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28.03.18 10:30
Inflation: Das Gespenst geht wieder um, wenn auch nur in den USA

Berlin (www.anleihencheck.de) - Weltweit gilt eine Inflation von zwei Prozent als ausgeglichen, Sascha Sadowski, Finanzexperte von LYNX Broker.

Weder herrsche Stillstand noch würden die Preise übermäßig ansteigen. Seit 2012 habe sich auch die amerikanische Notenbank FED dieses Ziel gesetzt, nur um es seither mit schöner Regelmäßigkeit zu unterschreiten. Doch das könnte bald vorbei sein, denn die FED rechne für Ende 2020 mit einer Inflation von 2,1 Prozent. Diese Prognose kündige einen Wechsel in der FED-Politik an, denn bislang habe die Notenbank damit gezögert, Maßnahmen zu ergreifen, die die Inflation über die Zwei-Prozent-Marke heben könnten. Experten würden diese Trendwende als ein Zeichen dafür interpretieren, dass das Ziel der Ausgeglichenheit bei der Inflationsquote unter dem neuen FED-Chef wieder an Gewicht gewinne und sie sich auf lange Sicht wieder dem Durchschnitt von zwei Prozent annähern solle.

"Eine Inflationsrate von 2,1 Prozent in rund zwei Jahren klingt erstmal noch nicht besorgniserregend, allerdings muss man sich auch die Zusammenhänge vor Augen führen. In den vergangenen Jahren war das Inflationsrisiko in den USA sehr gering. Nun allerdings häufen sich die Zeichen für eine überhitzte Wirtschaft. Weltweit wächst die Wirtschaftsleistung, die Arbeitslosenzahlen sinken und durch Trumps Steuererleichterungen sowie die immer noch niedrigen Zinsen haben die Menschen mehr Geld in der Tasche. Das befeuert die Inflation", erkläre Sascha Sadowski.

"Hinzu kommt die Tatsache, dass die Prognosen der FED in der Vergangenheit meist von der Realität übertroffen wurden. Die tatsächliche Inflationsrate könnte also auch deutlich über den 2,1 Prozent liegen! Weitere Preissteigerungen könnten sich auch aus dem drohenden Handelskrieg mit China ergeben. Wie sich hier Zölle und eventuelle Gegenmaßnahmen auswirken könnten, ist aktuell kaum absehbar", füge Sadowski hinzu.

All diese Faktoren könnten zu weiteren Zinssteigerungen seitens der FED führen, um die Geldmenge einzuschränken, darin seien sich die Experten einig. Investoren würden dementsprechend vorsichtig reagieren, eine weitere Rally sei an den amerikanischen Börsen daher aktuell nicht zu erwarten. "Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich einmal mit dem Thema Dividendenaktien auseinander setzen. So macht man sich von den Preisschwankungen der Aktien zumindest ein Stück weit unabhängig, denn Dividenden machen einen erheblichen Teil der Gewinne aus, die an den Aktienmärkten erzielt werden. Dabei sollte man die fundamentalen Daten genau unter die Lupe nehmen, denn aus einer langen Historie mit stetig steigenden Dividenden lassen sich Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung ziehen", erkläre Sadowski weiter.

Sei es der mittlerweile unabwendbar erscheinende Handelskrieg zwischen den USA und China, die immer noch niedrigen Zinsen oder Trumps Steuergeschenke an seine Wähler - die Inflationsrate hänge von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die letzte Prognose der FED lasse jedoch erkennen, dass die Währungshüter unter ihrem neuen Chef Jerome Powell das Ziel der durchschnittlichen zwei Prozent stärker in den Vordergrund stellen könnten. (Ausgabe vom 27.03.2018) (28.03.2018/alc/a/a)


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