Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Es mag viele Gründe geben, warum der US-Dollar derzeit so gesucht ist, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Immerhin könnten sich viele Akteure dank der Attraktivität des Greenback den Rückgang des Euro von 1,2555 seit Mitte Februar besser erklären als dessen Aufstieg zu Jahresbeginn. Während sich viele Diskussionen in erster Linie auf die gestiegene Zinsdifferenz zwischen den USA und der Eurozone konzentrieren würden, scheine ein anderer Aspekt völlig in Vergessenheit geraten zu sein.
Sicherlich sei diese Geschichte nicht neu, aber niemand könne so recht sagen, wie groß die aus der Reform resultierenden Kapitalströme tatsächlich sein könnten. Zumindest rechne sich die US-Regierung aus, dass sie im Rahmen dieser Einmalsteuer 339 Milliarden USD (vgl. Wall Street Journal vom 16.01.) über die kommenden zehn Jahre einsammeln werde. Gut möglich, dass die Diskussion über diese Konsequenzen aus der Steuerreform angesichts ihrer Komplexität und des ohnehin steigenden Euro bis vor kurzem verdrängt worden sein mögen, so die Deutsche Bank AG. Aber seit einigen Tagen werde die Thematik der Repatriierung wieder zunehmend diskutiert.
Wie weithin erwartet, habe der Offenmarktausschuss der FED (FOMC) die Zielzone für die FED Funds zwischen 1,5 und 1,75 Prozent belassen. Beim Communiqué habe die FED unter dem Strich ein erhöhtes Vertrauen in den Inflationsausblick gezeigt, verbunden mit dem Hauch eines Winks, man werde auch ein leichtes Überschießen beim Inflationsziel von 2 Prozent tolerieren. Andererseits hätten sich die Währungshüter hinsichtlich des Wachstums etwas zurückhaltender gezeigt, würden diesem aber eine moderate Geschwindigkeit zubilligen.
In einer ersten Reaktion habe der Dollar rund 60 Stellen nachgegeben, ohne allerdings den Euro aus seinem kurzfristigen Abwärtstrend zwischen 1,2210/15 und 1,1905/10 herauszudrängen. (03.05.2018/alc/a/a)
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