Essen (www.anleihencheck.de) - Der Bondhandel schien gestern nahezu eingeschlafen zu sein, so die Analysten der National-Bank AG.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe sich in einer engen Handelsspanne bewegt. Ähnliches habe für die Kursbewegung der US-Treasuries gegolten. Nicht einmal der ADP-Bericht habe nennenswerte Dynamik in den Handel bringen können. Auch das Unterschreiben der zusätzlichen Sanktionen gegen Russland, Nordkorea und den Iran durch die US-Präsidenten habe keine Spuren hinterlassen, obwohl gerade die Reaktionen aus Moskau harsch ausgefallen seien. Dort seien die zusätzlichen Sanktionen mit einem Handelskrieg verglichen worden, sodass es nach der Aufforderung an die USA, die Zahl der in Russland aktiven Diplomaten deutlich zu reduzieren, durchaus weitere Reaktionen geben dürfte. Die EU werde sich das ebenfalls genau anschauen müssen und ggf. reagieren.
Im weiteren Tagesverlauf seien die Auftragseingangsdaten sowie der ISM für das Dienstleistungsgewerbe in den USA zu beachten. Die Auftragseingänge dürften durch einige Großaufträge verzerrt sein. Die US-Binnenwirtschaft, wofür der ISM Dienstleistungen ein guter Indikator sei, sollte sich nach wie vor in einem robusten Zustand befinden.
Das Bulletin der EZB werde wenig Neues enthalten. Viel interessanter sei dagegen die Tagung des britischen MPC. Vor nicht gar nicht allzu langer Zeit sei kolportiert worden, die Bank of England könne auch in das Leitzinsstraffungslager wechseln. Diese Erwartungen seien aufgrund einiger schwacher Konjunkturindikatoren wieder ausgepreist worden. Das Abstimmungsergebnis im MPC bleibe dennoch spannend. Es sei durchaus wahrscheinlich, dass sich zwei oder sogar drei Mitglieder des MPC für eine Anhebung der Base Rate einsetzen würden. Das dürfte die Leitzinserhöhungsfantasie wieder aufleben lassen.
Die Investoren würden insgesamt jedoch zurückhaltend agieren und den US-Arbeitsmarkbericht im Blick haben. Den Tag dürfte der Bund-Future kaum verändert beginnen. Die Emissionen aus Frankreich und Spanien würden tendenziell belastend auf die Kursentwicklung wirken, obwohl sie gut nachgefragt sein dürften. Im weiteren Tagesverlauf sollte sich der Bund-Future sich zwischen 162,15 und 163,60 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,21 und 2,36% schwanken. (03.08.2017/alc/a/a)
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