Hannover (www.anleihencheck.de) - Das erste Mal seit 2016 befand sich die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen wieder bei unter 0%, per Schlusskurs 25.03. bei -0,03%, so Dr. Norman Rudschuck, CIIA, und Thomas Scholz, CIIA bei NORD/LB.
Viele Marktteilnehmer hätten diese Entwicklung auch aufgrund des QE-Exits (auf Nettobasis) der EZB nicht für möglich gehalten. Auch das Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré habe sich zu Bunds geäußert: "Sollte die Rendite der 10-jährigen Bunds heute null, darunter, nahe null oder darüber sein - ich weiß es nicht einmal, während wir sprechen, dann ist das mehr Folge exzessiven Sparens als bedingt durch die Geldpolitik." Er sehe im weiteren Gespräch von diesem Montag das Problem nicht bei der Geldpolitik und meine, dass sich die geldpolitische Haltung zuletzt kaum geändert habe.
Wenn die Bund-Renditen nach unten tendieren würden, dann sei das eine Folge der Flucht in Qualität aber auch infolge von exzessivem Sparen auf makroökonomischer Ebene. Er ergänze in Bezug auf die Geldpolitik: "Ich denke nicht, dass wir die Grenze dessen erreicht haben, was wir tun können." Die EZB habe "immer Lösungen gefunden", um das zu erreichen, was notwendig gewesen sei. "Ich bin zuversichtlich, dass wir es noch einmal schaffen können. Ich kann jedoch nicht sicher sein, dass geldpolitische Instrumente mit jeder möglichen Situation umgehen können. Es könnte also sein, dass wir in Zukunft mit einer Situation konfrontiert sein werden, in der es teilweise aus rechtlichen Gründen keine geldpolitische Lösung gibt."
Die europäischen Kreditfazilitäten EFSF/ESM würden ihr Funding für das Q2 wie geplant bei EFSF EUR 4,0 Mrd. und ESM EUR 2,5 Mrd. belassen. Zusätzlich habe der ESM angekündigt, dass alle Vorbereitungen für eine Reform (Backstop SRF, Erleichterungen bei vorsorglichen Kreditlinien) bis Juni abgeschlossen sein sollten, sodass alle 19 Staaten der Eurozone die Reform in den folgenden Monaten ratifizieren könnten.
Die NIB-finanzierten Projekte im abgelaufenen Jahr würden zu einer jährlichen Reduzierung der CO2-Emissionen um 457.000 Tonnen beitragen. Die Nettoreduktion entspreche dem jährlichen CO2-Fußabdruck von 38.000 Menschen in den Mitgliedsländern der NIB. Diese CO2-Belastung werde anteilig auf den Finanzierungsanteil der NIB angerechnet, die gesamte jährliche CO2-Nettoreduktion betrage 818.000 Tonnen. Des Weiteren habe die NIB Darlehen in Höhe von EUR 334 Mio. begeben. Im Jahr 2018 habe die NIB Darlehen für fünf Abwasserbehandlungsprojekte in Schweden und Finnland im Gesamtbetrag von EUR 126 Mio. unterzeichnet, womit die Abwasserbehandlungskapazitäten ca. 14.000 Einwohnern in Bezug auf zusätzliche Abwasserbehandlungskapazitäten von ca. 14.000 Einwohnern und die Wiederherstellung des Abwassers von 820.000 Einwohnern erreicht würden. Rund EUR 687 Mio. seien in 2018 in Darlehensprogrammen für KMU, Midcaps und Umweltprojekte in Norwegen, Finnland, Island, Schweden und Estland bereitgestellt worden. Über neun Darlehen zur Finanzierung von FuE-Investitionen (EUR 393 Mio.) seien unterzeichnet worden. Im Jahr 2018 habe die NIB zudem Investitionen in neue Bildungseinrichtungen in Finnland und Schweden in Höhe von EUR 118 Mio. finanziert. Die Investitionen würden 18.475 Schüler vom Kindergarten bis zur Universität in Finnland und Schweden betreffen.
Wesentliche Abweichungen von den üblichen Standards würden nicht existieren. Interne Systeme sollten die ordnungsgemäße Nutzung des "grünen Kapitals" sicherstellen. Zu den Richtlinien sei auch eine Second Party Opinion (SPO) der auf Nachhaltigkeit spezialisierten Agentur "Sustainalytics" veröffentlicht worden, die zu dem Schluss komme, dass das ICO Green Bond Framework glaubwürdig und wirkungsvoll sei.
Im aktuellen Marktumfeld, das von einigen Unsicherheiten was ökonomische Makrolage und einhergehend dem Zinsausblick angehe, seien Emittenten eher zurückhaltend. Wir beobachteten lediglich zwei neue Bonds am Markt - beide am langen Ende der Kurve, so die Analysten der NORD/LB. Zunächst habe die NRW.Bank EUR 500 Mio. über 20 Jahre begeben. Der Bond (ISIN DE000NWB18M7 / WKN NWB18M) sei bei ms +10 Bp gepreist worden.
Weiterhin sei das Land Berlin (ISIN DE000A2NB9R0 / WKN A2NB9R) an den Markt gekommen und habe EUR 500 Mio. über 15 Jahre begeben. Das Pricing sei bei ms +3 Bp fixiert worden, nachdem die Guidance noch ms +5 Bp area betragen habe. Das Orderbuch habe bei EUR 2,0 Mrd. gelegen. Wir ermittelten einen G-Spread von rund 64 Bp (vs. DBR 4,75 07/04/34), so die Analysten der NORD/LB.
Neben diesen neuen EUR-Benchmarks sei das Land Nordrhein-Westfalen weiterhin mit dem Erfolg des Bonds NRW 2,15 03/2119 beschäftigt. Ende der vergangenen Kalenderwoche sei die Anleihe ein weiteres Mal aufgestockt worden. Nun betrage das ausstehende Volumen EUR 2,05 Mrd. Der Tap sei bei einer Rendite von 2,15% gepreist worden. Es scheine als sei der Appetit nach Rendite so groß, dass die ultralange Laufzeit nebensächlich sei. Zwei Ankündigungen im Agency-Segment hätten Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Das spanische ICO möchte sein Debüt im Green Bond-Segment geben und plane eine Roadshow für eine EUR-Benchmark.
Ein weiteres Debüt sei durch die Île-de-France Mobilités (Bloombergticker: STIFFP; EPA-Status) angekündigt worden. Auch der Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs in der Hauptstadtregion plane eine EUR-Benchmark.
Die vor kurzem begebene 100-jährige NRW 03/2119 sei in der letzten Woche auf das neue Gesamtvolumen von EUR 2,05 Mrd. aufgestockt worden. Im Sekundärmarkt habe es keinerlei Umsätze in der Anleihe gegeben. Insgesamt habe es bei einem unveränderten Spreadniveau sehr geringe Umsätze in Länderanleihen und bei Anleihen der deutschen, regionalen Förderbanken gegeben. Auch bei den kanadischen Regionen seien die Umsätze überschaubar gewesen, allerdings hätten sich die Spreads in diesem Marktsegment leicht eingeengt. Spreads bei Supras/Agencies würden sich leicht einengen vor allem bei "off the run" Anleihen (also ältere Anleihen), da sie relativ rar seien und der Umlauf gering sei. Des Weiteren seien längere Laufzeiten (8-15y) im Fokus von Kundenkäufen, da der Spreadaufschlag gegen Bundesanleihen in diesem Laufzeitenbereich noch interessant erscheine. (Ausgabe vom 27.03.2019)(28.03.2019/alc/a/a)
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