Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Axel Springer (ISIN DE0005501357 / WKN 550135) eine Aktienanleihe Classic (ISIN DE000DGV84V2 / WKN DGV84V) mit dem Basiswert Axel Springer vor.
Der Medienkonzern Axel Springer habe bereits vor einigen Jahren auf den sich abzeichnenden Wandel der Medienlandschaft durch die stark wachsende Bedeutung des Online-Geschäfts reagiert. Der Vorstand habe unrentable Print-Produkte abgestoßen und im Online-Geschäft expandiert. Heute sei die Axel Springer SE nach eigenen Angaben Europas führender Digitalverlag.
Das Geschäft der Axel Springer SE untergliedere sich in die drei operativen Segmente Rubrikenangebote (Geschäftsmodelle, deren Erlöse überwiegend online durch zahlende Stellen-, Immobilien- oder Autoanzeigenkunden erzielt würden), Bezahlangebote (Geschäftsmodelle, die überwiegend durch zahlende Leser refinanziert würden, wie z.B. Printmedien und digitale Angebote von Bild, Die Welt, Business Insider), Vermarktungsangebote (Geschäftsmodelle, die sich überwiegend durch zahlende Anzeigenkunden refinanzieren würden, u.a. idealo) sowie das Segment Services/Holdings.
Im Geschäftsjahr 2016 habe der Konzernumsatz mit 3,3 Mrd. Euro nahezu das Niveau des Vorjahres erreicht. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte habe der Umsatzzuwachs bei 4,1% gelegen. Die hohe Bedeutung, die die digitalen Aktivitäten inzwischen für den Medienkonzern hätten, lasse sich daran ablesen, dass diese im vergangenen Jahr 67,4% des Konzernumsatzes, rund 85% der Werbeerlöse sowie rund 73% des Konzern-EBITDA erwirtschaftet hätten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei auf Konzernebene im Vergleich zum Vorjahr um 6,5% auf 595,5 Mio. Euro gestiegen (2015: 559,0 Mio. Euro).
Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis hätten die Rubrikenangebote ein besonders starkes Wachstum gezeigt. Der Konzernüberschuss habe sich, bereinigt um Sondereffekte und Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen, auf 299,9 Mio. Euro erhöht, was einem Anstieg um 7,4% gegenüber dem Vorjahr (2015: 279,3 Mio. Euro) entspreche. Das bereinigte Ergebnis je Aktie habe sich um 8,5% auf 2,41 Euro je Aktie erhöht (2015: 2,22 Euro je Aktie).
Im laufenden Geschäftsjahr habe sich der Vorstand eine weitere Stärkung der Ertragskraft zum Ziel gesetzt. Um dies zu erreichen, wolle er sich verstärkt darauf konzentrieren, die Potenziale der bestehenden sowie der neu erworbenen Geschäfte optimal zu nutzen und vorhandene Synergien zu heben. Für das Geschäftsjahr 2017 rechne der Vorstand mit einem Anstieg der Umsatzerlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich. Für das EBITDA und das bereinigte Ergebnis je Aktie werde ein Anstieg im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erwartet.
Nach Einschätzung der Analysten würden die digitalen Geschäftsmodelle aufgrund ihrer zunehmenden Bedeutung weiterhin Wachstumschancen bieten. Vor diesem Hintergrund sähen sie die Investitionen in den Ausbau der Online-Aktivitäten mit dem Ziel, ein wachstums- und renditestarkes Digitalportfolio aufzubauen, positiv - ebenso wie das Ziel, die internationale Aufstellung weiter zu stärken. 2016 seien 47,5% des Konzernumsatzes im Ausland erwirtschaftet worden. In diesem Zusammenhang sehe der Konzern selbst Wachstumschancen in den USA sowie in Indien, Brasilien und Asien. Durch den Verkauf eines Portfolios von Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland habe der Vorstand zudem die finanzielle Flexibilität für weitere Zukäufe im Online-Segment erhöht.
Risiken sähen die Analysten, neben dem starken Wettbewerb in der Medienbranche, in einer nachlassenden Wachstumsdynamik im Segment Rubrikenangebote - dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Segment 2016 die Rückgänge bei Umsatz und EBITDA der anderen Segmente kompensiert habe. Zudem rechne der Vorstand für das Segment Bezahlangebote auch in den Jahren 2017 bis 2019 bei leicht rückläufigen Umsätzen nur mit einer stabilen Entwicklung des EBITDA (205 Mio. bis 225 Mio. Euro). Eine Abschwächung der Wirtschaft in wichtigen Märkten wie Europa und den USA könnte die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher ebenso wie die der Anzeigenkunden beeinträchtigen. Darüber hinaus könnten sich Risiken beim Erwerb neuer Beteiligungen zur Stärkung des Digitalgeschäfts ergeben, wenn z.B. Synergien niedriger ausfallen würden als erwartet.
Im Anschluss an das Rekordhoch habe man eine längere Abwärtsbewegung gesehen, in deren Verlauf die Aktie kurzzeitig auf 39,60 Euro gefallen sei. Dabei habe sich der Bereich um 40,00 Euro erneut als Unterstützung bewährt. Die Axel Springer-Aktie habe daraufhin wieder zugelegt und im Januar 2017 die 200-Tage-Linie sowie die vom April-Hoch 2015 ausgehende Abwärtstrendlinie überwunden. Zusätzlich habe der trendfolgende MACD auf Monatsbasis im März 2017 ein neues Kaufsignal generiert.
Nachdem die Axel Springer-Aktie vor zwei Wochen bei 52,32 Euro und damit im Bereich des bei 51,67 Euro verlaufenden 61,8%-Fibonacci-Retracements der Abwärtsbewegung von 2015 auf Widerstand gestoßen sei, könne es kurzfristig zu einem Rücksetzer der Kursnotierung auf 49,51/49,24 Euro kommen. Steige die Axel Springer-Aktie nachhaltig über 51,67 Euro an, sähen die Analysten eine erhöhte Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich die im Dezember 2015 begonnene Erholung fortsetze.
Die nächsten Widerstände würden dann im Bereich um 53,00 Euro sowie bei 55,45/55,69 Euro verlaufen. Ein Anstieg über 55,69 Euro mache den Weg frei zum Allzeithoch bei 59,13 Euro. Ein Ausbruch über das bisherige Rekordhoch wäre ein starkes bullisches Signal und würde den übergeordneten Aufwärtstrend bestätigen. Um die laufende Erholung nicht zu gefährden, sollte die Axel Springer-Aktie nicht mehr unter 46,52 Euro fallen. Die übergeordnete Aufwärtstrendlinie aus dem Jahr 2008 verlaufe aktuell bei 44,69 Euro.
Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert Axel Springer zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe mit Fälligkeit am 23.03.2018 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 50,00 Euro und einer Zinszahlung von 5,60% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 23.03.2018, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Axel Springer SE. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.
Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Axel Springer SE. Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie am 16.03.2018 per Schlusskurs (Xetra) auf oder über dem Basispreis von 50,00 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.
Notiere die Aktie am 16.03.2018 per Schlusskurs (Xetra) unter dem Basispreis von 50,00 Euro, erhalte der Anleger Aktien der Axel Springer SE in der durch das Bezugsverhältnis bestimmten Zahl. Das Bezugsverhältnis betrage 19,50. Dementsprechend erhalte der Anleger 19 Aktien. Zusätzlich erhalte er für den Gegenwert von 0,50 Aktien eine Ausgleichszahlung. Der Gegenwert der Aktien zuzüglich Ausgleichszahlung werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag von 1.000,00 EUR liegen. Ein Zusammenfassen mehrerer Ausgleichsbeträge zu Ansprüchen auf Lieferung von Aktien sei ausgeschlossen.
Die Aktienanleihe Classic auf die Aktie von Axel Springer richte sich somit an Anleger, die davon ausgehen würden, dass der Schlusskurs der Aktie der Axel Springer SE am 16.03.2018 auf oder über 50,00 Euro notieren werde. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 2,15 Euro belaufen. (Ausgabe vom 21.04.2017) (24.04.2017/alc/a/a)
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