Essen (www.anleihencheck.de) - Obwohl die endgültigen Markit-Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe letztlich doch etwas schwächer ausgefallen sind, als es die vorläufigen Zahlen angedeutet hatten, bleibt die europäische Wirtschaft in den kommenden Monaten auf Wachstumskurs, so die Analysten der National-Bank AG.
Das Wirtschaftswachstum für das abgelaufene zweite Quartal habe mit einer Jahresrate leicht jenseits der zwei Prozent erwartungsgemäß überzeugt. Die deutsche Wirtschaft dürfte daran einen maßgeblichen Anteil gehabt haben. Hierzulande laufe es weiterhin gut, was die jüngsten Arbeitsmarktdaten bestätigt hätten. Diese hätten jedoch auch klar gemacht, dass Deutschland strukturelle Probleme habe: Immerhin werde von Unternehmen bei einer offiziellen Arbeitslosenzahl von rund 2,5 Mio., davon etwa 900.000 Langzeitarbeitslose, Arbeitskräftemangel beklagt. Die gute Beschäftigungssituation sollte also nicht darüber hinwegtäuschen, dass es wohl doch erhebliche Schwierigkeiten gebe, gerade Langzeitarbeitslose wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.
Aus dem Weißen Haus gebe es gleichfalls Neuigkeiten. Medienberichten zu Folge sollten dort Vorbereitungen getroffen werden, um die Handelspraxis Chinas näher zu beleuchten, weil sich die USA unfair behandelt fühlen würden. Die Trump-Administration könnte durchaus ernst mit der Einführung von tarifären Handelshemmnissen gegenüber chinesischen Produkten machen. Auf die Reaktion all der Unternehmen in den USA, die auf chinesische Produkte angewiesen seien, dürfe man gespannt sein. Trotz Sommerpause im Kongress scheinen die Gespräche zur Anhebung der Verschuldungsobergrenze zu laufen. Ein republikanischer Vertreter gehe davon aus, dass sich die Gespräche bis mindestens Mitte September hinziehen würden. Sollte man sich dann doch einigen, könnte die Anhebung rechtzeitig erfolgen. Der PCE-Deflator habe dagegen keine Neuigkeiten gebracht: Der Preisauftrieb sei von der 2%-Marke entfernt, was die FED jedoch nicht davon abhalten werde, aktiv zu werden. In die Geldpolitik dürfte es von den beiden US-Notenbankvertretern, die sich heute äußern würden, neue Einblicke geben.
Ansonsten seien Impulse heute eher Mangelware. Der ADP-Bericht, der gern als Indikator für den US-Arbeitsmarktbericht herangezogen werde, sollte man mit Vorsicht betrachten. Schließlich habe sich seine Prognosekraft für den Arbeitsmarktbericht am Freitag in letzter Zeit als schlecht erwiesen.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte wenig verändert in den Tag starten. Die Aufstockung der 2027er Bund sollte heute Morgen ein Belastungsfaktor werden. Im weiteren Tagesverlauf sollte er sich zwischen 162,15 und 163,60 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,21 und 2,36% schwanken. (02.08.2017/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de