Kronberg im Taunus (www.anleihencheck.de) - Frankreich und Europa atmen auf - Emmanuel Macron, der Gründer der gemäßigten Partei "En Marche!" hat die französischen Präsidentschaftswahlen gewonnen. Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity International in Deutschland, erläutert, was das für die Märkte und Anleger bedeutet.
Die Kapitalmärkte würden den Sieg Macrons begrüßen, obwohl er nach der ersten Wahlrunde allgemein erwartet worden sei. Auf jeden Fall reduziere die Tatsache, dass Marine Le Pen nicht Präsidentin geworden sei, das gefühlte politische Risiko in Europa.
Die Gewinne der französischen Unternehmen könnten von den wirtschaftspolitischen Maßnahmen Macrons beflügelt werden. Steigerungsraten von zehn Prozent scheinen realistisch, so Roemheld. Gründe dafür seien insbesondere die geplanten Steuersenkungen und der Vorschlag, die aktuellen vorübergehenden Kürzungen der Sozialabgaben in dauerhaft niedrigere Sätze umzuwandeln. Darüber hinaus wolle Macron die Investitionen in den kommenden fünf Jahren um 50 Mrd. Euro steigern, was der Energie- und Baubranche sowie dem IT-Sektor zugutekommen würde. Darüber hinaus könnte der Telekommunikationssektor eine erneute Konsolidierung sehen, wenn Macron, wie im Wahlkampf angekündigt, tatsächlich beschließe, den Anteil des Staates am Telekommunikationsanbieter Orange zu reduzieren oder vollständig zu verkaufen.
Französische Staatsanleihen dürften sich nun etwas besser entwickeln als Staatspapiere aus anderen europäischen Ländern, da einige der eher defensiven Anleger ihre zurückhaltende Positionierung aufgeben würden. Allerdings dürfte der Effekt begrenzt bleiben, da das Wahlergebnis bereits weitgehend am Anleihemarkt erwarten worden sei. (08.05.2017/alc/a/a)
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