Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die FED dürfte in der Sitzung kommende Woche nicht die Zinsen erhöhen, so Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von AllianzGI.
Die Märkte könnten aber das Tempo des Zinserhöhungszyklus unterschätzen. Die FED müsse jetzt Klartext reden, damit die Märkte ihre Erwartungen anpassen könnten - insbesondere vor dem Hintergrund des von Präsident Trump geplanten Konjunkturprogramms.
Diese anhaltende Kluft zwischen den Erwartungen des Marktes und dem künftigen Tempo der Zinserhöhungen würden auf die Fragilität der US-Märkte hinweisen, vor allem angesichts des derzeitigen so genannten "Reflation Trade" und des zunehmenden Drucks vonseiten des Arbeitsmarkts. Es sei im Interesse der FED, genauer über das Tempo der Zinserhöhungen zu informieren, damit sich die Märkte reibungslos anpassen könnten, zumal Finanzstabilität zentral den Entscheidungsprozess der FED bestimme.
Es werde erwartet, dass die Trump-Administration plane, mit weiteren fiskalpolitische Maßnahmen eine US-Wirtschaft anzukurbeln, in der bereits Vollbeschäftigung herrsche. Dies sollte zu mehr Inflation führen, vor allem bei den Löhnen. Daher sei der Experte davon überzeugt, dass die FED zumindest konsequent mit den im "dot plot" vorgezeichneten Kurs fortfahre. Wenn sie davon abweiche, dann dürfte es eher mehr als weniger Zinsschritte geben.
Insgesamt sei die Glaubwürdigkeit der FED das zentrale Thema. Der Markt müsse davon überzeugt sein, dass die FED bewusst "hinter der Kurve" stehe und die Inflation ansteigen lasse, bevor sie tätig werde. Es werde auf den Märkten auch nicht übersehen, dass die FED sich bereithalte, die US-Konjunktur abzukühlen, während Präsident Trump neue Konjunkturprogramme vorantreibe, und die FED somit in eine missliche Situation bringe. (27.01.2017/alc/a/a)
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