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17.01.18 11:15
Renten: Die Verschuldungsobergrenze in den USA rückt näher - Bislang ist eine Anhebung immer noch offen

Essen (www.anleihencheck.de) - Obwohl die Zahl der Stimmen zunimmt, die sich für ein Ende der Anleiheankäufe durch die EZB einsetzt, dürfte die Mehrheit der Mitglieder im EZB-Rat davon erst einmal absehen wollen, so die Analysten der National-Bank AG.

Eile habe die EZB nicht. Schließlich sei das Inflationsziel trotz der Belebung der wirtschaftlichen Aktivität noch weit entfernt. Das werde der endgültige Wert für die Konsumentenpreise im Dezember heute einmal mehr bestätigen. Bis das QE-Programm in der aktuellen Auslegung auslaufe, seien sechs Tagungen des EZB-Rats Zeit. Nichtsdestoweniger werde die EZB die Investoren auf das Ende der ultra-lockeren Geldpolitik rechtszeitig einstimmen wollen, um die daraus entstehenden Verwerfungen so gering wie möglich zu halten.

Obwohl die künftige Geldpolitik das Thema der nächsten Wochen und Monate bleiben werde, würden sich die Investoren davon bisher allenfalls kurzfristig beeindrucken lassen. Trotz der Nachrichtenlage dazu gestern habe sich die via Syndikat emittierte neue 2028er belgische Staatsanleihe großer Nachfrage erfreut. Das Buch sei bei mehr als 20 Mrd. EUR Nachfrage geschlossen worden, sodass die Emission letztlich mehr als viermal überzeichnet gewesen sei. Die 2048er Bund werde einmal mehr auf nur wenig Gegenliebe bei den Investoren treffen, sodass mit einer Unterdeckung gerechnet werden müsse. Zugleich dürfte das zumindest am Vormittag auch auf den Rentennotierungen lasten.

Im weiteren Tagesverlauf würden die Anleger vor allem auf die US-Daten schauen. In den Daten zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung aus dem Dezember sollten sich Zeichen finden lassen, dass die Belebung allmählich in den Industrie ankomme, von der die Stimmungsindikatoren immer wieder berichtet hätten. Außerdem würden die Marktakteure großes Interesse am Bericht aus den einzelnen FED-Distrikten, dem beige book haben. Gerade im Hinblick auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt könnte es Impulse geben. In den meisten FED-Distrikten dürfte über einen engen Arbeitsmarkt berichtet werden. Lohnsteigerungen dürften sichtbar werden.

Schließlich hätten einige Unternehmen bereits bekannt gegeben, dass sie die durchschnittlichen Stundenlöhne teils deutlich angehoben hätten und dass vor allem in Sektoren, die dem Niedriglohnsegment zuzuordnen seien. Sollten zugleich die Immobilienpreise solide zugelegt und sich die Dynamik im Verarbeitenden Gewerbe angezogen haben, sollten sich die Investoren damit anfreunden, dass die nächste Leitzinserhöhung durch die FED näher sein könnte, als sie bisher angenommen hätten, vielleicht sogar noch Ende des laufenden Monats. Entsprechend interessant würden die Einschätzungen der stimmberechtigten Mitglieder des FOMC bleiben.

Hinsichtlich der Anhebung der Verschuldungsobergrenze gebe es nichts Neues. Die Republikaner untereinander scheinen sich nicht einig zu sein, wie das zu bewerkstelligen ist, schon gar nicht ohne demokratische Zustimmung, so die Analysten der National-Bank AG. Es drohe also weiterhin Freitag um Mitternacht der shut down.

Mit den Vorgaben aus Asien sollte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) behauptet in den Tag starten. Die Emission der 2048er Bund werde am Vormittag allerdings auf den Kursen lasten. Im weiteren Handelsverlauf sollte er sich zwischen 160,20 und 161,40 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,45 und 2,62% schwanken. (17.01.2018/alc/a/a)


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