Essen (www.anleihencheck.de) - Die politischen Risiken im Euroraum, aber auch die schwer berechenbaren Auswirkungen der US-Politik sorgen derzeit für eine sehr große Nachfrage nach Bunds als sicheren Hafen, so die Analysten der National-Bank AG.
Die Nullprozentmarke für zehnjährige Bunds sei nach den jüngsten Renditerückgängen gar nicht mehr so weit entfernt. Zugleich trage die Knappheit an hochwertigem Collateral dazu bei, dass zweijährige Schätze nahezu täglich neue Rekordtiefststände erreichen würden. Obwohl der Bund im laufenden Jahr das Emissionsvolumen an zweijährigen "eigentlich" leicht habe kürzen wollen, lasse man nun verlauten, ggf. doch mehr Material in dieser Laufzeit zu platziert, sollte das verfügbare Material tatsächlich nicht ausreichen.
Das sei zumindest an den Aktienmärkten nicht gut angekommen. Außerdem scheine sich das US-Treasury mit der Einführung von ultra lang laufenden Anleihen in der Kategorie 50 und 100 Jahre zu beschäftigen, was in Anbetracht der aktuellen Kapitalmarktrenditen vielleicht keine schlechte Idee aus staatlicher Sicht sei und dem einen oder andere institutionellen Anleger beim Management seines Asset Liability Mismatch helfen könnte. Damit würden die USA Ländern wie Österreich, Spanien, Frankreich o.ä. folgen.
Der heutige Tag halte wenig an neuen Impulsen bereit. Die Investoren würden sicher weiter auf die politische Lage vor allem in Europa schauen, was Bunds tendenziell gut stützen werde. Die italienischen Stimmungsindikatoren würden eine untergeordnete Rolle spielen. Sie sollten sich aufgrund der aktuellen Situation im Land im Vergleich zum Vormonat sowieso leicht abgeschwächt haben. Am Nachmittag werde das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan zu beachten sein. Der endgültige Wert sollte aber wenig von der Prognose abweichen. Grundsätzlich dürften die US-Konsumenten optimistisch geblieben sein.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sollte erneut mit Kursgewinnen in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 165,00 und 166,65 bewegen. Obwohl Bunds gut unterstütz bleiben würden, dürfte es doch allmählich zu Gewinnmitnahmen kommen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,33 und 2,46% schwanken. (24.02.2017/alc/a/a)
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