Newark (www.anleihencheck.de) - Die Fundamentaldaten von EU- und US-Unternehmen waren im ersten Quartal 2018 überwiegend solide, so Robert Tipp, Head of Global Bonds und Chief Investment Strategist bei PGIM Fixed Income.
Dennoch hätten sich die Renditen ihrer Unternehmensanleihen mit Investment Grade einer deutlichen Volatilität ausgesetzt gesehen. Begründet werde dies mit steigenden Zinsen, einer allgemein anhaltenden Marktvolatilität, verschärfte (handels)politische Rhetorik von beiden Seiten des Atlantiks sowie einer Verschiebung der Risikoaffinität der Investoren. Die Spreads von EU- und US-Unternehmensanleihen hätten sich im ersten Quartal dieses Jahres verbreitert, obwohl das Anleihekaufprogamm der Europäischen Zentralbank (EZB) und das anhaltend positive wirtschaftliche Momentum den Status Quo unterstützen würden. Dies könnte sich im Hinblick auf die steigende Marktvolatilität schnell ändern.
Wir bleiben dennoch übergewichtet bei US-Banken und -Versicherungen sowie nicht-essentiellen Real-Estate-Investment-Trusts (REITs). Auch halten wir an übergewichteten Positionen von Emittenten fest, die nicht auf Euro lauten und von der EZB nicht in Betracht gezogen werden können. Auf der anderen Seite des Atlantiks bleiben wir US-Geschäftsbanken und Versicherern treu. Außerdem favorisieren wir Unternehmen mit BBB-Rating über denen mit A-Rating, sofern Erstere potenziell großvolumige M&A-Kandidaten sind oder einen Vorstand haben, der seinen Aktionären wohlgesonnen ist. Weiterhin versuchen wir Vorteile aus Preisverwerfungen und Ertragsabweichungen zwischen US- und EU-Unternehmensanleihen desselben oder eines ähnlichen Emittenten zu ziehen.
Trotz der attraktiven Chancen auf dem EU- und US-Markt sehen wir Abwärtsrisiken. Unserer Ansicht nach umfassen diese vor allem eine unerwartet starke Zinsstraffung der Notenbanken, regionale und globale geopolitische Risiken und den Beitrag Chinas zum globalen Wachstum - wobei Letzterer unter einem langfristigeren Gesichtspunkt zu sehen sein sollte.
Unser kurzfristiger Ausblick ist vor dem Hintergrund von aktuell vorteilhaften Unternehmensdaten, verbesserten technischen Daten sowie einem bleibenden Momentum beim Ergebniswachstum von EU- und US-Unternehmen für die kommenden Wochen und Monate durchaus positiv gestimmt. Gerade die jüngste Steuerreform von Präsident Trump könnte die derzeitige Lage weiter begünstigen und einen Aufwärtseffekt auslösen." (08.05.2018/alc/a/a)
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