Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Sind die Zinsen und Anleiherenditen so niedrig wie im aktuellen Umfeld, ist dies für Anleiheinvestments sehr interessant und attraktiv, so Iain Lindsay, Manager des GS Global Strategic Macro Bond Portfolios (ISIN LU1111995749/ WKN A12EB7) und Co-Head Global Portfolio Management im globalen Anleihe-Team bei Goldman Sachs Asset Management.
Der Schlüssel für eine erfolgreiche Anleihestrategie bestehe darin, extrem flexibel zu sein. Wir leben zurzeit in einer Welt, in der wohl einige Länder die Zinsen erhöhen und der Inflationsdruck teilweise anziehen wird, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management. Das sei prinzipiell schlecht für Anleihen. Andererseits würden die Zinsen in anderen Teilen der Welt voraussichtlich sehr niedrig bleiben oder sogar sinken, was wiederum für Anleihen spreche.
Die Anleger sollten also globaler denken und ihre Investitionsbemühungen dabei auf jene Länder richten, die sich in eine solche Richtung entwickeln würden. Andere Regionen sollten eher gemieden werden. Für solch eine gezielte Anleiheauswahl sehen die Experten von Goldman Sachs Asset Management derzeit zahlreiche Optionen, doch man darf dabei nicht die Inflationsentwicklung außer Acht lassen.
Prinzipiell scheine es so, dass die Gesamtinflation relativ schnell ansteigen könnte, was aber irreführend sei. Die Experten von Goldman Sachs Asset Management halten die Aktien- und Anleiheanleger für klug genug, um diese Entwicklung nicht überzubewerten und sich stattdessen auf die Kerninflation zu konzentrieren. Diese befinde sich in Europa nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau. Daher dürfte auch die Europäische Zentralbank ihren geldpolitischen Kurs vorerst kaum ändern und die Zinsen nicht erhöhen. In Asien hingegen kämpfe Japan nach wie vor mit einem Inflationsproblem. Das Land müsse sich dringend mit dieser Thematik auseinander setzen und die Entwicklung eindämmen.
All dies belege: Die Wiederbelebung der Inflation, also weg von Stagflation hin zu Reflation, gestalte sich global gesehen uneinheitlich. Man habe es mit einem monetären Flickenteppich zu tun, in dem auch protektionistische Maßnahmen in den Schwellenmärkten eine Rolle spielen würden.
Das Phänomen des zunehmenden Populismus, der sich gegen die fortschreitende Globalisierung wende, werde auch 2017 ein großes Thema bleiben. Der damit zusammenhängende Protektionismus schüre bei vielen Anlegern die Sorge, inwieweit hiervon gerade die Exportmärkte der Schwellenländer betroffen seien - würden diese doch mittlerweile vielfach über klare Wettbewerbsvorteile verfügen. Nach Ansicht der Experten von Goldman Sachs Asset Management würde sich ein Wandel zugunsten protektionistischer Wirtschaftspolitik nur sehr langsam und stückweit vollziehen. Und zwar so langsam, dass sich die Schwellenländer schnell genug anpassen könnten, um die potenziellen Auswirkungen des Protektionismus zu kompensieren. Dies sei in der Vergangenheit schon verschiedenen kleineren Ländern gelungen, die sich an veränderte globale Wirtschaftsbedingungen hätten anpassen müssen.
Außerdem sind die Experten von Goldman Sachs Asset Management davon überzeugt, dass der globalisierungskritische Populismus den Industrieländern wahrscheinlich mehr schaden wird als ihren aufstrebenden Pendants. Auch dies spräche eher für die Schwellenländer, bzw. Anleihen aus den Emerging Markets. (04.04.2017/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de