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22.03.19 08:00
US-Notenbank stoppt Zinserhöhungszyklus

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Gestern Abend zeigte sich die US-Notenbank friedlicher als von vielen erwartet, so Mondher Bettaieb, Head of Corporate Bonds bei Vontobel Asset Management.

Die FED habe die Erwartungen der Experten von Vontobel Asset Management bestätigt, dass sie ihren Zinserhöhungszyklus abgeschlossen habe. Jerome Powell habe zur ausgeglichenen Marktstimmung beigetragen, indem er die guten Fundamentaldaten der US-Wirtschaft kommentiert und darüber informiert habe, dass die FED nicht mehr den Drang verspüre, die Zinspolitik zu straffen, da sie den aktuellen Zinssatz nun als neutral ohne expansiven oder restriktiven Effekt auf die Wirtschaft betrachte.

Die Experten von Vontobel Asset Management seien stets der Überzeugung gewesen, dass es maßgeblich auf den so genannten "Dot Plot", (Notenbanker Jargon für das Punktdiagramm der FED, das als Basis für die Zinsprognose diene) ankomme. Während der kurzfristige Dot Plot signifikant nach unten korrigiert worden sei, sei der Median des langfristigen Dot Plots unverändert bei 2,75 Prozent geblieben. Allerdings gebe es beachtenswerte Bewegungen im Hintergrund der Zusammensetzung des langfristigen Dot Plots, da zehn von 16 politischen Entscheidungsträgern nun den langfristigen Dot Plot eher bei 2,625 Prozent, beziehungsweise am unteren Ende des Dot Plots für 2021 sähen. Die Mehrheit der Befragten gehe also sowohl für 2021 als auch für den langfristigen Dot Plot von einer mittelfristigen Prognose von 2,625 Prozent aus, was dem aktuellen Leitzins der FED von 2,25 bis 2,5 Prozent sehr nahe komme.

In Verbindung mit dem gemäßigten politischen Kurs, der gestern Abend für die nächsten Jahre angekündigt wurde, erklären wir hiermit das Ende des aktuellen Zinserhöhungszyklus, so die Experten von Vontobel Asset Management. Weitere Zinserhöhungen in naher Zukunft würden im Widerspruch zu den gestrigen Ankündigungen stehen, da der Zins dann über das Niveau von 2,625 Prozent steigen würde.

Darüber hinaus habe die FED das Ende ihres Bilanzabbaus wie erwartet angekündigt. Ab Mai gedenke sie die Obergrenzen von 30 auf 15 Milliarden US-Dollar zu senken, was bedeute, dass sie bereits ab Ende Mai 15 Milliarden weitere Treasuries pro Monat kaufen würde. Dies werde die Liquidität des US-Dollar erhöhen und zu weiteren Liquiditätsüberschüssen an den Märkten beitragen. Die jüngste Erweiterung der Targeted Longer-Term Refinancing Operations (TLTRO) III der EZB durch Mario Draghi habe ebenfalls zu Erhöhung der Liquidität auf den Märkten beigetragen.

Zur Erinnerung: Das europäische Bankensystem generiere jedes Jahr rund 250 Milliarden Euro an neuen Deposits, die nicht als Ersatz für die alten TLTROs verwendet werden müssten, die den Banken zur Verfügung gestellt worden seien. Letztere würden bis 2021 mit 750 Milliarden Euro fällig, würden aber nun durch die neuen Kredite ersetzt. Wenn man bedenke, dass man mindestens drei ganze Jahre Zeit habe, bevor die neuen TLTRO Kredite 2023 auslaufen würden, in denen das europäische Bankensystem neue Bankeinlagen sammeln werde, bedeute dies letztlich, dass das europäische System von 750 Milliarden überschüssiger Liquidität profitieren werde (drei Jahre x 250 Milliarden neue Einlagen). Die bevorstehende Überschussliquidität werde für die Rentenmärkte gewaltige Ausmaße annehmen.

Dies werde nicht nur den Wirtschafts- und Kreditzyklus stützen, sondern man erwarte auch, dass Anleihenanleger zunehmend nach Renditespreads greifen würden. Dies sei positiv für die Kreditmärkte und auch für den S&P 500. Die Experten von Vontobel Asset Management würden erwarten, dass der S&P 500 um etwa 20 Prozent steigen werde, da die FED davon absehen werde, weiterhin an der Zinsschraube zu drehen, solange es ein akzeptables Wirtschaftswachstum gebe. Die Experten würden bekräftigen somit, dass weder die FED noch die EZB Hindernisse für uns darstellen würden. (22.03.2019/alc/a/a)



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