Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am Freitagmorgen schien der Euro den positiven Pfad, den er zu Beginn der vergangenen Woche eingeschlagen hatte, fortführen zu wollen, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Im asiatischen Handel sei er sich bis auf zehn Stellen an das August-Hoch herangepirscht, danach hätten ihn jedoch die Kräfte verlassen, und er sei in Richtung der 1,16er Marke gerutscht. Gut die Hälfte der zuvor angehäuften Kursgewinne habe er wieder abgegeben, was zum Teil an der Veröffentlichung von etwas schwächeren Euroland- bzw. von leicht positiven US-Daten gelegen habe. Insgesamt gesehen sei es also sicher keine schlechte, aber auch keine besonders erfolgreiche Performance gewesen. Ginge es hingegen nach den Ankündigungen vieler Marktkommentatoren, hätte das jüngste Handelsgeschehen weit mehr hergeben müssen.
In Sachen Zinspolitik habe jedoch eine andere Meldung aufhorchen lassen: Janet Yellen, die ehemalige FED-Chefin, habe sich auf einer von der US-Denkfabrik Brookings organisierten Kapitalmarktkonferenz Gedanken darüber gemacht, welche Mittel der US-Notenbank eigentlich zur Bewältigung des nächsten Wirtschaftsabschwungs zur Verfügung stünden. Die vorhandenen geldpolitischen Werkzeuge seien zwar nach wie vor brauchbar, könnten aber womöglich nicht situationsgerecht einsetzbar sein, habe sie gemahnt. Was der FED indes helfen könnte, sei eine neue Version der "Forward Guidance", also die Art und Weise, wie die FED ihre künftige Ausrichtung der Geldpolitik mit den Marktteilnehmern kommuniziere. Diese sollte am besten schon zur Verfügung stehen, bevor die nächste Rezession an die Tür klopfe.
Mit dieser Forderung blase sie übrigens ins gleiche Horn wie ihr Amtsvorgänger Ben Bernanke, der sich ebenfalls schon lange für eine deutliche Modifikation ausspreche und eine geordnete, transparentere Kommunikationslinie fordere. Die FED-Werkzeugpalette zu erweitern, sei sicherlich sinnvoll. Eine Frage stelle sich dennoch: Warum hätten weder Bernanke noch Yellen bereits früher versucht, diese Idee in die Tat umzusetzen? Trotz des Rückschlags am Freitag verbleibe die Gemeinschaftswährung in ihrem kurzfristigen Aufwärtstrend, der zwischen 1,1555 und 1,1850 verlaufe. (17.09.2018/alc/a/a)
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