gewesen. In diesem Jahr habe Oracle das Unternehmen Sun Microsystems erworben, ein Softwareunternehmen, das die Programmiersprache Java entwickelt habe. Dies habe dazu geführt, dass Oracle sich noch stärker in der Welt der Computersysteme und Software verankert habe.

Produkte und Dienstleistungen von Oracle würden weltweit in Regierungsbehörden, Telekommunikationsunternehmen und im Gesundheitswesen eingesetzt, wo Datensicherheit, Redundanz und komplexes Workload-Management von entscheidender Bedeutung seien (Quelle: IBM).

In den letzten Jahren habe Oracle erhebliche Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz gemacht und sich durch innovative Ansätze und die Integration von KI in seine Produkte und Dienstleistungen hervorgehoben. Eine der Innovationen von Oracle sei die Autonomous Database, die KI und maschinelles Lernen nutze, um Datenbankmanagement zu automatisieren. Diese selbstverwaltende Datenbank könne Aufgaben wie "Tuning", "Patching", "Backup" und Fehlerbehebung eigenständig durchführen. Dies mache Oracle zu einem Vorreiter in der Nutzung von KI für die Optimierung von Datenbanklösungen. Dabei zeichne Oracle im Bereich der Künstlichen Intelligenz die Kombination aus technologischem Fortschritt, Integration in Unternehmenslösungen und einem starken Fokus auf Automatisierung und Effizienz aus.

Der Name des Gründers des Softwaregiganten Oracle sei nicht sofort und jedem geläufig. Dabei stehe der inzwischen schon 81-jährige Larry Ellison bereits mehr als 50 Jahre an der Spitze des Softwarespezialisten. Als Verwaltungsratspräsident und Chief Technology Officer würden ihm rund 40 Prozent der Unternehmensanteile gehören (Quelle: NZZ).

Im Gegensatz zu vielen anderen Milliardären habe Ellison die Geschicke seines Unternehmens eher aus dem Hintergrund heraus gelenkt, ohne den medialen Trubel um sich und seine Person zu suchen. Ellison sei gut im Silicon Valley vernetzt und werde von den großen Namen im Technologiebereich geschätzt. Auf die Frage in einem Podcast, den klügsten Menschen zu nennen, den er getroffen habe, oder einen CEO, den er bewundern würde, habe Tesla-Gründer, Elon Musk, neben Jeff Bezos auch Larry Ellison genannt.

Einer der Treiber des Erfolgs von Oracle sei Ellisons Hartnäckigkeit und Durchsetzungsvermögen sowie sein Gespür dafür gewesen, vielversprechende Ideen frühzeitig zu erkennen. So habe er den Grundstein des Erfolgs durch die Entwicklung einer relationalen Datenbank gelegt, die es erstmals möglich gemacht habe, separate Datensammlungen miteinander in Verbindung zu bringen. Auch wenn der Ursprung der Idee ursprünglich nicht von Ellison selbst gestammt habe, sondern erstmals in einem Forschungspapier von IBM erwähnt worden sei, habe Ellison als Erster die Idee erfolgreich umgesetzt.

Über die Jahre habe Ellison versucht, die führende Marktposition und den längerfristigen Geschäftserfolg zu sichern, indem er die Konkurrenz gezielt aufgekauft oder neue strategische Geschäftsbereiche erschlossen habe. Der Wettbewerb in der Hightech-Industrie sei enorm, der Markt wachse rapide und Unternehmen müssten sich schnell verändern können. Ellison sei schnell klar gewesen, dass ohne Zukäufe oder Verteidigung der eigenen Marktposition Unternehmen in der Tech-Branche schnell an Bedeutung verlieren könnten.

Am 9. September 2025 habe Oracle die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 bekannt gegeben. Der Gesamtumsatz sei im Vergleich zum Vorjahr um 12% auf 14,9 Milliarden US-Dollar gestiegen. Besonders stark habe sich die Cloud-Sparte gezeigt, die einen Umsatzanstieg von 28% auf 7,2 Milliarden US-Dollar verzeichnet habe. Im Gegensatz dazu seien die Software-Umsätze leicht um 1% auf 5,7 Milliarden US-Dollar zurückgegangen. Der GAAP-Betriebsgewinn habe sich auf 4,3 Milliarden US-Dollar belaufen, was einem Anstieg von 9% im Vergleich zum Vorjahr entsprochen habe.

Die Ergebnisse würden die wachsende Bedeutung der Cloud-Infrastruktur und Künstlichen Intelligenz (KI) für das Geschäft von Oracle unterstreichen. Die steigende Nachfrage in diesen Bereichen habe maßgeblich zu den starken Zahlen der Cloud-Sparte beigetragen. Um das Cloud-Geschäft weiter auszubauen, plane Oracle die Aufnahme neuer Schulden in Höhe von 18 Milliarden US-Dollar, verteilt auf sechs Tranchen. Diese Mittel sollten in den Ausbau der Rechenkapazitäten fließen, um die vertraglichen Verpflichtungen mit Partnern wie OpenAI zu erfüllen. Allein im Jahr 2025 würden sich die Investitionsausgaben des Unternehmens auf rund 35 Milliarden US-Dollar belaufen. Oracle habe ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre: Laut der 5-Jahres-Prognose des Unternehmens könnte der Umsatz im Cloud-Geschäft bis 2030 auf 144 Milliarden US-Dollar anwachsen. Damit würde Oracle in eine ähnliche Größenordnung wie Google Cloud vorstoßen (Quelle: Oracle).

Auf der in Kürze stattfindenden Oracle AI World plane das Unternehmen, einen neuen Cloud-Infrastrukturdienst namens "Oracle AI Database" vorzustellen. Dieser Dienst solle es Kunden ermöglichen, das Large Language Model ("LLM") ihrer Wahl - einschließlich Googles Gemini, OpenAIs ChatGPT, xAIs Grok und anderer - direkt auf der Oracle-Datenbank zu nutzen, um auf ihre bestehenden Datenbankdaten zuzugreifen und diese zu analysieren. Dieser neue Cloud-Dienst könnte es den Datenbankkunden von Oracle ermöglichen, den Wert ihrer Daten freizusetzen, indem sie diese leicht zugänglich für die fortschrittlichsten KI-Modelle machen würden.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 11,75% Aktienanleihe Pro mit Barriere Quanto (ISIN DE000VH5KHW2 / WKN VH5KHW) auf Oracle. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 80,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 18.09.2026. (Stand: 08.10.2025) (Ausgabe Oktober 2025)



Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

Ausgewählte Risiken:

Korrelationsrisiko:
Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of): Dieser Typ der Aktienanleihen bezieht sich auf mehrere Basiswerte. Damit ist der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreicht. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich ist, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt hat (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals ist daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Marktrisiko:
Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten-/Bonitätsrisiko:
Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (09.10.2025/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
70,34 € 67,53 € -   € 0,00% 17.04./08:31
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000VH5KHW2 VH5KHW 100,00 € 55,30 €
Werte im Artikel
70,34 plus
+4,16%
151,52 plus
+0,09%