Wien (www.anleihencheck.de) - Die Rezession in Brasilien hat sich im Schlussquartal 2016 unerwartet vertieft, berichten die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".
Dennoch könnte das Land 2017 wieder ein leichtes reales Wirtschaftswachstum verzeichnen. Es dürfte allerdings bei weitem zu gering sein, um die starke negative Verschuldungsdynamik zu stoppen. Angesichts hoher Zinsen und der schwachen Konjunktur dürfte es sich faktisch nicht verhindern lassen, dass die Staatsverschuldung in den kommenden Jahren weiter explodiere und schon bald auf über 85% bis 90% der Wirtschaftsleistung anwachse. Derzeit betrage sie rund 77%; vor vier Jahren habe der Wert noch bei knapp über 50% gelegen.
Angesichts dieser Perspektiven seien die starken Kursgewinne des brasilianischen Aktienmarktes in den vergangenen 14 Monaten keineswegs als Indikator für eine wirtschaftliche Genesung des Landes zu interpretieren. Im Gegenteil, zumindest für ausländische Investoren seien die langfristigen Ertragsaussichten am brasilianischen Aktienmarkt derzeit eher verhalten. Denn entweder würden den Aktienkursen im Falle kräftiger Ausgabenkürzungen des Staates starke Rückschläge drohen oder aber die Effekte einer kaum zu vermeidenden Währungsabwertung kämen zum Tragen.
Die Notenbank habe im Februar abermals kräftig die Zinsen gesenkt - von 13% auf 12,25%. Der Aktienmarkt habe positiv reagiert und im Februar abermals zugelegt. Er verzeichne damit seit dem Jahresbeginn bereits wieder einen zweistelligen prozentualen Zuwachs. (Ausgabe März 2017) (22.03.2017/alc/a/a)
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