Berlin (www.anleihencheck.de) - Anleger blicken derzeit eher pessimistisch auf die Entwicklung der Anleihenmärkte - nicht zuletzt, weil die Sorge über eine stärker anziehende Inflation zunimmt, so die Experten von GAM.
Niedrige absolute Renditen und eine geringe Volatilität würden darüber hinaus weiteren Grund zur Annahme liefern, dass sich Aktien besser entwickeln könnten als Anleihen. Mit einem Absolute-Return-Ansatz könnten sich Anleger in diesem Umfeld dennoch gut positionieren: "Vor dem Hintergrund allmählich steigender Zinsen, flacher Renditekurven und Rücknahmen der quantitativen Lockerungsprogramme ist ein Absolute-Return-Ansatz für festverzinsliche Anlagen ideal", sage Tim Haywood, Investment Director bei GAM.
Absolute-Return-Anleihenfonds würden danach streben, das Kapital zu erhalten und ungeachtet der Marktbedingungen konstant positive Erträge zu erzielen. "Die Fähigkeit, das Vermögen sowohl auf verschiedene Sektoren als auch über Long- und Short-Positionen zu verteilen, ermöglicht, auf ein besonders breites Spektrum an Chancen und Renditequellen zuzugreifen. Diese Flexibilität ist eine wichtige Voraussetzung für den Schutz des Kapitals der Kunden", sage Haywood.
"Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, sich auf ein solches Umfeld einzustellen. Unter anderem mit Relative-Value-Trades, 'Steepener-Anleihen', die auf eine steilere Renditekurve setzen, sowie direkten Short-Positionen", sage Haywood. Angesichts der Rücknahme der quantitativen Lockerungsprogramme würden sich unkonventionellere Maßnahmen anbieten. "Anleger können beispielsweise nicht nur Kreditabsicherungen kaufen, sondern auch 'Versicherungen auf Versicherungen': Durch den Kauf einer so genannten Receiver-Option können sie sich zu sehr geringen Kosten gegen eine noch stärkere Verengung der Kreditspreads absichern", so Haywood. Dies sei potenziell attraktiv, da das absolute Einstiegsniveau für den Kauf von Kreditabsicherungen so niedrig sei. Sollte ein Schockereignis eintreten, stelle die Kombination effektiv einen kostengünstigen Fallschirm dar.
Wandelanleihen seien eine weitere Option für Anleger, die die Entwicklung von Anleihen pessimistischer als die von Aktien sehen würden. "Die Unternehmensanleihenkomponente hat zwar angesichts der niedrigen Zinssätze und engen Kreditspreads keinen großen Wert mehr. Die Aktienoption könnte jedoch erheblich im Wert steigen, wenn der Markt kräftig zulegt", so der Experte weiter.
In den vergangenen Monaten seien Anleger mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert gewesen. Die erhöhten politischen Spannungen hätten für den Umstieg auf defensive Anlagen gesprochen, während die Möglichkeit steigender Zinssätze darauf hingedeutet habe, dass ein solcher Wechsel teuer werden könnte. "Es stimmt, dass sich ein Umfeld der geldpolitischen Normalisierung für viele traditionelle Anleihenanleger als tückisch erweisen könnte. Doch die in den Finanzmedien vorherrschenden negativen Prognosen halten wir für zu pessimistisch. Tatsächlich schaffen die Abweichungen, die wir allmählich zwischen den Zentralbanken in Industrie- und Schwellenländern beobachten können, eine Fülle von Chancen für festverzinsliche Anlagestrategien ohne Einschränkungen. Dank der engen Kreditspreads können sich Absolute-Return-Anleger günstige Schnäppchen sichern. Aufgrund der niedrigen Volatilität kostet es auch nicht viel, das Portfolio gegen einen Anstieg der Volatilität abzusichern", schließe Haywood. (20.12.2017/alc/a/a)
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