Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der gestrige Handelstag, aber auch der heutige stehen ganz im Zeichen der US-Notenbank, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Zum einen, weil gestern FED-Chef Jerome Powell eine von vielen Marktteilnehmern als wichtig eingeschätzte Rede gehalten habe, und zum anderen, weil für heute die Veröffentlichung des Protokolls der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank vom 7./8. November anstehe. Zunächst hätten sich die Devisenakteure jedoch mit weniger spannenden ökonomischen Daten zufriedengeben müssen. In Deutschland habe es gegolten, eine Veröffentlichung zum GfK-Verbrauchervertrauen zu verarbeiten, das jedoch mit 10,4 nur minimal unter der Konsenserwartung der Ökonomen gelegen habe. Kaum interessanter sei schließlich am Nachmittag die erste Revision des US-Bruttoinlandsprodukts gewesen, das für das dritte Quartal mit 3,5 Prozent (annualisiert) ebenfalls weitgehend den Erwartungen entsprochen habe.
Andererseits habe sich US-Präsident Donald Trump wieder einmal abfällig über die FED und ihren Präsidenten Jerome Powell geäußert. Er sei kein bisschen glücklich, "Jay" (für den Vorsitz der FED) ausgewählt zu haben, so Trump, der damit ein weiteres Mal offensichtlich versucht habe, auf die FED Einfluss zu nehmen. Bislang hätten die Anleihemärkte allerdings Trumps Attacken ignoriert. Auch würden sie davon ausgehen, dass sich die FOMC-Entscheider nicht durch die Tiraden beeinflussen lassen würden. Dennoch sei Jerome Powell um seine Aufgabe nicht zu beneiden, müsse er doch mit weiteren Zinserhöhungen ein Polster für spätere Krisen schaffen, dürfe aber dabei das Wachstum nicht abwürgen.
Die Rede Powells am gestrigen Abend habe dann aber doch für einige Überraschung gesorgt. Zwar halte der FED-Chef am ökonomischen Ausblick soliden Wachstums, niedriger Arbeitslosigkeit und einer Inflation nahe 2 Prozent fest. Aber das Statement, dass sich der Leitzins nicht mehr weit von der Untergrenze der von der FED prognostizierten Bandbreite für den neutralen Zins befände (2,5 bis 3,5 Prozent), und die FED überdies keinem im Voraus festgelegten (geld)politischen Pfad folgen würde, sei von den Devisenakteuren als taubenhaft interpretiert worden. Dies habe dafür gesorgt, dass der Dollar deutlich an Boden verloren habe und der Euro im Rahmen seines ohnehin lahmenden kurzfristigen Abwärtstrends zwischen 1,1450 und 1,1170 eine heftige Aufwärtskorrektur erfahren habe. (29.11.2018/alc/a/a)
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