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22.08.18 12:00
Wirtschaftskriege machen eine radikale Zinswende möglich

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - An den Tankstellen spüren wir in diesen Tagen die direkten Auswirkungen der Twitterpolitik von Donald Trump, so das Asset Management Team der Steubing AG.

Das angekündigte Iran-Embargo und die weltweiten Handelskrieg-Auswirkungen würden sich auf die Wechselkurse auswirken: Der Euro werde im Verhältnis zum Dollar zunehmend billiger.

"America first" schädige nicht nur anerkanntermaßen die Wähler von Donald Trump, sondern zerstöre massiv das weltweite Handelsgleichgewicht, welches sich mühsam nach dem 2. Weltkrieg über Jahrzehnte hinweg eingespielt habe. Der Import- und Schuldenweltmeister Amerika suche unter Trump nun sein Heil im Protektionismus. Zölle gegen China, Zölle gegen Europa, Embargo mit Drohungen gegen europäische Firmen, die den Iran beliefern würden, und nun Zölle auch gegen die Türkei. Politisch möchten wir diese ganzen Entscheidungen nicht beurteilen, aber wirtschaftlich machen sie für niemanden Sinn, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Trump gebe sich der trügerischen Hoffnung hin, dass mithilfe von Zöllen im Ausland produzierte Produkte verteuert werden könnten, um damit Amerikas Industrie wiederbeleben zu können. Aber er ignoriere, dass verschiedene ausländische Produkte schon jetzt in den USA hergestellt würden.

Währungen würden unter Druck gesetzt - so wie in der letzten Woche die Türkische Lira. Starke Währungen, wie der Euro, hätten mit minimalen Schwankungen zu leben. Massive deutsche Kritiker des Euro müssten sich aber gerade jetzt die Frage stellen, ob die Deutsche Mark zuzeiten von Häme-Tweets des amerikanischen Präsidenten in Richtung Deutschlands Flüchtlingspolitik oder auch bezüglich des Handelsüberschusses völlig unbeschadet überstanden hätte. Manchmal sei Groß einfach besser als Klein.

Zinsen und Anleihekupons könnten sich in den nächsten Monaten auf einmal eher ungeplant und nicht nur in kleinen Schritten drastisch erhöhen. Wir sehen, dass der aufglimmende Handelskrieg alle Währungen unter Druck setzt, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Dies führe automatisch zur Inflation - alleine die Rohstoffpreise würden sich für Bürger und die einheimische Industrie verteuern. Um eine zunehmende Inflation mit all ihren Risiken zu bekämpfen, könnten die Notenbanken gezwungen werden, Zinsen zu erhöhen. Im Gleichschritt würden sich selbstverständlich auch Anleihekupons verteuern. Die Binnenkonjunktur, momentan stark getrieben durch die Bauindustrie, würde in der Folge ebenfalls abkühlen. Ein wirtschaftliches Wiedererstarken Europas wäre damit auf Eis gelegt. Das Risiko der immensen Staatsverschuldung von Italien würde selbstverständlich noch viel größer werden. In China, Japan oder den USA sähe die Situation kaum anders aus. Die manchmal surreal anmutenden Tweets von Donald Trump seien eine reale weltweite Bedrohung für eine geordnete Zinspolitik geworden. (22.08.2018/alc/a/a)



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