Essen (www.anleihencheck.de) - Die EZB wird ihre Geldpolitik abermals expansiver gestalten, berichten die Analysten der National-Bank AG.
EZB-Chef Draghi habe auf der Pressekonferenz vom 7. März eine neue Runde zielgerichteter Maßnahmen zu einer noch expansiveren Ausrichtung der Geldpolitik verkündet. Als Grund nannte Draghi den deutlich schwächeren konjunkturellen Ausblick für die Eurozone, der auch bewirken dürfte, dass das EZB-Inflationsziel in noch weitere Ferne rückt: Wir hatten die Inflationsprojektionen der EZB schon seit geraumer Zeit als ohnehin zu hoch eingestuft, so die Analysten der National-Bank AG. Die EZB erwarte nunmehr nur noch einen Anstieg der Inflation auf 1,5 Prozent im nächsten Jahr nach 1,2% im laufenden Jahr, eine Abwärtsrevision für das laufende Jahr von immerhin 0,4 Prozentpunkten. Konkret habe die EZB ihre Forward Guidance angepasst und stelle diesbezüglich in Aussicht, dass die Leitzinsen mindestens bis zum Jahresende auf ihren derzeitigen Niveaus bleiben würden. Darüber hinaus werde die EZB ab September insgesamt sieben neue Langfristtender begeben, die dem Vernehmen nach allerdings etwas restriktiver gestaltet sein dürften als die Maßnahmen des vorherigen TLTRO-II-Programms.
Das Protokoll der letzten FED-Sitzung habe noch einmal die abwartende Haltung der obersten US-Notenbanker unterstrichen. Das FOMC reagiere damit auf die gestiegenen Unsicherheiten vor allem auch hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklungen bei den Handelspartnern weltweit. Die so abrupte Kehrtwende der US-Notenbanker mache eine Einschätzung des weiteren Notenbankpfades allerdings wesentlich schwieriger: Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG bleibe die ökonomische Indikation für weitere Zinsschritte erhalten. Die signifikante Neueinschätzung des Notenbankzinspfades belege nach Erachten der Analysten den zunehmenden politischen Druck, unter dem die amerikanische Notenbank stehe - und dessen weiterer Verlauf sei naturgemäß schwer abzuschätzen.
Aus Sicht der Analysten sprächen die Daten derzeit für zwei weitere Zinsschritte der FED im laufenden Jahr. Insofern erwarte man, dass die US-Notenbank zunächst weiter abwarte und dann im Rahmen der Verbesserung auch der internationalen Perspektiven mit ihrem Zinserhöhungszyklus fortfahre. Auch hier werde es entscheidend darauf ankommen, ob es gelinge, vor allem im Verhältnis USA-China zu einem Kompromiss bezüglich der bilateralen Handelsströme zu gelangen. Auf Sicht der kommenden zwölf Monate geh man weiterhin von einem deutlichen Anstieg der Renditen auf Werte um 3,2% (vormals 3,3%) aus. (Ausgabe vom 08.03.2019) (11.03.2019/alc/a/a)
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