Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Man hätte sicherlich Gründe für den leichten gestrigen Abschwung des Euro finden können, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Aber ganz bestimmt nicht in den endgültigen Preisdaten zur Eurozone. Denn sowohl der Konsumentenpreisindex als auch dessen Kernrate seien mit +2,1 Prozent bzw. +0,9 Prozent exakt wie die ersten Schätzungen ausgefallen. Allerdings hätten Händler beklagt, dass sich der deutliche Kursanstieg an den globalen Aktienmärkten seit Wochenbeginn kaum im Devisenhandel bemerkbar gemacht hätte.
Und wenn man noch einmal die vergangene Sitzung der US-Notenbank vom 26./27. September Revue passieren lasse, bleibe tatsächlich ein Statement von FED-Chef Jerome Powell aus der abschließenden Pressekonferenz haften. Danach habe sich Powell nicht nur mit der Wachstumsentwicklung rundum zufrieden gezeigt, sondern sich in der komfortablen Situation gesehen, die Zinsen schrittweise erhöhen und dabei abwarten zu können, wie die Wirtschaft darauf reagiere. Zumindest habe sich seither im Kopf einiger Kommentatoren die Idee festgesetzt, dass die FED bei diesem Herantasten an den sogenannten neutralen Zins, jenem Zinssatz also, der die Wirtschaft weder stimuliert noch hemme, doch einen Schritt zu weit gehen könnte.
Tatsächlich würde ein derartiges Abwürgen der US-Volkswirtschaft den Dollar letztlich schwächen, sei zu vernehmen gewesen. So gesehen sei man auf das Protokoll eben jener Sitzung des Offenmarktausschusses gespannt gewesen. Den insgesamt hawkishen "Minutes" zufolge hätten einige FOMC-Mitglieder geäußert, weitere Zinserhöhungen - zeitweise auch über den neutralen Zinssatz hinaus - seien angemessen, um ein Überschießen der Inflation über das gewünschte Ziel von 2 Prozent zu vermeiden. Unterdessen sei der Euro in seinem nicht gerade dynamischen kurzfristigen Abwärtstrend zwischen 1,1660/65 und 1,1330/35 gefangen geblieben. (18.10.2018/alc/a/a)
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