Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Einkaufsmanagerindices für Januar bestätigen vorerst unser Konjunkturbild: Asien und Mitteleuropa halten 2017 ihr hohes Wachstumstempo, während es in Lateinamerika und Russland von sehr niedrigem Niveau langsam aufwärts geht, so die Analysten der DekaBank.
In den Niedriginflationsländern steige aufgrund höherer Rohstoffpreise der Preisdruck leicht an, während in den Hochinflationsländern die Währungsstabilisierung zu fallenden Inflationsraten führe. Für die meisten Schwellenländer würden die Analysten 2017 unveränderte Leitzinsen erwarten. In Brasilien und Russland dürften die Zinsen gesenkt und in Mexiko erhöht werden. Die von der neuen US-Regierung angedrohte Einführung von Handelszöllen solle vor allem Mexiko und China treffen, doch die damit einhergehende Verunsicherung könnte auch das Unternehmensvertrauen in anderen Ländern belasten.
Hinzu komme der Zinsanstieg in den USA, der auch in den Schwellenländern zu schlechteren Finanzierungsbedingungen führen dürfte. Angesichts dieser Belastungsfaktoren sei es immerhin erfreulich, dass sich das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer 2017 und 2018 bei deutlich über 4% bewegen dürfte, was eine Beschleunigung gegenüber 2016 bedeute. In Asien und Mitteleuropa würden die Leitzinsen noch für längere Zeit auf niedrigem Niveau bleiben.
Die hohe Verschuldung im Unternehmenssektor sei ein Risikofaktor, wenn sich die Finanzierungsbedingungen in den kommenden Jahren verschlechtern würden. Unternehmensinsolvenzen dürften zunehmen, und ein erschwerter Zugang zu Kapital würde auf die Kreditentwicklung und das Wirtschaftswachstum drücken. Da der größte Teil der Schulden in lokaler Währung aufgenommen worden sei, dürfte es aber gelingen, systemische Schuldenkrisen zu. (Ausgabe vom 08.02.2017) (09.02.2017/alc/a/a)
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