Genf (www.anleihencheck.de) - Die meisten Investoren gehen davon aus, dass der Offenmarktausschuss der US-FED (das FOMC) diese Woche die Leitzinsen unverändert bei 1,00% bis 1,25% belässt und gleichzeitig die Umkehrung der quantitativen Lockerung und die Verkürzung der 4,4 Billionen USD schweren Zentralbankbilanz ankündigt, so Salman Ahmed, Chief Investment Strategist, und Charles St-Arnaud, Senior Investment Strategist, von Lombard Odier Investment Managers.
Diese Vermutung stütze sich auf die medial eng begleitete geldpolitische Debatte der vergangenen Wochen und Monate und auf Janet Yellens Rede beim jüngsten Notenbanker-Symposium in Jackson Hole.
Der Offenmarktausschuss veröffentliche im September auch eine aktualisierte Fassung seiner Konjunkturprognosen, die Summary of Economic Projections (SEP). Angesichts der aktuellen Daten würden die Experten nur mit kleineren Änderungen rechnen, die Wachstumsprognose dürfte unverändert bleiben. Sie würden aber davon ausgehen, dass die Geldpolitiker ihre mittlere Inflationsprognose für 2017 und 2018 nach unten korrigieren würden.
Der Hauptfokus der Märkte werde auf Änderungen der Planvorgaben für die Zinspolitik liegen, vor allem auf dem in den Prognosen enthaltenen Dotplot-Streudiagramm, das die Verteilung der Zinsprognosen der einzelnen FOMC-Mitglieder abbilde. Insbesondere nach dem jüngsten Inflationsbericht würden die Experten davon ausgehen, dass der Offenmarktausschuss die nächste Zinserhöhung weiterhin für Dezember plane und für 2018 und 2019 unter Umständen eine langsamere Fortsetzung des Zinserhöhungszyklus vorsehe.
Die Märkte würden immer noch unterschätzen, wie wichtig eine anhaltende Normalisierung der US-Geldpolitik sei. Bis Ende 2017 hätten sie lediglich eine Erhöhung um 40 Basispunkte eingepreist, während das FOMC für denselben Zeitraum momentan eine Anhebung um rund 100 Basispunkte prognostiziere. Selbst wenn der Offenmarktausschuss die prognostizierte Zinsentwicklung nach unten korrigiere, würden die Märkte immer noch unterschätzen, wie wichtig höhere Zinsen in der aktuellen Phase des Konjunkturzyklus seien. Die jüngsten Entwicklungen an den Anleihemärkten, wo die Renditeabstände zwischen zwei- und zehnjährigen US-Treasuries kleiner würden, würden darauf hindeuten, dass es der Offenmarktausschuss mit seiner geldpolitischen Normalisierung übertreiben könnte. (20.09.2017/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de