Essen (www.anleihencheck.de) - An der Entwicklung aller Assetklassen war gestern sehr deutlich die Erleichterung über den Ausgang der ersten Runde der Wahlen zum französischen Präsidenten zu erkennen, so die Analysten der National-Bank AG.
Die Sorge, dass es zu einem Frexit kommen könne, sei nun verschwunden. Dementsprechend hätten sich die Spreads französischer Staatsanleihen sowie Staatsanleihen aus der Peripherie zu Bunds deutlich eingeengt. Zugleich würden die Investoren daran zu glauben scheinen, dass die EZB ihren geldpolitischen Pfad ebenfalls anpassen könnte, denn gerade am kurzen Ende der Kurve habe es deutliche Renditeanstiege gegeben. Die EZB dürfte zwar politische Entwicklungen nicht unberücksichtigt lassen. Ihren geldpolitischen Kurs werde sie dennoch nicht daraufhin anpassen.
Obwohl es ja als ausgemachte Sache gelte, dass der nächste französische Präsident Emmanuel Macron heiße, seien es bis zum 7. Mai noch ein paar Tage. Daher würden insbesondere die Umfragen Beachtung finden, zumal er auch noch den Beweis antreten müsse, wie er die nach eigener Einschätzung "abgehängten Teile der französischen Bevölkerung" auf seine Seite ziehen wolle. Letztlich werde es nämlich für jeden französischen Präsidenten eine erhebliche Herausforderung werden, das Land zu reformieren, ohne dass große Teile der Bevölkerung nicht mitgenommen würden. Schließlich seien in einen italienischen Ministerpräsidenten namens Matteo Renzi ähnliche Hoffnungen gesetzt worden.
Heute dürften auch Konjunkturdaten nicht unbeachtet bleiben. Bei dem Konsumentenvertrauen des Conference Boards dürften sich ähnlich wie beim Richmond FED Index Ermüdungserscheinungen zeigen, da die US-Administration bisher viel versprochen, aber nichts zählbares geliefert habe. Immerhin solle laut Medienberichten der US-Präsident morgen einen Unternehmenssteuersatz von 15% ins Spiel bringen. Tragfähige Aussagen zur Finanzierung werde es jedoch nicht geben. Zugleich dürfte er auf die Einbeziehung von Ausgaben zur Errichtung der Mauer in der aktuellen Diskussion um die Erhöhung der Schuldenobergrenze verzichten, sodass eine kurzfristige Einigung mit den Demokraten möglich werde. Schließlich möchte er das Schließen der öffentlichen Verwaltung am 100. Tag seiner Amtsübernahme vermeiden wollen.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte behautet in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,80 und 162,15 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,22 und 2,37% schwanken. (25.04.2017/alc/a/a)
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