Wien (www.anleihencheck.de) - Chinas Konjunkturdaten signalisieren eine sehr robuste erste Jahreshälfte; im zweiten Halbjahr könnte die Wachstumsdynamik allerdings nachlassen, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".
Die kräftige Zunahme bei den Anlageinvestitionen in den ersten beiden Monaten des Jahres (um rund 9% gegenüber dem Vorjahr) speise sich vor allem aus - vorrangig staatlichen - Infrastrukturausgaben und dem ohnehin schon überhitzten Immobiliensektor. Auf beiden Gebieten dürften sich die Zuwächse in den kommenden Quartalen reduzieren. Es zeichne sich eine restriktivere Fiskalpolitik ab und bezüglich der Immobilienpreise würden Staat und Notenbank vermutlich zunehmend gegensteuern.
Nachdem lange Zeit die Inflationsraten als zu niedrig erachtet worden seien (speziell die Erzeugerpreise seien über mehrere Jahre hinweg recht kräftig gefallen), habe sich das Bild zum Jahresbeginn gewandelt. Verbraucher- und Produzentenpreise hätten die höchsten Zuwachsraten seit vielen Jahren gezeigt. Eine ausufernde Inflation sei allerdings nicht zu befürchten. Die Teuerungsrate bei den Produzentenpreisen dürfte im weiteren Jahresverlauf ihren Zenit überschreiten und werde zudem nur sehr eingeschränkt auf die Verbraucherpreise durchschlagen.
Gleichwohl versuche die Notenbank, ihre Geldpolitik in wohldosierten kleinen Schritten etwas zu straffen. Das erfolge jedoch nicht so sehr aufgrund etwaiger Inflationsbefürchtungen, sondern vielmehr mit dem Ziel, das Kreditwachstum und den Immobilienboom zu bremsen. Es sei aber nach wie vor ungewiss, wie es gelingen solle, das Kreditwachstum auf ein langfristig tragfähiges Niveau abzusenken, ohne dabei das Wirtschaftswachstum massiv zu beeinträchtigen, das ja nach wie vor sehr stark auf fortgesetzter Kreditausweitung basiere.
Die chinesischen A-Aktien auf dem Festland und die in Hongkong gehandelten H-Aktien hätten per Saldo im März ganz leicht nachgegeben. (Ausgabe April 2017) (19.04.2017/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de