Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wenn eine Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) so heftige Reaktionen an den Finanzmärkten auslöst wie die vorgestrige, ist meistens viel Psychologie im Spiel. Und möglicherweise größere Schieflagen, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Tatsächlich müsse man sich die Frage stellen, wie es sein könne, dass die US-Aktienmärkte auf eine Zinserhöhung der FED mit dem schlimmsten Kursrückgang seit mehr als zwei Jahrzehnten reagiert hätten, während Euro-Händler fast schon gelassen mit dem Sitzungsergebnis des FOMC umgegangen seien. Tatsächlich hätten doch FED-Präsident Jerome Powell und seine FOMC-Kollegen einen weithin erwarteten Zinsschritt durchgezogen und - ebenfalls wie weithin erwartet - eine etwas "taubenhaftere" Prognose für zukünftige Leitzinsentscheidungen abgegeben: Die Median-Vorhersage sei von drei auf zwei Zinserhöhungen im Jahr 2019 gesenkt worden. Wobei man Powells Hinweis in der Pressekonferenz vom Mittwochabend eine winzige falkenhafte Note entnehmen könnte, als er geäußert habe, es gebe eine "signifikante" Gruppe von FOMC-Mitgliedern die immer noch von drei Zinserhöhungen für 2019 ausgegangen seien. Zu dieser Gruppe könne sich auch die Deutsche Bank AG rechnen. Aber auch sie habe die Zahl der von ihr für 2019 zu erwartenden Zinsschritte um einen reduziert.
Aber bei Licht betrachtet habe Jerome Powell doch rational und glaubwürdig gehandelt. Denn Wachstum und Beschäftigung hätten sich bislang genauso entfaltet, wie es die FED erwartet habe. Und selbst Schwächesignale aus dem Immobilienmarkt hätten sich durch die jüngsten Daten wieder relativiert. Ganz richtig habe das Wall Street Journal sinngemäß getitelt: "Powells Wette: Die Daten sind richtig, der Markt liegt falsch". Und wenn der Markt tatsächlich falsch liege, dann seien weder die fallenden Aktienkurse noch die extrem flache, teils inverse US-Zinsstrukturkurve zwangsläufig Vorboten einer drohenden Rezession.
Vielleicht hätten die Euro-Händler gestern angemessen reagiert, als sie den Dollar ein wenig nach unten gedrückt und den Euro in seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1260/65 und 1,1520/25 bestätigt hätten. (21.12.2018/alc/a/a)
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