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29.05.17 08:45
Renten: Mario Draghi wird vor dem Europäischen Parlament seine bereits bekannten Aussagen wiederholen

Essen (www.anleihencheck.de) - Die US-Konjunkturdaten vom Freitag konnten zwar nicht vollständig überzeugen. Sonderlich schwach fielen sie jedoch auch nicht aus, so die Analysten der National-Bank AG.

Das Wirtschaftswachstum in den USA sei für das Q1/2017 nach oben korrigiert worden. Eine annualisierte Rate von 1,2% sei zwar immer noch nicht überzeugend. Doch dürfte das abgelaufene Quartal tatsächlich das schwächste gewesen sein. In Q2 habe die US-Wirtschaft Fahrt aufgenommen. Das wiederum dürfte dazu beitragen, dass die nächste Leitzinserhöhung Mitte Juni komme. Es sei zumindest alles dafür vorbereitet, es sei denn, einige Notenbanker würden noch kalte Füße bekommen.

Im Laufe der Woche stünden einige Aussagen aus US-Notenbankkreisen an, bevor dann wieder die "quite period" vor der Tagung des FOMC beginne. Solange der US-Arbeitsmarkt weiterhin um 100 Tsd. neue Arbeitsplätze außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors produziere, dürften die US-Notenbanker kaum von ihrem eingeschlagenen Kurs abweichen. Da bei ihren Überlegungen zusätzliche fiskalische Stimuli ebenfalls keine Rolle gespielt hätten, würden sich Verzögerungen bei der Umsetzung von Vorhaben der Trump-Administration nicht auf die Geldpolitik auswirken.

Heute würden Impulse Mangelware sein. Die Handelsaktivität werde unterdurchschnittlich ausfallen, da der Handel in UK und den USA feiertagsbedingt ausfalle. Die üblichen Belebungen der Aktivität mit dem Handelsbeginn in UK und am Nachmittag in den USA würden heute ausbleiben. Das Highlight des Tages werde die Ansprache von Mario Draghi vor Vertretern des Europäischen Parlaments sein. Substanziell Neues dürfe nicht erwartet werden. Er werde die bereits bekannten Positionen noch einmal darlegen. Er werde darauf hinweisen, dass die Wirtschaft im Euroraum auf die lockere Geldpolitik bis auf weiteres angewiesen sei, weil die Politik ihre Hausaufgaben nicht mache und bisher nicht für eine Verbesserung des Investitionsklimas gesorgt habe.

Draghi dürfte die Gelegenheit ebenfalls dazu nutzen, um auf die Erfolge der Geldpolitik hinzuweisen. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung im Euroraum sowie den Perspektiven werde er sich zufrieden zeigen. Er werde die Parlamentarier darauf einstimmen, dass die EZB ihre ultra-lockere Geldpolitik auslaufen lassen werde. Der grobe Zeitplan bleibe jedoch unverändert. Erst werde das Wording in den Erklärungen geändert. Im kommenden Jahr werde das QE-Volumen im Laufe des ersten Halbjahres auf null gefahren. Und erst danach komme es zu Anpassungen der Leitzinsen. Draghi dürfte wiederholen, dass es bei Betrachtung der Preisentwicklung für den gesamten Euroraum auch keine Eile gäbe.

Ansonsten müsste es bald einmal wieder Neuigkeiten aus bzw. zu Griechenland geben. Es seien noch drei Wochen bis zum nächsten ECOFin-Treffen, auf dem die Freigabe der nächsten Tranche aus dem Stützungspaket mit der Einbindung des IWF beschlossen werden sollte, da Anfang Juli die ersten größeren Fälligkeiten für Griechenland anstünden. Vor dem Hintergrund des G7-Gipfels in Italien, der erhebliche Dissonanzen zu Tage gefördert habe, sei sich kaum mehr mit Griechenland beschäftigt worden.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte kaum verändert in den ersten Handelstag der Woche starten. Impulse seien Mangelware. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,15 und 162,40 bewegen. (29.05.2017/alc/a/a)


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