Newark (www.anleihencheck.de) - Cathy Hepworth, Co-Head des Emerging Market Debt Team bei PGIM Fixed Income, kommentiert die bald anstehenden Wahlen in Brasilien.
Am 7. Oktober 2018 wähle Brasilien einen neuen Präsidenten. Die politische Stimmung in Brasilien sei angespannt. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen gebe es ununterbrochen Veränderungen im Kandidatenfeld. Zwar hätten sich zu Beginn des zweiten Quartals die Märkte des Landes noch einigermaßen standhaft gezeigt. Globale Ereignisse sowie ein Streik der Lastwagenfahrer hätten jedoch einen breiten Ausverkauf von lokalen Unternehmensanleihen sowie einen Abschwung der Landeswährung ausgelöst.
"Fast alle Kandidaten unterstützen die Rentenreform, die für die Stabilisierung der lokalen Schuldendynamik entscheidend ist. Wir gehen derzeit davon aus, dass in Hartwährung notierende Staats- und Quasi-Staatsanleihen sowie Anleihen in Lokalwährung eine Wertsteigerung erfahren dürften. Aufgrund der unsicheren Stimmung im Land nehmen wir jedoch momentan eine vorsichtigere Haltung in Bezug auf die Währung ein."
"Im Mai dieses Jahres zeigte sich der Markt irritiert vom Streik der LKW-Fahrer. Denn trotz teilweise lahmgelegter Städte, fand dieser landesweit Unterstützer - primär von Bürgern, die frustriert mit der Regierungspolitik sind. Ausgelöst wurde der Protest aufgrund steigender Treibstoffpreise. Er führte zu einer teilweisen Aufhebung einer früheren Entscheidung, die es dem halbstaatlichen Mineralölunternehmen Petrobras erlaubte, sich unabhängiger auf Preise zu verlassen, die vom Markt festgelegt wurden. Konsequenterweise wurden sowohl Petrobras als auch andere brasilianische Unternehmen und Vermögenswerte vom Markt abgestraft - und Wachstumsprognosen stark nach unten korrigiert."
"Nun hat die Brasilianische Zentralbank die Entscheidung getroffen, Devisenswaps zu erhöhen und Lokalanleihen auf Staatskosten zurück zu kaufen, um den Markt zu unterstützen und zu stabilisieren. Durch das Befürworten langfristiger Strukturanpassungen seitens offizieller Gläubiger, soll politische Glaubwürdigkeit vermittelt werden. Wir interpretieren die Aussichten für Brasilien derzeit relativ positiv. Sie sollten den Markt zumindest aus momentaner Sicht zukünftig stützen." (11.09.2018/alc/a/a)
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