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15.02.18 16:55
Der Bann der Niedrigzinsen ist gebrochen

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Ups, was war das denn? Nach dem Kurseinbruch an den Aktienbörsen vom Montag und Dienstag reiben sich viele immer noch verwundert die Augen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Die plötzlich aufgekommene Sorge vor dem globalen Ende der lockeren Geldpolitik habe die Kurse insbesondere an der Wall Street abstürzen lassen. Aber im Grunde sei die Reaktion nicht überraschend gewesen, zu lange habe es schon Zinserhöhungs-Fantasien am Markt gegeben. Einzig die Heftigkeit der Reaktion möge verwundern und könne als übertrieben bezeichnet werden. Grundsätzlich sei ja zu unterscheiden, ob steigende Renditen durch mangelnde Nachfrage oder infolge einer brummenden Konjunktur entstünden. Und da Letzteres der Fall sei, habe die aktuelle Entwicklung bis zu einem gewissen Punkt nur bedingt einen negativen Touch.

Ok, die USA seien auf Zinsanhebungen eingestellt, aber vieles spreche für eine weiterhin vorsichtige Vorgehensweise seitens der US-Notenbank FED. Natürlich hätte sich der neue Notenbankpräsident in Washington, Jerome Powell, seinen ersten Arbeitstag anders vorgestellt, aber es sei davon auszugehen, dass er den behutsamen Stil seiner Vorgängerin, Janet Yellen, mehr oder weniger beibehalten werde. Und die Europäische Zentralbank (EZB)? Nun, ihre Strafzinsen, die Ankaufprogramme und die Reinvestitionen würden den Zinsanstieg bei 10-jährigen Bunds weiterhin bremsen, allerdings auch einen manipulationsfreien Markt verhindern. Ohne diese Eingriffe könnte sich zwar das Zinsniveau mittels echter und nicht künstlicher Nachfrage am Angebot ausrichten, aber auch eine Rendite von 1% würde bei einer Inflation zwischen 1,3% und 1,6% den Kapitalsammelstellen nicht wirklich etwas nützen.

Wie geh es also weiter? Noch befinden wir uns im "Schüttelmodus", in dem wir uns am Aktienmarkt von den Investoren mit den zittrigen Händen trennen - jenen, die in den letzten Tagen schon panikartige Reaktionen an den Tag legten, so die Analysten der Baader Bank. Es sei davon auszugehen, dass die Unsicherheit und damit die Volatilität in den kommenden Tagen noch sehr hoch sein würden. Dafür gebe es vielschichtige Gründe wie diverse politische Entscheidungen dies- und jenseits des Atlantiks, den Streikaufruf der Gewerkschaften in Frankreich sowie die unterschiedlichen Äußerungen der Notenbanker zu Sinn und Unsinn einer lockeren Geldpolitik. Aber insbesondere die hohe Volatilität an den Aktienmärkten sei den Algorithmen von Handelsprogrammen geschuldet, deren Wirkung durch die modernen Handelsapplikationen nur noch verstärkt werde. Weitere Erdbeben an den Märkten seien daher immer wieder möglich und würden zumindest kurzfristig zu einer spiegelbildlichen Kursentwicklung am Aktien- und Rentenmarkt führen.

Allerdings solange die kurzen Zinsen im Euroraum nicht angehoben würden, sei nicht mit kollabierenden Bondmärkten zu rechnen, denn noch funktioniere die Finanzierung langer Laufzeiten mit billigem Geld. Im Fokus der europäischen Notenbanker würden aber in den kommenden Wochen insbesondere die Anleihen Griechenlands - wegen der geplanten "Wiedergeburt am Kapitalmarkt" - und Italiens - wegen der bevorstehenden Wahl - stehen. Sei es mit Kommentaren oder sogar im Falle Italiens mit handfesten Stützungskäufen. Hierzu sei noch anzumerken, dass in den vergangenen Wochen insbesondere italienische Banken der EZB - im Rahmen des Anleihekaufprogramms - italienische Staatsanleihen verkauft hätten. Generell sollte man beim Thema Stützungskäufe allerdings stets die im Jahre 2015 getroffenen Maßnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Hinterkopf haben. Denn wie habe schon Gottlieb Wendehals gesungen: "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei."

Jedoch isseit grundsätzlich anzumerken, dass der Bann der Niedrigzinsen gebrochen sei und das werde auch so bleiben. Die Finanzmärkte könnten mit höheren Zinsen ja grundsätzlich - bis zu einem gewissen Level - ganz gut leben. Jedoch hätte ein zu rasanter Anstieg der Zinsen im Euroraum nicht nur negative Folgen für stark verschuldete Staaten, sondern auch für die inzwischen sehr hohe Verschuldung von Unternehmen (teils auf Vorrat) - ein Umstand, der übrigens in Zukunft zu einem Anstieg der Ausfallraten führen dürfte.

Die grimmigen alten Männer der britischen Tory-Partei hätten Jacob Rees-Mogg zum Königinnenmörder auserkoren. Gehe es nach dem Willen der EU-Hasser in der Regierungspartei, so solle der 48-Jährige die Premierministerin Theresa May beerben. Rees-Mogg gehöre zu den Hardlinern, die einen harten Brexit befürworten und May innerhalb der eigenen Partei massiv unter Druck setzen würden. Zu den Rebellen gehöre auch Außenminister Boris Johnson, der May vor kurzem "mit der Kavallerie" gedroht habe, sollte der Vorschlag einer künftigen Mitgliedschaft in der Zollunion bei Kabinettssitzungen auf den Tisch kommen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denke, wenn in dieser Woche die Premierministerin plötzlich eine Zollunion mit der EU kategorisch ausschließe. Zuvor sei in London darüber spekuliert worden, die Regierung könnte eine teilweise Mitgliedschaft in der Zollunion anstreben. Mit diesem pragmatischen Ansatz wäre ein freier Warenverkehr zwischen Großbritannien und der EU auch nach dem Brexit gesichert. Ebenso wären Grenzkontrollen zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland obsolet gewesen. Letzteres gelte als eine der am schwierigsten zu beantwortenden Fragen, welche der britische EU-Austritt mit sich bringe. Dass May der Idee einer Zollunion nun eine Absage erteile, müsse folglich als Einknicken gegenüber den Brexiteers in den eigenen Reihen gewertet werden.

Die Antwort der EU habe nicht lange auf sich warten lassen. Michel Barnier, Brexit-Chefverhandler der EU, habe London prompt gewarnt, dass neue Handelsschranken zwischen der Union und Großbritannien "unvermeidlich" seien, wenn das Land die Zollunion tatsächlich verlasse. Und diese Einschränkungen würden auch den Finanzsektor betreffen, sodass der EU-Pass, mit dem britische Banken bisher reibungslos Geschäfte mit dem Rest der EU hätten machen können, laut Barnier dann "ebenfalls weg" wäre.

US-Handelsdefizit verderbe Trump die Laune. Und das passiere ausgerechnet ihm, D.T., dem Unberechenbaren! Habe sich doch Donald Trump als ein Präsident profilieren wollen, der die US-Wirtschaft im internationalen Handel stärke. Nun aber würden die USA im ersten Jahr von Trumps Amtszeit ein Handelsdefizit anhäufen, das so hoch sei wie zuletzt 2008, im Jahr der Finanzkrise. Nach Angaben des US-Handelsministeriums in Washington habe der Fehlbetrag im Gesamtjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 12% auf 566 Mrd. USD zugelegt. Die USA hätten also 2017 deutlich mehr aus dem Ausland importiert als ins Ausland verkauft.

Man könne das US-Handelsdefizit schon als chronisch bezeichnen. Ob allerdings eine protektionistische Wirtschaftspolitik, wie sie Trumps Regierung betreibe, eine gedeihliche Lösung zum Wohle aller am Welthandel Beteiligten sein werde, dürfe bezweifelt werden. Bekanntlich wolle Trump ja durch Neuverhandlungen von Handelsabkommen und hohen Einfuhrzöllen das Handelsbilanzdefizit der USA senken.

Insbesondere das US-Defizit gegenüber China, das Trump ein Dorn im Auge sei, habe sich 2017 weiter erhöht. Es sei um weitere 8% auf den Rekordwert von 375 Mrd. USD gestiegen. Vor kurzem habe Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos chinesische Praktiken im Welthandel als "Raubtierpraktiken" gegeißelt. Richtig sei, dass westliche Firmen immer wieder Ungleichgewichte im Handel mit China beklagen würden. So habe auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Januar, bei seinem ersten Staatsbesuch in Peking, einen besseren Zugang für europäische Firmen auf dem chinesischen Markt gefordert. Im Handel mit allen Ländern der Europäischen Union sei Chinas Handelsbilanzüberschuss im vergangenen Jahr um etwas mehr als 4% auf 129 Milliarden USD zurückgegangen.

Die umstrittene Kryptowährung Bitcoin sei auf Talfahrt gegangen, habe sich aber am Mittwoch wieder auf über 8.000 USD erholt. Aber mit einem zwischenzeitigen Kurs von fast 6.000 USD am Dienstag habe die Digitalwährung ihren Wert seit Jahresbeginn mal locker mehr als gedrittelt. Noch Mitte Dezember habe der Bitcoin auf einem Rekordhoch von ca. 19.800 USD häufen. Laut der Informationsplattform Coindesk habe sich die allgemeine Marktkapitalisierung der Kryptowährungen seit Anfang Januar auf 366 Mrd. USD halbiert. Auf das Gesamtjahr 2017 bezogen sei der Bitcoin aber immer noch um mehr als 600% nach oben geschnellt.

Als Auslöser des Kurssturzes sei eine Gemengelage aus Regulierungsbestrebungen des bisher unregulierten Handels mit Kryptowährungen und zunehmenden Hackerangriffen zu sehen. Hinzu komme, dass unter der Talfahrt an den internationalen Aktienmärkten riskante Anlagen wie die Kryptowährungen besonders zu leiden hätten. Damit würden die Bitcoins zum Opfer ihrer eigenen riskanten Konstruktion, handle es sich dabei doch nicht um Währungen im klassischen Sinn und somit fehle ihnen die Wertstabilität. Darüber hinaus bestehe eine hohe Missbrauchsgefahr wegen der Anonymität des Zahlungsvorgangs. Erst am Montag habe EZB-Chef Mario Draghi vor Digitalwährungen gewarnt, würden sie doch als sehr riskante Wertanlagen gelten. Die Bankenaufsicht der EZB untersuche derzeit die Risiken der Digitalwährungen.

Bekanntlich fresse die Produktion von Kryptowährungen auch Unmengen an Strom. Aufgrund der hohen Rechnerleistungen, die zur Herstellung nötig seien, würden die für die Digitalwährungen eingesetzten Computer ähnlich viel Strom wie ganz Argentinien verbrauchen. So werde für 2018 ein Verbrauch in Höhe von 140 Terrawattstunden erwartet, was 0,6% des weltweiten Stromverbrauchs entsprechen würde. Bitcoins würden also auch den Klimaschutz konterkarieren.

Eigentlich habe Athen seinen Testlauf mit einer siebenjährigen Staatsanleihe bereits in dieser Woche starten wollen. Doch die Turbulenzen an den internationalen Börsen hätten den Griechen einen Strich durch die Rechnung gemacht. So habe Athen seine Rückkehr an den Kapitalmarkt zunächst verschoben, wie die "Financial Times" schreibe. Um die 3 Mrd. EUR habe Griechenland gehofft aufnehmen zu können und damit ein Geld-Polster für die dauerhafte Rückkehr an die Märkte zu schaffen.

Bereits 2014 sei Athen ein erster Testlauf gelungen und ein zweiter habe sich im Juli 2017 angeschlossen, als das Finanzministerium mit Anleihen insgesamt 3 Mrd. EUR bei einer Laufzeit von fünf Jahren eingesammelt habe. Jetzt sollte der dritte Testballon am Bond-Primärmarkt nach der Schuldenrestrukturierung folgen, um die Investitionsbereitschaft erneut auszuloten.

Allzu lange werde man sich allerdings nicht mehr gedulden müssen, denn die Häuser Barclays, BNP Paribas, Citigroup, J.P. Morgan und Nomura würden nur auf stabile Marktverhältnisse warten, um die Maßnahme zu starten.

Auch in der Karnevalswoche habe die Emissionstätigkeit der Unternehmen nicht nachgelassen. So hätten Unilever einen 3er Pack, Ford Motor Credit eine Dualtranche begeben und KME habe erfolgreich einen 5-jährigen Bond platziert.

Einer der weltweit größten Hersteller von Verbrauchsgütern, Unilever, habe insgesamt 2 Mrd. EUR am Kapitalmarkt mittels Anleihen eingesammelt. Die erste 500 Mio. EUR schwere Tranche (ISIN XS1769090728 / WKN A19V7Q) sei am 12.08.2023 fällig und habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,5%. Begeben worden sei der Bond zu 99,494%, was einem Emissionsspread von +3 Bps über Mid Swap gleichgekommen sei. Der zweite Bond (ISIN XS1769090991 / WKN A19V7R) habe ein Emissionsvolumen von 700 Mio. EUR und zahle den Investoren bis zur Fälligkeit am 12.02.2027 einen jährlichen Zins von 1,125%. Der Reoffer habe bei 99,609% (+15 Bps über Mid Swap) gelegen.

Die dritte Anleihe (ISIN XS1769091296 / WKN A19V7S) laufe bis zum 12.02.2033 und sei mit einem Kupon von 1,625% ausgestattet. Die nominal 800 Mio. EUR habe Unilever mit 99,132% erfolgreich platzieren können, was einem Spread von +25 Bps über Mid Swap entsprochen habe. Unilever habe bei allen drei Anleihen, wie auch Ford Motor Credit und KME, die bei Privatanlegern unbeliebte Mindeststückelung von 100.000 EUR gewählt.

Ford Motor Credit habe mittels einer 4- und 7-jährigen Anleihe frisches Geld am Kapitalmarkt aufgenommen. Mit dem ersten 750 Mio. EUR schweren Bond (ISIN XS1767930826 / WKN A19V3P) refinanziere sich das Unternehmen bis zum 07.12.2022 variabel. Der Kupon richte sich nach dem vierteljährlichen Euribor plus 0,42PP. Ausgegeben worden sei das Papier zu pari. Der zweite Bond (ISIN XS1767930586 / WKN A19V3Q) habe ein Emissionsvolumen von 500 Mio. EUR und sei am 07.02.2025 endfällig. Ford Motor Credit zahle den Anlegern hierbei jährlich 1,355% Zinsen. Der Reoffer habe ebenfalls bei 100% gelegen und damit einem Emissionsspread von +60 Bps über Mid Swap entsprochen.

Als letzter im Bunde habe der deutsche Hersteller von Produkten aus Kupfer, KME, eine Anleihe mit einem Volumen von 300 Mio. EUR begeben. Der Bond (ISIN XS1756722069 / WKN A2G8U5) zahle den Investoren bis zur Fälligkeit am 01.02.2023 einen festen jährlichen Zins in Höhe von 6,75%. Dieser komme jeweils im April und Oktober eines jeden Jahres zur Auszahlung. Der Emissionspreis habe bei 98,953% gelegen, was einen Spread von +693 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe bedeutet habe. Die hundertprozentige Tochter des Mailänder Unternehmens Intek Group S.p.A. mit Sitz in Osnabrück habe neben einer Make Whole Option drei zusätzliche Kündigungstermine in die Emissionsbedingungen aufgenommen. So sei der Bond vom Emittenten jederzeit ab dem 01.02.2020 zu 103,375%, ab dem 01.02.2021 zu 101,688% und ab dem 01.02.2022 zu pari kündbar.

Nachdem sich am vergangenen Freitag in den USA mit der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts ein Lohndruck abgezeichnet habe, hätten die internationalen Aktienmärkte den "Freien Fall ohne Fallschirm" getestet, was zu massiven Umschichtungen in amerikanische und teilweise europäische Staatsanleihen geführt habe. Doch bereits nach 48 Stunden habe sich die Lage zumindest vorübergehend beruhigt und die meisten Trades seien wieder rückgängig gemacht worden, sodass jetzt die eigentlichen Themen am Rentenmarkt in den Fokus der Investoren rücken würden.

Die anvisierte Marke von 0,75% als Rendite für 10-jährige Bundesanleihen habe unterm Strich gehalten und bekanntlich gehöre den Mutigen die Welt. Aber viele der ursprünglich auf diesem Niveau geplanten Käufe seien nicht getätigt worden, sodass die alte Börsenweisheit: "Wer wartet, ist immer zu spät." zum Tragen gekommen sei. Allerdings sei noch nicht aller Tage Abend und die zweite Welle werde kommen. Denn ohne die Turbulenzen an den Aktienmärkten wäre diese Gegenbewegung in dem weiterhin intakten Abwärtskanal nicht möglich gewesen. Fakt sei, die Zinswende sei eingeleitet worden und sollte kein Störfeuer von anderen Assetklassen erzeugt werden, so werde das auch in den nächsten Monaten das marktbeherrschende Thema sein.

Charttechnisch verlaufe eine Unterstützungslinie bei ca. 157,50% und erst bei einem nachhaltigen Überspringen der oberen Begrenzungslinie des Abwärtskanals bei ca. 159,40% würde ein Umdenken notwendig werden. In den kommenden Tagen sei innerhalb dieser Tradingrange alles möglich. Aktuell notiere der Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) bei 158,15% und somit in der neutralen Zone.

In "freudiger" Erwartung der ersten "grünen" Staatsanleihe Belgiens hätten sich die Investoren noch mit den Aufstockungen von Altemissionen in Österreich (ISIN AT0000A1PE50 / WKN A188ES, 2023; ISIN AT0000A1ZGE4 / WKN A19VB0, 2028) und Deutschland bzw. einer neuen finnischen Anleihe (ISIN FI4000306758 / WKN A19WBB, 2034) zufrieden geben müssen.

Die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland habe am Dienstag bereits 1 Mrd. EUR in der inflationsindexierten Anleihe des Bundes und zur Wochenmitte 3 Mrd. EUR in der aktuellen 10-jährigen Bundesanleihe im Tenderverfahren angeboten. Die Zuteilung des Linkers (ISIN DE0001030567 / WKN 103056) sei bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,90% erfolgt und für die Benchmarkanleihe (ISIN DE0001102440 / WKN 110244) sei eine Durchschnittsrendite von +0,69% akzeptiert worden. Beide Tender seien überzeichnet gewesen, sodass zur Marktpflege weniger als 20% des angestrebten Emissionsvolumens umgebucht worden seien. Den Schlusspunkt im staatlichen, europäischen Primärmarkt beabsichtige am heutigen Donnerstag Irland zu setzen. Hierzu sei die Aufstockung zweier Altemissionen (ISIN IE00BDHDPR44 / WKN A19UMH, 2028; ISIN IE00BV8C9B83 / WKN A19BHN, 2037) geplant.

In den USA hätten die Anleger in dieser Woche eher die "Qual der Wahl" gehabt. Denn insgesamt seien T-Bills (vier Wochen sowie drei und sechs Monate) für 105 Mrd. USD und für 64 Mrd. USD T-Notes (drei sowie zehn Jahre) und 30-jährige T-Bonds angeboten worden. Bemerkenswert gewesen sei hierbei insbesondere vor dem möglichen "Government Shutdown" bzw. der fünften Übergangsfinanzierung, dass das Volumen der kurzen T-Bills mit einer Laufzeit von vier Wochen auf ein Drittel des durchschnittlichen Volumens in 2017 gekürzt worden sei. Die Zuteilung der 15 Mrd. USD sei bei einer Rendite von 1,480% (Vw.: 1,440%) vorgenommen worden und nach der nun möglichen Einigung im Haushaltsstreit sei die Rendite für das 4-Wochen-Geld wieder auf 1,355% gesunken.

Die stärkste und größte Rakete der Welt sei erfolgreich ins Weltall gestartet. An Bord habe die "Falcon Heavy" einen roten Tesla-Roadster gehabt. Damit werde dieses Ereignis in die Geschichtsbücher eingehen und der Traum, Menschen auf den Mars fliegen zu können, werde ein wenig realer.

An den internationalen Finanzmärkten habe der Kurseinbruch bei Aktien zu Wochenbeginn ebenfalls für geschichtsträchtige Schlagzeilen gesorgt. Am Devisenmarkt hingegen habe das Börsenbeben beim Währungspaar EUR/USD anfänglich kaum Auswirkungen gehabt. Zum Start in die neue Woche habe die Einheitswährung den Handel bei 1,2456 USD eröffnet. Seither bewege sich das Devisenpaar in einer Handelsspanne zwischen 1,2245 USD und 1,2475 USD, was insbesondere den mahnenden Worten von Österreichs Notenbank-Gouverneur Nowotny geschuldet sei, der den USA vorgeworfen habe, den USD bewusst zu drücken. Mit Blick auf die vergangenen Handelstage zeige sich die US-Valuta leicht verbessert und habe sich von ihrem Dreijahrestief, aufgestellt am 25. Januar 2018 bei 1,2537 USD, wieder etwas lösen können. Zur Stunde notiere die Gemeinschaftswährung bei 1,2270 USD.

Nach dem gestrigen Zinsentscheid der brasilianischen Notenbank (Reduzierung des SELIC-Satzes von 7% auf 6,75%) handle der Euro im Vergleich zum Brasilianischen Real (BRL) derzeit bei ca. 4,015 BRL. Im Vorfeld der Zentralbanksitzung sei die Einheitswährung bis auf 4,0617 BRL gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2016.

Zu den favorisierten Währungsanleihen hätten in dieser Woche abermals die US-Dollar-Bonds gezählte. Darüber hinaus hätten Anleihen auf Australische Dollar, Südafrikanische Rand, Russische Rubel und vereinzelt auch Brasilianische Real auf den Kauflisten gestanden.

Disclaimer:

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (15.02.2018/alc/a/a)


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