Essen (www.anleihencheck.de) - In den kommenden Tagen wird im Einzel- und Onlinehandel eine erste Bilanz gezogen, wie Black Friday und Cyber Monday gelaufen sind, so die Analysten der National-Bank AG.
Nach den vorliegenden Informationen hätten sich die Konsumenten ausgabenfreudig gezeigt. Es deute also vieles auf ein ausgezeichnetes Weihnachtsgeschäft hin, in dem die Verbraucher ihre Konsumzurückhaltung aufgeben würden. In Anbetracht der ausgezeichneten wirtschaftlichen Lage in vielen Regionen sei das letztlich wenig verwunderlich.
So dürfte bspw. das Verbrauchervertrauen des Conference Boards heute erneut einen hohen Wert aufweisen. Zugleich dürfte das GfK-Konsumklima anzeigen, dass die deutschen Verbraucher ebenfalls bereit seien, Geld auszugeben und Neuanschaffungen zu tätigen. Das Wachstum in Q4 dürfte daher vom privaten Verbrauch getrieben werden. Ganz ungetrübt sei das Bild jedoch gerade in den USA nicht.
Inzwischen mehren sich die Stimmen, die das näher rücken der Verschuldungsobergrenze durchaus als Risiko sehen, so die Analysten der National-Bank AG. Schließlich solle es gemäß Medienberichten bisher weit auseinander liegende Positionen zwischen Demokraten und Republikanern geben, und für die Anhebung der Verschuldungsobergrenze würden demokratische Stimmen benötigt. Ein shut down der öffentlichen Verwaltung vor dem Weihnachtsfest bleibe durchaus im Raum.
Ansonsten werde die Anhörung des designierten Nachfolgers von Janet Yellen vor dem Bankenausschuss des Senats verfolgt werden. Jerome Powells Redemanuskript sei ja bereits veröffentlicht worden. Letztlich dürfte er die Geldpolitik seiner Vorgängerin fortführen. Das Augenmerk sollte hingegen auf Aussagen zur künftigen Regulierung der Finanzdienstleister gelegt werden. Powell werde nachgesagt, dass er sich durchaus mit einer Lockerung der Regulierung für Finanzdienstleister anfreunden und sie auch vorantreiben könne. Dazu würden ihn die Senatoren sicher sehr intensiv befragen. An einem, für die Trump-Administration vergleichsweise reibungslosen Nominierungsprozess werde das nichts ändern. Beide Parteien sollten sich auf Powell als Kandidaten einigen können.
Außerdem dürfte die US-Steuerreform im Blickfeld der Investoren bleiben. Wie das endgültige Gesetz aussehen werde, über das der Senat abstimmen solle, sei zurzeit ebenso offen wie die Abstimmung an sich. In den republikanischen Reihen scheine es nach wie vor zahlreiche Abweichler zu geben, sodass der Mehrheitsführer im Senat die notwendigen 50 Stimmen wohl noch nicht zusammen habe.
Obwohl der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) gestern leicht angezogen habe und sich die Renditen in den USA kaum verändert hätten, dürften die Investoren ihre Zurückhaltung nicht aufgeben. Immerhin hätten die Äußerungen der US-Notenbanker gestern deutlich gemacht, dass es eine Mehrheit für einen weiteren Zinsschritt im Dezember gebe. Und auch an dem Kurs gradueller Zinsanhebungen werde festgehalten.
Der Bund-Future dürfte dennoch kaum verändert in den Handel starten. Im Tagesverlauf dürfte er sich zwischen 162,50 und 163,65 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,27 und 2,41% schwanken, wobei sich die Auktion der 7-jährigen T-Notes heute Abend nach den schwachen Aufnahme der 2- und 5-jährigen als Belastungsfaktor erweisen könne. (28.11.2017/alc/a/a)
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