Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Rahmen des seit Juni 2016 laufenden Ankaufprogramms für Unternehmensanleihen (CSPP) hat die EZB Schuldtitel im Volumen von 130,2 Mrd. Euro erworben (Stand: 08.12.2017), so die Analysten von Independent Research.
Ziele in Verbindung mit den weiteren laufenden Programmen seien eine Verbesserung der Finanzierungssituation innerhalb der Eurozone sowie eine zusätzliche geldpolitische Lockerung, die eine Rückkehr zu Inflationsraten von mittelfristig "unter, aber nahe 2%" unterstützen solle. Durch die Reduzierung des Expanded Asset Purchase Programmes auf 30 (bisher: 60) Mrd. Euro werde der Einfluss der EZB im Laufe des Jahres abnehmen und die fundamentale Entwicklung am Unternehmensanleihemarkt verstärkt in den Fokus rücken.
An den europäischen Unternehmensanleihemärkten hätten sich die Risikoaufschläge in 2017 signifikant eingeengt. Ertragsseitig hätten Investoren zumeist positive Gesamterträge erzielen können, die deutlich über denen laufzeitäquivalenter Staatsanleihen gelegen hätten. Im Zuge der abnehmenden Bedeutung durch das CSPP sollten sich die Creditspreads in 2018 wieder ausweiten. Allerdings dürften die freundliche konjunkturelle Entwicklung sowie die noch immer vorteilhaften Finanzierungsbedingungen ein Überschießen der Risikoaufschläge verhindern. Die verbesserte Gewinnsituation der Unternehmen lasse auch den jüngsten Ausblick für die Ausfallraten besser ausfallen (Moody's: europäische Ausfallrate auf 12-Monatssicht bei 1,03% (bisher: 2,50%)).
Angesichts der Zinswende in den USA sowie der abnehmenden Bedeutung der EZB-Käufe würden die Analysten unverändert eine wohl dosierte Allokation in Euro denominierter Hochzinsanleihen als sinnvoll erachten. Sie würden insgesamt eine kürzere Duration als Investment-Grade-Unternehmensanleihen aufweisen und seien daher relativ immun gegen Zinsrisiken. Zudem bestehe immer noch eine vergleichsweise angemessene Renditedifferenz gegenüber Staatsanleihen. Darüber hinaus würden die Ausfallraten auf absehbare Zeit gering bleiben. Für einen zusätzlichen Renditevorteil würden die Analysten auch für ausgewählte Unternehmensanleihen in den Emerging Markets plädieren, da internationale Investoren nach wie vor unterinvestiert seien. (Investment Navigator Q4 2017) (21.12.2017/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de