Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Auf den ersten Blick betrachtet kam gestern wohl die beste Nachricht des Tages aus Italien, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Zumindest hätten sowohl die italienischen Anleihemärkte als auch der Euro positiv auf die Meldung reagiert, dass die italienische Regierung im Haushaltsstreit mit der EU offenbar zu einem gewissen Entgegenkommen bereit sei. So hätten bereits am frühen Vormittag Meldungen die Runde gemacht, wonach Italien bereit sei, die Neuverschuldung von 2,4 auf 2,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zurückzuführen. Tatsächlich sehe dies angesichts der bislang starren Haltung Italiens wie ein großzügigeres Entgegenkommen aus. Die Anleihehändler hätten dies auf jeden Fall zu goutieren gewusst, so dass der Renditevorsprung zehnjähriger italienischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen mit ähnlicher Laufzeit, der sich am vergangenen Freitag noch auf 306 Basispunkte belaufen habe, bis auf zuletzt 291 Basispunkte geschrumpft sei.
Dass es um das Wachstum in der Eurozone auch im vierten Quartal nicht so gut bestellt sein könnte, habe gestern EZB-Präsident Mario Draghi vor dem EU-Parlament klar gemacht. Draghi habe bei seiner Rede eingeräumt, dass die Daten zuletzt schwächer als erwartet ausgefallen seien, nicht ohne allerdings darauf hinzuweisen, dass ein Teil dieser Schwäche temporärer Natur sein dürfte. Tatsächlich hätten die jüngsten Daten eine Normalisierung bei der Kfz-Produktion gezeigt, so Draghi, die im dritten Quartal bekanntlich durch Einmalfaktoren negativ beeinflusst gewesen seien. Als Fazit habe man daraus die Botschaft entnehmen können, dass die EZB - in diese Richtung hätten sich gestern auch die Ratsmitglieder Sabine Lautenschläger, Ewald Nowotny sowie Chefvolkswirt Peter Praet geäußert - ihr Anleihekaufprogramm zum Jahresende auf jeden Fall abschließen möchte. Daran dürfte auch der schlechter - als im Konsens von den Ökonomen erwartet - ausgefallene ifo-Index nichts ändern.
Unterdessen habe der Euro seine gestern zeitweise erreichten Gewinne zum Abschluss komplett wieder hergeben müssen und bleibe auch nur stabil, solange 1,1305/10 nicht unterlaufen werde. (27.11.2018/alc/a/a)
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