Essen (www.anleihencheck.de) - Die Diskussion über die Freigabe der nächsten Tranche aus dem Stützungspaket für Griechenland führte auf der ECOFin-Tagung zu keinem Ergebnis, so die Analysten der National-Bank AG.
Griechenland müsse also weiterhin auf frisches Geld warten, obwohl doch alle Beteiligten vor Beginn der Gespräche so optimistisch gewesen seien. Die griechische Regierung habe, wie üblich, im Vorfeld der Tagung noch schnell ein paar Gesetze durch das Parlament gebracht, mit deren Hilfe sichergestellt werden solle, dass auch nach Auslaufen des aktuellen Rettungspakets Mitte 2018 Primärüberschüsse erzielt würden. Dennoch seien nicht wenige Vertreter der Geldgeber skeptisch, ob die Griechen die Maßnahmen tatsächlich vollständig umsetzen würden.
Die US-Regierung werde heute ihren Haushaltsentwurf offiziell vorstellen. Was bislang durchgesickert sei, dürfte vor allem die republikanischen Hardliner freuen: Insgesamt sollten demnach die Ausgaben im Sozialbereich inkl. Krankenversicherung über einen Zeitraum von zehn Jahren um 3,6 Bio. USD gesenkt werden. Damit würden sich dann Vorhaben wie innere und äußere Sicherheit sowie die Steuersenkungspläne größtenteils gegenfinanzieren lassen. Dass der Haushalt, so wie er vermutlich vorgelegt werde, mehrheitsfähig in beiden Kammern des Kongresses sei, dürfte ausgeschlossen sein.
Der heutige Handelstag dürfte im Zeichen der Ereignisse in Manchester stehen. Das dürfte die Investoren daran erinnern, dass die geopolitischen Risiken nicht gebannt seien. Dazu werde man auf die Stimmungsindikatoren wie den Ifo sowie die vorläufigen Werte der Markit Einkaufsmanagerindices schauen. Diese würden signalisieren, dass mit der Wirtschaft im Euroland zu rechnen sei. Für die kommenden Monate stünden die Zeichen auf ein robustes Wachstum. Die US-Notenbanker würden dagegen nichts Neues zu berichten haben. Die FED bleibe auch ohne zusätzliche fiskalische Maßnahmen auf Kurs von zwei zusätzlichen Leitzinsanhebungen im laufenden Jahr, auch wenn es die oder den einen oder anderen Zweifler gebe.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit Gewinnen in den Tag starten. Die geopolitische Lage dürfte zurück in die Köpfe der Investoren gelangen. Im Tagesverlauf sollte der Bund-Future sich zwischen 160,15 und 161,70 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,17 und 2,32% schwanken. (23.05.2017/alc/a/a)
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