Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsrate in den USA hat sich mit 1,8 Prozent dem FED-Jahresziel von zwei Prozent angenähert, so die Börse Stuttgart.
Die Währungshüter hätten dabei besonders die Preisveränderungen bei persönlichen Verbraucherausgaben (PCE) im Blick - Energie- und Nahrungsmittelkosten würden außen vor bleiben. Die aktuelle Annäherung liege an der guten wirtschaftlichen Entwicklung. Angesichts dieser habe sich die FED die Tür für eine Zinserhöhung im Dezember offengehalten. Im Juni habe sie zuletzt den Schlüsselsatz auf die aktuell gültige Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent hochgesetzt. Experten würden nun für Mitte nächsten Monats mit einer Anhebung um einen Viertelpunkt rechnen.
Als Forward Guidance werde eine Kommunikationsform der Europäischen Zentralbank (EZB) hinsichtlich der längerfristigen Ausrichtung der Geldpolitik bezeichnet; die Bundesbank übersetze den Fachbegriff mit "zukunftsgerichtete Hinweise" oder "Orientierung über die zukünftige Ausrichtung der Geldpolitik". Ursprünglich habe der EZB-Präsident bei der Erläuterung geldpolitischer Entscheidungen stets Aussagen vermieden, die zeitlich über die zum jeweiligen Zeitpunkt zu treffende Entscheidung hinausgegangen seien. Dies habe sich am 4. Juli 2013 geändert, als EZB-Präsident Draghi gesagt habe: "Der EZB-Rat erwartet, dass die Notenbankzinsen im Euroraum für einen ausgedehnten Zeitraum auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden".
Die EZB sei zu dieser Form der Erwartungssteuerung gewechselt, um unerwünschten Entwicklungen an den Märkten entgegen zu treten. Die Aussagen der Forward Guidance seien allerdings nicht als unbedingte Zusage über die kommenden geldpolitischen Maßnahmen zu verstehen; vielmehr behalte sich der EZB-Rat vor, seine in Aussicht gestellte Geldpolitik im Fall von unerwarteten Entwicklungen kurzfristig zu ändern. Notenbanken anderer Länder würden diese Kommunikationsform schon seit längerer Zeit anwenden. (17.11.2017/alc/a/a)
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